Am südlichen Ufer des Barther Boddens und östlich des Flusses Barthe liegt die Stadt Barth, die aufgrund ihrer Lage als Eingangstor zur Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst bezeichnet wird und seit 2015 staatlich anerkannter Erholungsort ist. Diese Kleinstadt mit rund 9.000 Einwohner trägt seit 1998 den Beinamen Vinetastadt, jener sagenumwobenen Handelsstadt an der Odermündung, die vor über 900 Jahre im Meer versank und von einem Berliner Publizisten sowie einem Berliner Frühgeschichtler im Barther Bodden ausfindig gemacht wurde. Diese Vinetastadt besitzt einen historischen Stadtkern, der nach der Wiedervereinigung saniert wurde und dessen Wahrzeichen neben der weithin sichtbaren Marienkirche, zweifelsohne das imposante Dammtor aus dem 15. Jahrhundert ist. Dieses erinnert neben den Wällen und dem Fangelturm aus dem 16. Jahrhundert von Barth als befestigter Stadt im Mittelalter. Bei dem 35 Meter hohen Dammtor handelt es sich um einen quadratischen, fünfgeschossigen Backsteinbau, der ein wichtiger Bestandteil der Stadtverteidigung und nur über Leitern begehbar war, die von Geschoss zu Geschoss hochgezogen werden mussten. Bereits 1357 wurde ein Stadttor an dieser Stelle erwähnt. Das Dammtor mit seiner 7 Meter breiten Durchfahrt war der westliche Zugang zur Stadt. Es war eines von ursprünglich vier Stadttoren, von denen nur noch das Dammtor existiert. Sein Name leitet sich davon ab, dass vor diesem der Hochwasserschutzdamm lag. Das Dammtor besaß ein vorgelagertes Vortor. Dieses war mit dem Haupttor durch seitliche Mauern verbunden. Ein Wallgraben verlief vor dem Haupttor um die ganze Stadt. Eine Zugbrücke führte darüber, hinter der ein zweiter Graben lag. Die Durchgänge durch beide Tore waren durch massive Holzbohlentore geschützt. Von diesen zeugen noch die Relikte ihrer schmiedeeisernen Angeln im Mauerwerk des Dammtores, die auf jeweils ein inneres und äußeres Torflügelpaar verweisen. Darüber hinaus besitzt das beeindruckende Dammtor im 4. Geschoss 4 Trauf-Erker, die früher als Pechnasen dienten. Der Dachbodenbereich wird aktuell von einer geschützten Dohlenkolonie als Nistplätze genutzt. Erst in 7 Metern Höhe befindet sich der Zugang zum Turm. Im 20. Jahrhundert sollte das Dammtor der Abrissbirne zum Opfer fallen, da es ein Hindernis für das wachsende Verkehrsaufkommen darstellte. Aus diesem Grund wurden die beidseitig angebauten Häuser abgerissen. Das Dammtor blieb jedoch erhalten und wurde 2008 aufwändig saniert, das heute unter Denkmalschutz steht. Auch ich kam an diesem markanten Wahrzeichen der Vinetastadt Barth vorbei, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂










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