Westley Allan Dodd ist ein Name, der vielen Amerikanern eine Gänsehaut beschert. Ein Mann, dessen kriminelle Geschichte nicht nur wegen ihrer Grausamkeit erschreckt, sondern auch aufgrund der systematischen Ausführung seiner Verbrechen und seiner völligen Abwesenheit von Reue. Zwischen 1989 und 1993 wurde Dodd zu einem der berüchtigtsten Kindermörder der USA, und sein Fall löste umfassende Diskussionen über die Sicherheit von Kindern, Prävention und Strafen aus. Doch wer war dieser Kindermörder, der drei Jungen sexuell missbrauchte und bestialisch ermordete? Westley Allan Dodd wurde am 3. Juli 1961 in Toppenish im US-Bundesstaat Washington als ältestes von drei Kindern von Jim und Carol Dodd geboren. Seine Kindheit war geprägt von emotionaler Vernachlässigung und – wie später in seinem Tagebuch beschrieben – gelegentlichem Missbrauch durch seinen Vater. Dodd war ein introvertierter Junge, der deutlich kleiner als seine Mitschüler war, die Dodd deswegen oft hänselten. Er hatte keine Freunde und fühlte sich von seinen Eltern ungeliebt. Diese emotionale Kälte in der Familie führte dazu, dass Dodd schon früh soziale Isolation erlebte. Bereits mit neun Jahren wurde ihm klar, dass er sich sexuell zu anderen Jungen hingezogen fühlte. Im Alter von 13 Jahren begann er, sich im Beisein von Kindern zu entblößen, ein Verhalten, das von seinem Vater weitgehend ignoriert wurde. Schnell eskalierte diese Neigung, und Dodd begann, jüngere Kinder zu belästigen – zunächst innerhalb seiner Familie und später in seiner Nachbarschaft. Trotz mehrfacher Festnahmen und Berichte, die ihn als „sexuellen Psychopathen“ einstuften, wurden ihm meist milde Strafen auferlegt. Sein kriminelles Verhalten blieb nahezu unbehelligt, was ihm weiterhin Zugang zu seinen potenziellen Opfern verschaffte. Im Alter von 15 Jahren ließen sich Dodds Eltern scheiden, der immer mehr sadistische Fantasien entwickelte, wie er Kinder foltern, sexuell missbrauchen und töten könnte. Nach Dodds High School Abschluss im Jahr 1979, trat er 1981 der US-Marine bei, der in Bangor stationiert wurde. Während dieser Zeit missbrauchte er Kinder, die auf dem Marinestützpunkten lebten. Außerdem unternahm er Ausflüge nach Seattle, wo er Kinder in Kinotoiletten ansprach. Mit der Aussicht auf Geld, köderte er diese zu abgelegenen Orten, wo diese sich vor ihm ausziehen mussten. Dies führte dazu, dass Dodd unehrenhaft aus der Marine entlassen wurde. Danach wurde Dodd abermals festgenommen, da er einen Jungen belästigt hatte. Er verbüßte 19 Tage Gefängnis, ehe er entlassen wurde. In den folgenden Jahren wurde Dodd immer wieder wegen sexuellen Missbrauch und Belästigung von Kindern verhaftet, ohne jedoch eine länge Haftstrafe zu verbüßen. Um sich finanziell über Wasser zu halten, arbeitete er in Fast-Food-Restaurants oder als LKW-Fahrer. Er zog in Wohnblocks, wo Familien mit Kindern lebten. Oftmals freundete er sich mit den Familien an und bot sich als Babysitter an, um die Kinder sexuell missbrauchen zu können. Dodd hatte bis zum Jahr 1986 sage und schreibe mindestens 35 Kinder sexuell missbraucht, der trotz gerichtlich angeordneter Therapien gar nicht daran dachte, sein Verhalten zu ändern, vielmehr entwickelte er im Laufe der Zeit immer abscheulichere Sex- und Mordfantasien an kleinen Jungen. Ende der 1980er Jahre steigerte sich Dodds Gewaltbereitschaft dramatisch. Anno 1989 zog Dodd nach Ablauf seiner Bewährungszeit nach Vancouver, wo er als Versandangestellter tätig war. In Vancouver plante er gezielt seine Angriffe und suchte Parks und Spielplätze auf, wo er leicht Zugang zu Kindern hatte. Als idealen Ort, um Jagd auf Kinder zu machen, befand er den David Douglas Park. Am 4. September 1989 lockte er zwei Brüder in ein abgelegenes Waldstück im David Douglas Park. Diese waren der 11 Jahre alte Cole und der 10 Jahre alte William Neer. Er zwang sie, ihre Kleidung abzulegen, missbrauchte sie und stach schließlich mit einem Messer auf beide ein. Danach floh Dodd. Die beiden Brüder wurden wenig später gefunden. Für Cole kam jede Hilfe zu spät, er war bereits tot. Sein Bruder William starb während der Fahrt ins Krankenhaus. Als die Medien von den entsetzlichen Kindermorden berichtete, legte Dodd ein Sammelalbum an, in dem er alle Zeitungsausschnitte über die Morde hineinklebte. Die brutale Tat war der Beginn eines schrecklichen Kreislaufs von Mord und Missbrauch, dessen Details Dodd akribisch in seinem Tagebuch festhielt. Am 29. Oktober desselben Jahres entführte Dodd den vierjährigen Lee Iseli von einem Spielplatz in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Er brachte ihn unbemerkt in seine Wohnung in Vancouver, wo er den Jungen über Nacht wiederholt missbrauchte. Am Morgen des nächsten Tages strangulierte Dodd das Kind und hängte dessen Leiche in seinem Kleiderschrank auf – eine grausame Inszenierung, die er fotografierte, um sie später als „Trophäe“ zu behalten. Lees Körper entsorgte er in Müllsäcke, die nahe Vancouver Lake gefunden wurden, während er ein Teil seiner Kleidung verbrannte. Jedoch behielt er die Unterwäsche als Souvenir. Dodds Verlangen nach Gewalt und Kontrolle war so stark, dass er begann, Pläne für zukünftige Entführungen und Folterungen zu machen. Er baute sogar ein selbst konstruiertes Folterinstrument in seiner Wohnung. Am 13. November 1989 unternahm Dodd den Versuch, einen sechsjährigen Jungen namens James Kirk aus dem New Liberty Theatre in Camas im US-Bundesstaat Washington zu entführen. Dank der aufmerksamen Mitarbeiter des Kinos, die Dodd bis zu seinem Auto verfolgten, ließ Dodd von dem Jungen ab. Er flüchtete mit seinem Auto, blieb aber wenig später liegen. Als James Eltern von dem Entführungsversuch erfuhren. ging der Lebensgefährte von James Mutter, William „Ray“ Graves, in die Richtung, wo Dodd zuletzt gesehen worden war. Er entdeckte Dodd, der eine Autopanne hatte und bot ihm Hilfe an. Als er nah genug an Dodd herangekommen war, nahm er ihn in den Schwitzkasten und brachte ihn zum Kino zurück, wo das Personal die Polizei informierte. Bei seiner Festnahme zeigte sich schnell, dass er mehr als nur ein einfacher Entführer war. Während einer dreitägigen Befragung gestand Dodd schließlich seine Rolle bei den Morden an den Neer-Brüdern und Lee Iseli. Eine Durchsuchung seiner Wohnung offenbarte die ganze Grausamkeit seiner Taten. Die Ermittler fanden nicht nur sein detailliertes Tagebuch, sondern auch Fotos von Lee Iseli und Zeitungsartikel über die Fälle. Besonders schockierend war die Entdeckung seiner selbstgebauten „Folterbank“, die er für kommende Opfer geplant hatte. Der Prozess gegen Dodd im Jahr 1990 war ebenso erschütternd wie seine Verbrechen. Während der Verhandlung legte die Staatsanwaltschaft Fotos und Tagebuchauszüge vor, die die Brutalität seiner Taten dokumentierten. Dodd selbst ergriff das Wort und forderte seine eigene Hinrichtung. Er argumentierte, dass er zu gefährlich sei, um am Leben gelassen zu werden, da er sofort wieder Kinder töten würde, sollte er jemals freikommen. „Wenn ich fliehen würde, würde ich töten und vergewaltigen. Und ich würde jede Minute davon genießen“, sagte er vor Gericht. Seine Worte waren ebenso kalt wie eindeutig und machten klar, dass er keinerlei Einsicht oder Reue verspürte. Im selben Jahr wurde Dodd zum Tode verurteilt, eine Strafe, die er ausdrücklich unterstützte. Dodd verzichtete auf jegliche Berufung seines Urteils und wählte für seine Hinrichtung bewusst das Erhängen und nicht die Giftspritze, da dies der Methode entsprach, mit der er Lee Iseli getötet hatte. Am 5. Januar 1993 wurde er in der Washington State Penitentiary in Walla Walla hingerichtet – die erste legale Hinrichtung durch Erhängen in den USA seit 1965. Seine letzten Worte waren ein Appell, Jesus Christus zu finden, um Frieden zu erfahren – eine scheinbare Ironie angesichts seiner monströsen Vergangenheit. Die Hinrichtung war nicht weniger umstritten als seine Verbrechen. Die American Civil Liberties Union (ACLU) argumentierte, dass das Erhängen eine grausame und ungewöhnliche Strafe sei, doch Dodds eigene Wahl der Methode machte die Klage gegenstandslos. Die Taten und das Schicksal von Westley Allan Dodd hatten weitreichende Konsequenzen. Sie führten zur Einführung neuer Gesetze in Washington, die die unbefristete Verwahrung von gefährlichen Sexualstraftätern ermöglichten. Der Fall löste auch intensive öffentliche Debatten über Kindersicherheit, die Rolle der Justiz und den Umgang mit Wiederholungstätern aus. Dodds Geschichte bleibt ein erschreckendes Beispiel dafür, wie ein Mensch trotz zahlreicher Warnzeichen und Interventionen zu einem der schlimmsten Sexualstraftäter und Serienmörder der USA werden konnte. Sie zeigt auch, wie wichtig es ist, nicht nur die Symptome solcher Verbrechen zu bekämpfen, sondern auch präventive Maßnahmen und soziale Unterstützung zu schaffen, um potenzielle Täter frühzeitig zu stoppen. Westley Allan Dodd war nicht einfach nur ein Krimineller; er war ein Symbol für die dunkeln Abgründe menschlicher Natur. Sein Leben und seine Taten erinnern uns daran, dass die Sicherheit und Unschuld von Kindern geschützt werden müssen – um jeden Preis. Doch letztlich stellt sich auch die Frage: Wie kann ein System lernen, solche Menschen zu erkennen und zu verhindern, dass sie immer wieder Straftaten begehen? Dodd ist kein Einzelfall, sondern ein Weckruf für eine Gesellschaft, die weiterhin vor solchen Herausforderungen steht. Dir wünsche ich trotz dieser aufwühlenden True Crime Story viel Fteude mit meinen Fotos von Vancouver. 🙂
















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