Die schlimmste Giftmörderin aller Zeiten

Isabella Müller Den Haag Niederlande @isabella_muenchen

Die schlimmste Giftmörderin aller Zeiten, die selbst im Guinness-Buch der Rekorde aufgeführt ist, war Maria Catharina Swanenberg, besser bekannt als „Goeie Mie“, zu deutsch die „gute Mia“. Auf das Konto der guten Mia sollen mehr als 100 Menschenopfer gehen, von denen 27 starben. Am 9. September 1839 wurde Mia im Elendsviertel der holländischen Stadt Leiden, dem Geburtsort des legendären Barockkünstlers Rembrandt, geboren. Leiden war eine Industriestadt, in der mehr als 48.000 Menschen lebten. Mias Vater schuftete als Fabrikarbeiter sechs Tage die Woche 10 Stunden lang. Trotzdem konnte er die Familie, die in einer Bruchbude lebte, mit seinem kargen Lohn kaum ernähren. Ihre Hauptnahrung bestand aus Kartoffeln, mehr war nicht drin. Als Mias Vater aus lauter Frust zu trinken anfing, konnte die Familie die Miete bald nicht mehr bezahlen. Sie landeten auf der Straße. Mia arbeitete bereits mit 12 Jahren. Sie hütete Kinder, pflegte Kranke oder wusch die Wäsche anderer. Sie half, wo sie konnte, was ihr den Namen „gute Mia“ einbrachte. Nachdem Mia zwei Töchter zur Welt gebracht hatte, heiratete sie im Mai 1868 den 5 Jahre jüngeren Fabrikarbeiter Johannes van der Linden. Mias Leben schien sich endlich zum Guten gewandelt zu haben. Aber der Verlust von sechs ihrer neun Kinder in 11 Jahren stürzte sie in eine tiefe Krise. Sie begann wie ihr Vater ab 1877 zu trinken. Anno 1879 startete Mia ihre Karriere als Giftmörderin. Zu ihrer tödlichen Waffe wurde Arsenik, ein Schädlingsbekämpfungsmittel das leicht erhältlich war. Dieses kaufte Mia in der Drogerie De Ruyter in Form eines Mittels gegen Wanzen. Der Arsenikpuder wurde mit Weißkalk vermischt verkauft, da dieses Operment oftmals nicht sorgfältig gemischt war, konnte man etwas Gift abschöpfen. Dies tat Mia und vergiftete ihre Nachbarn, Bekannten und selbst vor Familienmitgliedern machte sie nicht Halt. Ihre Opfer starben einen äußerst qualvollen Tod. Durchfälle und Erbrechen gepaart mit Krämpfen und Schmerzen sowie Bewusstseinstrübungen und Sehstörungen durchlebten die Opfer bis zu deren Tod durch Dehydrierung oder Organversagen. Aber warum tötete Mia? Ihr Motiv war recht simpel: Geldgier! Mia schloss für fremde Personen eine Bestattungsversicherung ab, dabei konnte die Person mehrmals versichert werden. Man musste nur pünktlich die Prämien zahlen, was Mia tat. Sie versicherte also eifrig ihre Bekannten, Nachbarn und Verwandten. Danach tötete sie diese mit Arsenik und kassierte die Versicherungssumme. Anschließend organisierte sie aufopferungsvoll die Beerdigungen, woran sie ebenfalls verdiente. Mit ihrem mörderischen Handwerk häufte sich Mia ein kleines Vermögen an. Auch ihre Schwägerin Cornelia sowie ihre Neffen Willem und Arend de Hees vergiftete Mia 1881, was ihr 149 Gulden einbrachte. Piet, der Bruder der Neffen, überlebte zwar. Doch als besorgte Tante schickte sie ihm vergiftete Brötchen ins Krankenhaus. In Mias Umfeld starben die Menschen wie Fliegen, doch keiner hegte auch nur den geringsten Verdacht gegen die gute Mia, die selbstlos am Sterbebett der Opfer ausharrte und bis zu ihrem Tod für sie sorgte. Auch als ihr Nachbarsmädchen Suzanna sowie deren Katze, der Mia vergiftete Milch verabreicht hatte, starben, verdächtigte niemand Mia. Da die Opfer aus der untersten sozialen Schicht kamen, wurde oftmals kein Arzt geholt und wenn doch fiel die Untersuchung recht oberflächlich aus. Aber Mia begann mit der Zeit immer mehr Menschen zu töten. So vergiftete sie auf der Beerdigung des Nachbarmädchens grundlos alle Trauergäste. Die Giftmorde waren wie eine Droge geworden, von der sie nicht mehr lassen konnte. Sie hatte Besitz von ihr ergriffen. Sie fühlte sich mächtig, wenn sie einen Menschen tötete. Mia vergiftete den kleinen Hendrik sowie dessen Mutter Maria Frankhuizen und deren Ehemann. Dieser schaffe es noch vor seinem Tod einen Arzt aufzusuchen, der vermutete, dass die Familie vergiftet worden war und Anzeige erstattete. Im Laufe der Untersuchungen geriet Mia ins Visier der Ermittler. Eine Zeugin hatte gesehen, dass Mia ins Haus der Familie Frankhuizen gegangen war, obwohl diese nicht zuhause waren. Weitere Zeugen sagten aus, dass Mia oft mit Bestattungsversicherungen zu tun hatte. Die Ermittler machten bei Mia eine Hausdurchsuchung, wo sie eine Bestattungsversicherung fanden, die auf den kleinen Hendrik Frankhuizen ausgestellt war. Am 15. Dezember 1883 wurde Mia von der Polizei verhaftet. Kurz danach gestand sie den Mord an der Familie Frankhuizen, deren Leichen obduziert wurden. Darüber hinaus wurden 13 Leichen exhumiert. Alle wiesen Spuren von Arsenik auf. Insgesamt ermittelte die Polizei gegen Mia 1,5 Jahre, in denen sie 90 Sterbefälle untersuchte. Am 23. April startete am Gerichtshof von Den Haag Mias Prozess. Zunächst leugnete sie. Dann räumte sie ein etwas Pfeffer oder Chlor ins Essen der Familie Frankhuizen getan zu haben, da sie die Familie krank machen wollte. Sie wollte sich dafür rächen, dass der Vater der Familie Frankhuizen sie sexuell belästigt habe. Letztendlich knickte Mia ein und gestand die Familie mit Arsenik vergiftet zu haben. Während des gesamten Prozesses zeigte Mia keinerlei Reue. Selbst ihr Anwalt C.A. Vaillant sagte in seinem Schlussplädoyer, dass nie ein „größerer Unmensch auf der Anklagebank“ gesessen habe. Am 1. Mai 1885 wurde Maria Catharina Swanenberg wegen dreifachen Mordes, obwohl sie 65 Menschen vergiftet hatte, von denen 24 starben, zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Ihre Berufung wurde von dem Kassationsgericht am 29. Juni 1885 abgelehnt. Der Prozess machte Maria Catharina Swanenberg weltberühmt, die als die Giftmischerin von Leiden in die Kriminalgeschichte einging. Am 11. April 1915 verstarb Mia im Zuchthaus von Gorinchen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Den Haag, wo einst Mia vor Gericht stand und zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!