Einer der skurrilsten Kriminalfälle Deutschlands, der bis heute als Klassiker des Strafrechts gilt, ist unter dem Namen „Der Katzenkönig“ bekannt. Dieser handelt davon, dass eine Person allein durch die Ausübung von psychischem Druck derart manipuliert werden kann, dass sie bereit ist, einen Mord zu begehen. Die Hauptpersonen in diesem spannenden Kriminalfall waren 3 Personen, die in ein schicksalhaftes Beziehungsgeflecht gerieten. Anno 1986 kam der Polizeibeamte Michael R. bei seinem Feierabendbier in einer Kneipe im Sauerland ins Gespräch mit dem Pärchen Barbara H. und Peter P. . Dieses Gespräch war der Anfang einer tragischen Verbindung, die tatsächlich in einem Mordversuch endete. Michael R. war eine labile Person, die sich zu gern Barbaras Märchen über den Katzenkönig anhörte. Dieser verkörperte seit Jahrhunderten das Böse, dessen Ziel es war die Menschheit zu vernichten. Damit dies nicht passieren würde, musste dem Katzenkönig laut Barbara und Peter ein Menschenopfer gebracht werden. Dieses sollte ausgerechnet Annemarie N., die neue Ehefrau von Barbaras einstigem Lebensgefährten Udo N. sein. Jeder bei normalen Menschenverstand hätte dies als Schwachsinn oder Verschwörungstheorie abgetan, nicht so Michael. Dieser war Barbara und Peter hörig, die ihn durch eine Art Gehirnwäsche komplett unter Kontrolle hatten. Sie überzeugten ihn davon, dass nur er die Menschheit vor dem Katzenkönig retten konnte, wenn dieser Annemarie tötete. Michael glaubte wirklich an die Existenz des Katzenkönigs, weshalb er am 30. Juli 1986 den Blumenladen von Annemarie aufsuchte, wo er ihr achtmal ein Fahrtenmesser dass ihm Peter besorgt hatte, in ihren Körper rammte. Passanten eilten Annemarie zur Hilfe, die schwer verletzt überlebte. Da der Groll des Katzenkönigs ausblieb und nichts von den Prophezeiungen des Psycho-Pärchens eintraf, brach Michael sein Schweigen. Dies führte zur zentralen Frage vor Gericht, wer eigentlich der wahre Täter wahr. Nach langwierigen Verhandlungen am Landgericht Bochum, einem Revisionsverfahren durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe und einer Neuaufnahme der Verhandlungen erhielt Barbara H. statt lebenslänglich eine Haftstrafe von 14 Jahren. Auch ihr Partner bekam statt lebenslänglich eine Strafe zu 11 Jahren. Beide waren die Drahtzieher hinter dem Mordversuch an Annemarie N. gewesen. Michael R. war wegen wahnbedingter Realitätsblindheit nur vermindert schuldfähig, weshalb er zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren verurteilt wurde. Damit endete einer der ungewöhnlichsten Kriminalfälle Deutschlands. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Münster, das wie das Sauerland im Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt, wo sich einst das Trio Infernale in einer Kneipe kennen gelernt hatte. 🙂
















Entdecke mehr von Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
