Der Bellwinkel-Prozess gilt als einer der spannendsten Kriminalfälle in Deutschland. In dessen Mittelpunkt stand der 61 Jahre alte Oberbaurat Ludwig Bellwinkel aus Kempen am Niederrhein, der des Mordes an seiner ersten und zweiten Ehefrau angeklagt worden war. Bellwinkel war ein kleiner Mann mit Halbglatze, dem auf den ersten Blick niemand einen Mord zutrauen würde, schon gar nicht zwei Morde. Der Prozess fand im kreisrunden Saal 143 des Krefelder Landgerichts Anfang des Jahres 1960 statt, bei dem 10 Sachverständige und 4 Psychiater anwesend waren. Am 25. September 1958 war es zwischen dem Ehepaar Ruth und Ludwig Bellwinkel beim gemeinsamen Abendessen zu einem lautstarken Streit gekommen, da Ruth hinter Ludwigs außereheliche Affären mit anderen Frauen gekommen war. Ludwig Bellwinkel hatte diese in Tageszeitungen unter der Rubrik Freundschaft zwecks Freizeitgestaltung seit 1954 gesucht und war dort viermal fündig geworden. Dies schmeckte Ruth so gar nicht, die noch am selben Abend tot in ihrem Zimmer aufgenommen wurde. Laut Ludwig hatte sie mit seiner Walther-Pistole Kaliber 6,35 Millimeter Selbstmord begangen. Im Verhör mit dem Kempener Kripo-Chef Best, hatte Ludwig Bellwinkel ausgesagt, dass er an jenem Abend in seinem Zimmer Dienstakten aufgearbeitet hatte, bis er einen lauten Knall gehört hatte. Er rannte sofort zum Zimmer seiner Ehefrau, die tot in ihrem Bett lag. Als er ihren Puls fühlen wollte, fiel die Pistole auf den Bettvorleger. Er rief sofort den Medizinalrat Dr. Roberg an, der gegen 24 Uhr die Todesbescheinigung ausstellte. Ob es sich tatsächlich um Suizid handelte, musste die Kriminalpolizei klären. Wenige Monate nach dem Tod von Ruth wurde Ludwig Bellwinkel an seinem 60. Geburtstag, am 15. Oktober 1958, wegen Mordverdachts an seiner ersten Ehefrau Alma und an seiner zweiten Ehefrau Ruth verhaftet. Bei den Ermittlungen der Kripo war diese auf den dubiosen Selbstmord von Bellwinkels erster Ehefrau gestoßen. Darüber hinaus hatten die Sachverständigen festgestellt, dass der Schuss auf seine zweite Ehefrau Ruth aus einer Entfernung von einem halben Meter abgegeben worden war, was nicht wirklich für einen Selbstmord sprach. Verdächtig war zudem, dass es keine Fingerabdrücke auf der Pistole gab. Ruth hatte keine Handschuhe getragen und konnte nach ihrem angeblichen Selbstmord unmöglich die Pistole gesäubert haben. Ludwig Bellwinkel gestand, dass seine erste Ehefrau Alma im Sterben lag, als er in ihr Zimmer gekommen war. Er wollte ihr natürlich einen Gefallen tun, weshalb er ihr einen Gnadenschuss verpasste, um so ihr Leiden zu beenden. Ludwig Bellwinkels erste Ehefrau Alma hatte am 30. Dezember 1944 in Berlin Selbstmord begangen. Sie hatte sich wie seine zweite Ehefrau Ruth erschossen. Konnte dies ein Zufall sein? Nachdem Bericht der Sachverständigen änderte Ludwig Bellwinkel erneut seine Aussage. Er gab an, dass er Ruth die Waffe unter dem Kopfkissen wegnehmen wollte, als sich plötzlich ein Schuss löste. Danach gestand er diese im Streit erschossen zu haben. Letztendlich gab Ludwig Bellwinkel den Mord an seiner ersten Ehefrau Alma 1944 sowie den Mord an seiner zweiten Ehefrau Ruth 1958 und die Vergiftung der Tänzerin Hansi Sterner 1928 nach einem Abtreibungsversuch zu. Letztere war aber erst 1942 an einem natürlichen Tod gestorben. Nach seinem Geständnis, widerrief Ludwig Bellwinkel dieses wieder. Am 13. Februar 1960 verurteilte das Schwurgericht Krefeld Ludwig Bellwinkel wegen zweifachen Mordes an seinen beiden Ehefrauen anno 1944 und 1958 zu einer lebenslangen Haftstrafe. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Oberbaurat Ludwig Bellwinkel beide Ehefrauen ermordet hatte, um seine Affären zu verbergen. Damit hatte die Gerechtigkeit doch noch gesiegt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos aus der schönen Stadt Münster, die wie Krefeld im Bundesland-Nordrhein-Westfalen liegt, in dem Ludwig Bellwinkel als zweifacher Gattinnenmörder überführt wurde. 🙂













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