Eine wunderschöne Halbinsel, die glatt aus einem Märchenbuch entsprungen sein könnte, ist Marken in der niederländischen Provinz Noord-Holland. In dieser Insel am Markermeer, die erst seit 1957 über einen Deich mit dem Festland verbunden ist, ist bis heute die Atmosphäre einer längst vergangenen Zeit zu spüren, weshalb Marken seit mehr als 100 Jahren als touristischer Hotspot gilt. Erstmals erwähnt wurde Marken im 13. Jahrhundert, dessen erste Bewohner friesische Mönche waren, die von Ackerbau, Viehzucht und Fischerei lebten. Um die Insel vor dem Wasser zu schützen, wurden Deiche errichtet. Nachdem im 14. Jahrhundert die Insel in den Besitz der Grafschaft Holland überging, wurden die Mönche vertrieben. Seitdem wurden die Deiche vernachlässigt, weshalb es immer wieder zu Deichbrüchen kam. Da die Deichbrüche den Bewohnern schwer zusetzten, mussten diese ihre Häuser auf Stelzen auf kleinen Hügeln, sogenannten Warften bauen. Insgesamt entstanden 27 Warften, von denen 12 vom Wasser verschluckt wurden. Heute existieren noch 15 dieser Warften, von denen 12 bewohnt sind und eine als Friedhof dient, der als einer der merkwürdigsten der Niederlande gilt, da die Grabsteine außer Nummern keine Inschriften tragen. Die alten grün gestrichenen Holzhäuser auf Stelzen mit ihren weißen Giebeln und Fensterrahmen sind zum Markenzeichen von Marken geworden, das heute hauptsächlich vom Tourismus lebt. Früher war die Haupteinnahmequelle von Marken die Fischerei. Doch nach der Flutkatastrophe von Noord-Holland im Jahr 1916, die Marken hart traf, kam es 1932 zur Errichtung eines Abschlussdeiches. Dieser 32 Kilometer lange Damm zwischen den Provinzen Noord-Holland und Friesland riegelt die ehemalige Zuidersee gegenüber der Nordsee ab. Dies bedeutete zwar das Ende der Fischerei für Marken, aber sorgte für Sicherheit der Einwohner und deren Stelzenhäuser. Das Herz dieses Bilderbuchdorfes, in dem die Bewohner noch heute stolz ihre farbenfrohe Tracht aus dem Mittelalter tragen, ist der alte Hafen mit seinen gemütlichen Cafés, Restaurants und kleinen Läden. Neben dem Marker Museum, das aus 6 alten Inselhäuschen besteht, in denen das alte Leben der Fischerfamilien dokumentiert ist, gibt es sogar eine Holzschuhfabrik zu besichtigen, die zeigt wie aus einem Holzklotz ein Schuh entsteht. Marken ist ein herrliches kleines Eiland, in der die Zeit einfach still zu stehen scheint. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Bilderbuchdorf Marken. 🙂























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