Ein abscheuliches Verbrechen ereignete sich im Oktober 2011 in Leipzig an dem 23 Jahre alten Jonathan H., der vergewaltigt, mit 22 Messerstichen malträtiert, kastriert, zerstückelt und anschließend in Müllsäcken in das Elsterbecken geworfen wurde. Dieses grausame Verbrechen kam ans Licht, da ein Mann an einem grauen Sonntag im November unweit des Palmengartens nach Pilzen suchte. Doch statt dieser fand er einen Arm am Ufer der Weißen Elster. Er verständigte sofort die Polizei. Als diese eintraf und den Arm sicherte, entdeckten sie in der Nähe des Ufers einen zweiten Arm, der im Wasser schwamm. Zunächst ging die Polizei davon aus, dass die Arme von einem Selbstmörder stammten, da sich viele im Elsterbecken das Leben nahmen. Doch als sie beide Arme näher betrachteten, stellten sie fest, dass alle 10 Fingerkuppen abgehackt worden waren. Es handelte sich also um einen Mord. Schon am nächsten Tag suchten Taucher der Polizei nach weiteren Leichenteilen und fanden unter der Zeppelinbrücke einen widerlich verstümmelten Torso im Schlick. Nun galt es die Identität der Leiche zu klären. Es handelte sich um einen jungen Mann mit schwarzen Haaren. Da keine Vermisstenanzeige auf den zerstückelten Toten passte, wandte sich die Kriminalpolizei nach 2 Wochen an die Öffentlichkeit und setzte eine Belohnung von 5.000 Euro aus. Eine Woche strich ins Land, bis sich Maria B. auf dem Polizeirevier meldete. Seit einiger Zeit hatte sie kein Lebenszeichen von ihrem Bekannten dem Halbvietnamesen Jonathan H. gehört, obwohl dieser mit ihr und anderen Freunden aus der Leipziger Manga-Szene nach Bayern zu einer Cosplay-Convention fahren wollte. Jonathan hatte schon 150 Euro des Eintrittsgeldes anbezahlt, war aber nicht zum vereinbarten Treffpunkt am Leipziger Hauptbahnhof erschienen. Die Personenbeschreibung von Jonathan, der 23 Jahre alt, eine sportliche Figur und schwarzes Haar hatte, passte auf die zerstückelte Leiche. Anhand der DNA-Proben konnte diese tatsächlich als Jonathan H. identifiziert werden. Doch wer hatte diesen auf so bestialische Art und Weise ermordet? Um diese Frage zu klären, durchforstete die Kripo Jonathans Leben. Jonathan wuchs ohne seinen vietnamesischen Vater, bei seiner streng gläubigen deutschen Mutter. Denn die Beziehung war kurz nach Jonathans Geburt in die Brüche gegangen. Jonathan hatte seinen Vater nie kennengelernt, da dieser in seine Heimat zurückgekehrt war. Jonathans Mutter schottete ihren Jungen regelrecht von der Außenwelt ab, der als hochintelligent galt und Gymnasiast an der christlichen Christopherus-Schule in Droyßig bei Zeitz war. Er galt als liebenswerter Computerfreak, der sich brennend für Physik interessierte und dessen Lieblingsort die Schulbibliothek war, wo er Raum und Zeit vergaß, wenn er in Fachbüchern, seine Lieblingslektüre, vertieft war. Anno 2008 machte Jonathan sein Abitur und zog in eine eigene Wohnung im Leipziger Südwesten, wo ihn das Alltagsleben einholte. Denn Jonathan, der in seiner Freizeit sogar dabei war ein Computerspiel zu programmieren, kam mit den Strukturen des Alltags nicht zurecht. Er hatte zwar gelegentliche Jobs in der IT-Branche, lebte aber kurz vor seiner Ermordung von Hartz IV. und hatte zudem ständig wechselnde Männerbekanntschaften. Jonathan machte aus seiner Homosexualität keinen Hehl, der es liebte Comics zu zeichnen, sich seine Fingernägel schwarz zu lackieren und sich auch mal in Frauenkleidern fotografieren ließ. Seine Passion von Mangas teilte er mit anderen Manga-Fans, die sich einmal im Monat bei McDonalds am Leipziger Hauptbahnhof trafen, wo sich sich über Mangas austauschten. Jonathan liebte den Manga „NARUTO“, der zu einer der beliebtesten Manga-Serien weltweit zählt. Bei diesem dreht sich alles um Naruto, der einfach der beste Ninja seines Dorfes werden will. Jonathan flüchtete sich zu gern in die Fantasiewelt der Mangas, die ihn den Alltag mit seinen Regeln und Pflichten vergessen ließ. Nachdem Jonathan identifiziert war, machten seine Leipziger Manga-Freunde ihm zu Ehren Anfang Dezember einen Trauermarsch durch Leipzig. Die Kripo befragte viele Freunde und Bekannte zu dem verpeilten Computerfreak. Doch einer von Jonathans engsten Freunden reagierte auf die Vorladungen bei der Polizei als Zeuge aussagen nicht. Dieser war der gleichaltrige Benjamin H., den Jonathan auf einer Geburtstagsparty kennen gelernt hatte. Der rothaarige, introvertierte, hagere Typ mit Brille war wie Jonathan ein Computerfreak. Beide freundeten sich an. Benjamin stammte aus Arnstadt in Thüringen, der aufgrund seines Stotterns seit seiner Kindheit von anderen Kindern gemobbt wurde. Er besuchte zwar das Gymnasium, musste dieses jedoch aufgrund seiner schlechten Noten verlassen. Er begann eine Ausbildung als Bäcker, träumte aber heimlich davon Science-Fiction-Autor zu werden. Als Benjamin nach Leipzig zog, wo er im Stadtteil Lindau eine Dachgeschosswohnung in der Spittastraße fand, begann er eine zweite Lehre als Physiotherapeut. Nach dem Mord an Jonathan war dieser untergetaucht. Er hatte sich beim Anwohnermeldeamt abgemeldet, ohne eine neue Adresse zu hinterlassen. Mitte Dezember hatten ihn seine Eltern als vermisst gemeldet. Anhand von einer Handyrechnung von Benjamin konnte die Kripo feststellen, dass dieser mit einem Mann aus Kassel nach Jonathans Tod telefoniert hatte. Dieses Telefon ließen sie überwachen. Als die Beamten im Hintergrund einen Mann stottern hörten, klickten die Handschellen. Fünf Monate nach dem Fund der Leichenteile im Elsterbecken wurde Benjamin H. verhaftet, der ein Geständnis ablegte, das er widerrief, um letztendlich doch noch den Mord an Jonathan zu gestehen. Denn die Beweise waren erdrückend. Die Beamten hatten in Benjamins Wohnung ein Diktiergerät gefunden, in dem er seine Mordfantasien an einem homosexuellen Mann schilderte sowie Blutspuren von Jonathan im Bad und in der Küche. Zudem befanden sich dessen Fingerabdrücke auf einem vermeintlichen Abschiedsbrief, der in Jonathans Wohnung gefunden worden war. Benjamin hatte den Mord an Jonathan genaustens geplant. Er hatte zuvor schon einmal versucht einen homosexuellen Mann in seine Wohnung zu locken, um ihn dann zu töten, doch dieser Versuch missglückte, weshalb Jonathan dran glauben musste. Am 12. Oktober 2011 hatte Benjamin Geburtstag. Er lud Jonathan zu sich in seine Wohnung ein, um diesen gemeinsam zu feiern. An jenem Tag wollte er sich selbst mit dem Mord an Jonathan beschenken. Diesen schlug er mit einer Eisenstange bewusstlos, vergewaltigte ihn, stach 22 Mal mit einem Messer in Hals und Rücken, bevor er ihm seine Genitalien abschnitt. Jonathans Todeskampf dauert qualvolle 20 Minuten. Anschließend schleifte er diesen ins Bad, wo er ihn mit einem Sägemesser in Stücke schnitt. Danach packte er die Leichenteile in Müllsäcke und stellte sie in den Kühlschrank, ehe er sich zu einem anderen Freund aufmachte, wo eine Geburtstagsparty für Benjamin stattfand. In den nächsten Tagen entsorgte er die Leichenteile im Elsterbecken. Bis heute konnte der Kopf von Jonathan nicht gefunden werden. Ein Gutachter diagnostizierte bei Benjamin „schizoide Persönlichkeitsstörung“. Die Schwurgerichtskammer Leipzig verurteilte Benjamin H. zu 14 Jahren Haft und ließ ihn in ein psychiatrisches Krankenhaus einweisen, wo er bis heute leben soll. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Leipzig, der Heimat von Jonathan, bis er von seinem guten Freund Benjamin ohne Skrupel auf grausame Weise ermordet wurde. 🙂




















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