Das Wahrzeichen der Stadt Kleve am Niederrhein, das die Silhouette der Stadt prägt, ist die imposante Schwanenburg. Diese Burg, die wahrscheinlich im 11. Jahrhundert von den Grafen von Kleve auf einem spornartigen Ausläufer des Niederrheinischen Höhenzuges erbaut wurde, wurde erstmals urkundlich 1092 vom Grafen Dietrich I. von Kleve erwähnt. Damals hieß die Burg noch „het slot van Kleef“, deren heutiger Name auf die uralte Sage vom Schwanenritter zurückgeht. Anfang des 8. Jahrhunderts lebte in Kleve der Graf Dietrich, der über das Klever Land herrschte. Schon früh war dessen Gemahlin verstorben, mit der er eine einzige Tochter namens Beatrix gezeugt hatte. Als der Graf verstarb, war Beatrix noch eine junge, unverheiratete Frau, die nun ganz allein die Ländereien ihres Vaters gegen Feinde verteidigen musste. Beatrix hatte treue Gefolgen, mit denen sie sich auf die Burg zurückzog. Bald schon wurde diese umzingelt. Es folgten mehrere Angriffe auf die Burg. Aber Beatrix Truppen konnten die Burg immer wieder verteidigen. Doch langsam ging den tapferen Männern die Kraft aus und die Vorräte wurden immer knapper. Beatrix wollte schon kapitulieren, als sie vom Turm der Burg auf dem Rhein einen Schwan erblickte, der an einer goldenen Kette ein Boot zog. Auf diesem stand ein stattlicher Ritter mit goldenem Schwert in der einen und einem silbernen Schild in der anderen Hand. Er trug um die Schultern ein Samtband mit Jagdhorn und einen großen Diamantring am Finger. Als der Schwan das Ufer erreichte, stieg der Ritter vom Boot. Genau in diesem Augenblick griffen die Feinde die Burg erneut an. Der Ritter blies in sein Jagdhorn und eilte zur Hilfe. Er kämpfte wie ein Berserker und schaffte es, dass die Feinde die Flucht ergriffen. Beatrix war überglücklich, die den Ritter aus ihren Träumen kannte. Bald danach folgte die Hochzeit. Dieser hatte der Ritter unter der Bedingung zugestimmt, dass Beatrix nie nach dessen Herkunft und Namen fragen dürfe, denn sonst müsse er sie für immer verlassen. Viele Jahre vergingen, in denen Beatrix und ihr Schwanenritter glücklich zusammenlebten. Drei Söhne gebar Beatrix, die Dietrich, Gottfried und Konrad hießen. Ihr Glück schien perfekt. Doch immer mehr quälte Beatrix und ihre Söhne die Frage, woher ihr Vater stammte. Eines Tages übermannte Beatrix die Neugierde und sie stellte ihrem Prinzen die Frage, der antwortete, dass er Elias heiße und aus dem irdischen Paradies komme. Just in diesem Moment tauchte der Schwan auf, der Elias für mitnahm. Beatrix weinte bittere Tränen, die jeden Tag zum Turm lief und Ausschau nach ihrem Schwanenritter hielt. Doch vergeblich. Beatrix verstarb noch im selben Jahr vor lauter Kummer. Ihre drei Söhne erreichten Rum und Ansehen. Der älteste Sohn Dietrich wurde der neue Herzog von Kleve, der das goldene Schwert und das silberne Schild erbte. Sein Bruder Gottfried wurde Graf von Lohn, der das Jagdhorn bekam. Der jüngste Sohn Konrad wurde Stammvater von Hessen, der den Diamantring erhielt. Der Geist ihrer Mutter soll übrigens bis heute im Turm umherspuken, wo er jeden Tag Ausschau nach dem Schwanenritter hält. Diese Legende war der Anlass, dass die Klever Grafen 1233 ihr Wappen um den Karfunkel, der auf den Schwanenritter verweist, erweiterten, was im 19. Jahrhundert zur Namensänderung in Schwanenburg führte. Der Graf Dietrich IV. gründete westlich der Burg die Siedlung Kleve, der er am 24. April 1242 die Stadtrechte verlieh. Nachdem Aussterben des Grafengeschlechts 1368 gelangte die Grafschaft Kleve mit Burg in den Besitz der Grafen von Mark. Adolf II. von Kleve-Mark wurde 1417 von Kaiser Sigismund zum Herzog von Kleve ernannt. Im 16. Jahrhundert erweiterten diese ihre Macht, weshalb die Burg nur noch äußerst sporadisch als Regierungs- und Wohnsitz diente. Nachdem Tod von Herzog Wilhelm kam die Burg in den Besitz der Markgrafschaft Brandenburg. Diese erlebte ab 1649 unter dem brandenburgischen Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siege ihre Blütezeit, da Kleve in den Rang der dritten brandenburgischen Residenzstadt erhoben wurde. Unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm wurde Kleve zur prunkvollen Parkstadt. Erst im 18. Jahrhundert verlor die Stadt und die Burg an Bedeutung, weil der Fokus der Residenzfunktion sowie der Regierungs- und Verwaltungstätigkeit nach Berlin und Potsdam verlegt wurde. Heute ist die Schwanenburg Sitz des Amts- und Landgerichts Kleve, dessen Turm auf mehreren Etagen eine geologische Sammlung des Klever Heimatmuseums beherbergt. Bei meinem Besuch der Stadt Kleve, kam auch ich an der legendären Schwanenburg vorbei, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂










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