Wolgast und sein Museumshafen am Peenestrom

Das bekannteste Wahrzeichen von dem beschaulichen Städtchen Wolgast ist zweifelsohne die Peenebrücke über dem Peenestrom, die die Insel Usedom mit dem Festland verbindet, weshalb Wolgast auch als Tor zur Insel Usedom bezeichnet wird. Diese strategische Lage am Peenestrom war dafür verantwortlich, dass Wolgast gegründet wurde. Denn von dort konnten im Mittelalter und der frühen Neuzeit alle am Oderhandel beteiligten hochseetauglichen Schiffe mit entsprechenden Tiefgang über den Peenestrom aus dem Stettiner Haff in die Ostsee verkehren. Kontrolliert wurden die Handelsströme und der Zugang zum Haff von den Pommernherzögen, die auf der Schlossinsel im Peenestrom von 1295 bis 1625 im Renaissanceschloss residierten, was Wolgast den Beinamen Herzogenstadt einbrachte. Da der Pulverturm des Schlosses während des Dreißigjährigen Krieges von einer Kanonenkugel getroffen wurde, blieb nur noch eine Ruine vom Schloss übrig, die 1820 abgetragen wurde. Die damaligen Zolleinnahmen spielten viel Geld in die Taschen der Landesherren. Doch nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gehörte Wolgast zwar zu den Schweden, aber die Herrscher und die Regierung saßen in Stockholm, also weit weg. Dadurch konnte Wolgast ein wohlhabendes und selbstbewusstes Bürgertum entwickeln, dessen wichtigstes Exportgut das pommersche Getreide war. Dieses wurde nicht nur nach England, Belgien, die Niederlande, Südskandinavien, sondern auch seit 1836 nach Amerika verschifft. Damit erlangte der Wolgaster Weizen sogar Weltruhm. Aber auch Hering, Kreide aus Rügen, Holz, Erbsen und Malz wurden verschifft. Allein 1865 gab es 86 Schiffe im Heimathafen Wolgast. Darunter waren 52 Seeschiffe und 34 Küstenfahrer, die auf hiesigen Schiffbauplätzen produziert wurden. Diese lagen am Nordostkai der Schlossinsel und entlang am Wolgaster Festland. Anfang des 19. Jahrhunderts war Daniel Nicolas Runge einer der einflussreichsten Reeder, der 17 Schiffe besaß. Von diesem und den Reedern Johann Friedrich Homeyer und dessen Sohn August Wilhelm sowie den Reederfamilien Rassow, Neumann und Wallis zeugen bis heute deren prunkvolle Wohn- und Warenhäuser in der Burgstraße und der Langen Straße. Anno 1835 wurde im Auftrag von August Wilhelm Homeyer der größte Fachwerkspeicher im Ostseeraum erbaut. Darin konnten sage und schreibe 5 Tonnen Getreide getrocknet und deponiert werden. Dieser fiel jedoch 2006 einem Brand zum Opfer. Das wichtigste Importgut von Wolgast war bis ins 19. Jahrhundert die Steinkohle aus Großbritannien. Ebenso wurde Farbholz aus Südamerika und Zitrusfrüchte aus dem Mittelmeer nach Wolgast importiert. Doch mit dem Stahlschiffbau und dem Dampfantrieb verlor die Seehandelsstadt Wolgast an Bedeutung, da nun größere Schiffe mit mehr Tonnage und Tiefgang die alten Holzsegler ablösten. Grund dafür war auch, dass durch die neu geschaffene Kaiserfahrt südlich von Swinemünde von 1825 bis 1880 die Handelsroute an Wolgast vorbeiführte. Aufgrund der Schutzzölle des 1871 gegründeten deutschen Reiches auf Getreide und Eisen wurde der freie Handel der Kaufleute aus Wolgast endgültig der Garaus gemacht. Doch der Hafen spielte trotzdem weiterhin eine wichtige Rolle. Nicht nur wegen der Fischerei, sondern auch wegen den dort neu entstandenen Industrien. Am Hafen siedelten sich unterschiedliche Gewerke an, deren Rohstoffe über den Seeweg bezogen oder ihre Waren von dort verschifft wurden. Ab 1886 gab es dort neben der Granitschleiferei Hermann Röhl, auch das 1888 gegründete Gußstahlwerk auf der Schlossinsel und die 1868 eröffnete Farbholzmühle Schmidt, in der Tropenhölzer für das industrielle Färben von Textilien verarbeitet wurden. Selbst der Fertighausbau der charakteristischen Bäderarchitektur der Insel Usedom war seit 1868 eng mit dem Hafen und der Wolgaster Aktiengesellschaft für Holzverarbeitung verbunden. Auch ich kam bei meinem Besuch von Wolgast an ihrem traditionsreichen Museumshafen zwischen der Insel Usedom und dem Festland an der B 111 mit seinen vielen Fischrestaurants vorbei, der nicht nur Abfahrtsort für Hafenrundfahrten sowie Schifffahrten, sondern auch Anlegestelle für Segelyachten und Hausboote ist und mit dessen Fotos ich Dir einfach viel Freude wünsche. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!