Eine der ältesten und gleichzeitig modernsten Burgen der Niederlande ist das Kasteel De Keverberg im Herzen des Dorfes Kessel in der niederländischen Provinz Limburg. Diese über 1000 Jahre alte auf einem Hügel über der Maas liegende hochmoderne Burg, ist eine der wenig erhaltenen Mottenburgen in den Niederlanden, deren Geschichte mit der Verleihung der Zollrechte von dem deutschen Kaiser Otto II. an seinen Lehnsmann Ansfried im Jahr 950 beginnt. Daraufhin errichteten die Grafen von Kessel am wichtigen Knotenpunkt der Handelsroute an der Maas und am Land einen 15 Meter hohen viereckigen Steinturm, von dem aus sie die Mautgebühren erhoben. Dieser wurde um 1250 teilweise abgerissen und unter einem künstlichen Erdhügel, einer sogenannten Motte, begraben. Auf diesem wurde ein Ringwall errichtet. Anno 1279 wurde die Burg aus finanziellen Gründen an Rainald I. Graf von Geldern für 1000 Kölner Mark verkauft. In dieser Zeit wurde die Burg um einen Torturm, einen Wohnturm und einen Turm zur Maas erweitert. Dadurch entstand eine Burganlage, die bis 1944 maßgeblich die Silhouette von Kessel prägte. Anno 1338 erwarben die Herren von Kessel erneut die Burg und das Landgut. Sie herrschten über 200 Jahre lang über die Region Nord-Limburg, bis die Burg 1541 in den Besitz der Familie Merwijck überging. Diese besaß die Burg 250 Jahre lang, die mehrfach von den Anhängern der Generalstaaten und Wilhelm von Oranien zerstört wurde. Doch die Familie Merwijck baute diese immer wieder auf. Gegen Ende des Achtzigjährigen Krieges wurde um die Burg im Jahr 1651 eine Mauer gebaut, die bis heute existiert. Im Jahr 1798 gelangte die Burg in den Besitz der Familie van Keverberg, von dieser ihr heutiger Name stammt. Der letzte adelige Bewohner war der Baron Fritz van Keverberg, dessen Leichnam nach seinem Tod im Garten der Burg vergraben wurde. Danach galt sein Leichnam 140 Jahre lang als verschollen, der erst wieder bei Ausgrabungen im Garten am 25. Juni 2015 auftauchte. Nachdem das Schloss leer stand, durfte der deutsche Klosterorden „Die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung“ die Burg für einen Gulden pro Jahr nutzen, die ein Mädchenpensionat und ein Internat für Schifferkinder dort betrieben. Diese Ära endete nachdem die Burg während des Zweiten Weltkrieges von den deutschen Truppen mit 2 Kilogramm Dynamit gesprengt wurde. Von der einstigen Burg blieb nur noch eine Burgruine übrig, die von der Gemeinde Kessel 1952 mit Garten und Nebengebäuden erworben wurde. Im Jahr 1994 wurden die Nebengebäude verkauft, die fortan eine eigenständige Hotel- und Restaurantfunktion haben. Dank einer Bürgerinitiative und unzähligen freiwilligen Helfern wurde aus der Burgruine die modernste Burg der Niederlande, die am 26. September 2015 feierlich eröffnet wurde. Bei der Rekonstruktion der Burg wurde der teilweise abgerissene Steinturm wieder sichtbar gemacht, der nun im Gewölbe der Burg besichtigt werden kann. Insgesamt hatte die Gemeinde 4,4 Millionen Euro für die Wiederherstellung der Burg gezahlt, die für kulturelle Veranstaltungen sowie Führungen genutzt wird. Um in diesen Genuss zu kommen, muss man über 50 Stufen bis zum Haupteingang erklimmen. Wenn man diese Mühe auf sich nimmt, wird man mit einem großartigen Panoramablick über das Maastal belohnt. Auch ich besuchte die modernste Burg der Niederlande, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂










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