Die Teynkirche in der tschechischen Hauptstadt Prag ist ein Ort voller Geheimnisse. Schon allein ihre Geschichte ist faszinierend. Erbaut im 13. Jahrhundert war sie lange Zeit das Zentrum des jüdischen Viertels in Prag. Doch dann kam der Pogrom von 1389 und die Juden mussten fliehen. Die Kirche wurde daraufhin zur Kirche der Hussiten. Heute ist die Teynkirche eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Goldenen Stadt, wie Prag genannt wird. Aber wer genauer hinsieht, entdeckt noch immer Spuren der bewegten Vergangenheit der Kirche. Besonders im Hof der Teynkirche, dem sogenannten „Ungelt“, soll es immer wieder zu unheimlichen Begegnungen der dritten Art kommen. Doch wer sind diese seltsamen Gestalten, die dort in mondhellen Nächten ihr Unwesen treiben? Einer dieser Gestalten wird als Türke bezeichnet. Er ist ein rätselhafter Zeitgenosse, der angeblich schon seit Jahrhunderten hier umher geistert. Manche sagen, er sein ein Derwisch, der einst vom Sultan nach Prag entsandt wurde, um die Kirche zu bewachen. Andere behaupten, er sei ein Dieb, der hier seine Beute versteckt hat. Jedenfalls gehört diese geheimnisvolle Gestalt mit seinem Schlüsselbund mittlerweile zum Inventar des Hofes der Teynkirche, der die seltsame Angewohnheit hat, mit seiner linken Hand stets einen Stein aufzuheben. Dann gibt es noch den Juden. Dieser soll ein wohlhabender Kaufmann gewesen sein, der einst im jüdischen Viertel gelebt hat. Als die Verfolgungen der jüdischen Bevölkerung begann, versteckte er seinen Schatz in der Kirche, bevor er fliehen musste. Seitdem soll er als rastloser Geist durch den Hof wandeln, auf der Suche nach seinem verlorenen Schatz. Zu guter Letzt gibt es noch den Wächter. Dieser ist kein Geist, aber nicht minder mysteriös. Niemand weiß so recht, wem er eigentlich dient. Manche munkeln, er bewache im Auftrag des Erzbischof die Kirche vor ungebetenen Gästen. Andere glauben, er sei ein Überbleibsel aus Zeiten, als die Hussiten hier waren. Wie dem auch sei, mit seiner beeindruckenden Gestalt und der blitzenden Hellebarde schüchtert er bis heute so manchen Besucher ein. Wer spätabends durch den Hof der Teynkirche schlendert, muss wachsam sein. Wer weiß, welchen Geistern und Gestalten man hier noch begegnen kann. Vielleicht trifft man den Türken, wie er mit seinem Schlüsselbund klirrt oder den ruhelosen Juden, der verzweifelt seinen Schatz sucht. Und wer weiß, vielleicht ertappt man sogar den geisterhaften Wächter bei seinen nächtlichen Runden. Eines ist sicher, die Teynkirche im Herzen der Goldenen Stadt, hält nachts so manche gespenstischen Überraschungen bereit, für jeden der genau hinsieht und seine Ohren spitzt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Prags historischer Altstadt. 🙂


























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