Einer der gefährlichsten Verbrecher, die aus einem spanischen Gefängnis entlassen wurden, ist der Spanier Joaquín Villalón Díez besser bekannt als der „Señorito-Killer“. Diesen Namen erhielt Joaquín aufgrund seiner eleganten Anzüge und seiner perfekten Manieren, die ihn als wahrhaften Gentleman mit seinem akkurat zurückgekämmten braunen Haar erscheinen ließen. In Wahrheit entpuppte sich Joaquín als Wolfs im Schafspelz, der nicht nur seine schwangere Freundin, sondern auch zwei Transvestiten brutal ermordete. Doch wie konnte es nur dazu kommen? Joaquín wurde am 11. Dezember 1955 in Mérida geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und erhoffte sich 1978 als er die Militärakademie in Saragossa eintrat, dass sich sein Leben zum Besseren wenden würde. Doch als Joaquín von den Behörden beschuldigt wurde eine Tankstelle überfallen zu haben, desertierte er und tauchte in Andorra unter. Dort legte er sich dank eines gefälschten Passes eine neue Identität zu und begann ein normales Leben zu führen. Er heiratete sogar und zeugte zwei Kinder. Aber die Ehe verlief unglücklich, weshalb das Ehepaar schnell getrennte Wege ging. Als er 1981 eine Stelle in einem Supermarkt antrat, lernte er die 25 Jahre alte Francisca „Paquita“ Gracia Coca kennen und lieben. Endlich schien sich Joaquíns Leben zum Guten zu wenden. Das Paar wollte sogar im August 1981 den Bund fürs Leben eingehen. Doch am 22. Juli 1981 kam es aufgrund von Paquitas Schwangerschaft zu einem heftigen Streit mit Joaquín, dem die Kerzen durchbrannten. Er erwürgte in Rage Paquita mit bloßen Händen. Drei Tage lang lebte er mit der toten Paquita zusammen, bevor er sie mit einer elektrischen Säge zerstückelte. Ihre sterblichen Überreste packte er in Säcke, die er an verschiedenen Orten in einem Waldgebiet unweit der Kleinstadt Bixessarri entsorgte. Diese Überreste entdeckten Polizisten, die in der Gegend unterwegs waren. Als die Identität des Opfers geklärt war, geriet Joaquín schnell ins Visier der Ermittler, der in eine kleine Jugendherberge in Madrid geflüchtet war. Dort wurde er schließlich verhaftet. Nachdem unter seinen Habseligkeiten ein kartenähnliches Dokument gefunden worden war, auf dem er die Orte markiert hatte, wo er die sterblichen Überreste von Paquita versteckt hatte, gestand er den Mord. Er wurde zu 17 Jahre Haft verurteilt. Joaquín zeigte als Häftling ein tadelloses Verhalten, weshalb er nach 10 Jahren in den offenen Vollzug kam. Er musste nur noch die Nächte im Gefängnis Yeserías verbringen. Joaquín lernte in dieser Zeit eine Frau kennen, mit der er im Viertel Arganzuela lebte. Doch seine neue Beziehung hinderte ihn nicht daran, das Madrider Rotlichtviertel zu besuchen. Er war Stammgast bei Transvestiten und Transsexuellen, die ihn magisch anzogen. Eine seiner Lieblingstransvestiten war die 37 Jahre alte „Carmen“, die in Wirklichkeit José Indalecio Castañero Rodríguez hieß. Diese besuchte er am 27. September 1992 in deren Wohnung in der Paseo de la Habana 82, wo es zu einem heftigen Streit der beiden kam. Joaquín sprühte Carmen Aerosol ins Gesicht, bevor er sie bewusstlos schlug. Dann schleifte er sie ins Badezimmer, fesselte sie mit einer Stahlkette und legte Tücher über ihre Beine. Diese zündete er mit einem Streichholz an. Danach ließ er mehrere Gegenstände, darunter einen Videorekorder mitgehen. Als die Nachbarn das Feuer bemerkten, riefen sie sofort die Feuerwehr. Carmen kam mit schwerer Rauchvergiftung und Verbrennungen ins Krankenhaus, wo ihre Beinen amputiert werden mussten. Am 29. Januar 1993 erlag Carmen ihren Verletzungen, ohne den Namen ihres Angreifers preisgeben zu können. Nur zwei Wochen nach der Attacke auf Carmen nahm Joaquín die Dienste des 29 Jahre alten Transvestiten Juan Manuel Martínez Sierra in Anspruch, der sich „Joanna“ nannte. In Joannas Wohnung in der Buenavista-Straße 42 gerieten die beiden in Streit. Joaquín sah wieder einmal Rot, der Joanna ohnmächtig schlug. Danach schleifte er sie ins Badezimmer, ließ Wasser in die Badewanne und hielt Joannas Kopf solange unter Wasser, bis diese ertrank. Danach flüchtete Joaquín mit deren Bankkarte. Da Joaquín mit dieser größere Summen Geld abhob, kam ihm die Polizei dank der Transaktionen auf den Konten von Joanna und den Überwachungskameras auf die Schliche. Bei seiner letzten Abhebung am 29. Oktober 1992 in einer Bank in Madrid, dessen Bankautomat er am häufigsten benutzt hatte, um Geld abzuheben und der deswegen observiert wurde, klickten die Handschellen. Insgesamt hatte Joaquín 2 Millionen Peseten von Joannas Konto abgehoben. Nachdem bei Joaquín der Videorekorder von Carmen gefunden worden war, wurde er 1995 vom Provinzgericht Madrid wegen der Morde an Carmen und Joanna zu 59 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Joaquín, der laut psychiatrischen Gutachten an einer psychopathischen Persönlichkeitsstörung mit schizoiden und paranoiden Zügen und einem fetischistischem Transvestismus litt, verbüßte seine Strafe bis zum 10. Dezember 2013 im Gefängnis von Segovia. Joaquín war einer der Häftlinge, die auf Anordnung der Dritten Sektion des Provinzgerichts Madrid entlassen wurden, nachdem der Straßburger Gerichtshof die rückwirkende Anwendung der Parot-Doktrin aufgehoben hatte. Joaquín, der als einer der gefährlichsten freigelassenen Verbrecher Spaniens gilt, kann seit dem sein Leben in Freiheit genießen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Madrid. 🙂
























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