Ein Mord, der einem Horrorfilm glich, ereignete sich am 11. Februar 2002 in der schwäbischen Stadt Gersthofen. An jenem Abend war die 12 Jahre alte Vanessa und ihr 10 Jahre alter Bruder Christoph allein Zuhause, da ihre Eltern Romana und Erich Gilg in der Stadthalle beim Rosenmontagsball waren. Beide hatten sich vor 18 Jahren an einem Rosenmontag kennen gelernt und wollten diesen besonderen Tag feiern. Die Stadthalle war nur 6 Minuten vom Haus in der Winterstraße entfernt. Außerdem hatten sie den Nachbarn Bescheid gesagt ein Auge auf das Haus zu werfen und Erich hatte sein Mobiltelefon dabei, um immer erreichbar für seine Kinder zu sein. Beide feierten ausgelassen ihren Kennenlerntag und Romanas Genesung nach ihrer Brustkrebserkrankung. Sie konnten nicht ahnen, dass sich in jener Nacht ihr Leben für immer ändern würde. Denn als sie am Morgen nach Hause kamen und nach ihren Kindern sahen, fanden sie Vanessas blutüberströmte Leiche in ihrem Bett liegend vor. Die 12 Jahre alte Vanessa mit ihren langen schwarz-braunen Haaren, die sie gern zum Pferdeschwanz trug, war mit über 21 Messerstichen getötet worden, während ihr Bruder im Nebenzimmer seelenruhig geschlafen hatte. Wer war nur zu solch einer abscheulichen Tat fähig? Sofort wurde die Soko Vanessa eingerichtet. Die Kripo Augsburg ermittelte auf Hochtouren. Eine Zeugin namens Marja N. war unweit des Tatorts von einem jungen Mann, der sich als Tod mit schwarzen Umhang und Totenmaske verkleidet hatte, verfolgt und erschreckt worden. Dieser entpuppte sich als der damals 20 Jahre alte Michael Weinhold, der bei seiner Mutter Rita und deren Lebensgefährten Gerhard in einer 75 Quadratmeter großen Wohnung in einem Hochhaus in der Thyssenstraße lebte. Die am Tatort gesicherte DNA stimmte mit der von Michael überein, der schließlich den Mord an Vanessa gestand. Doch was trieb Michael zu diesem abscheulichen Verbrechen? Michael war ein 1,82 Meter großer Mann mit blonden Haar und schmächtiger Statur, der am 8. September 1982 im sächsischen Rodewisch als Sohn des Gleisbauers Werner und der Pyrotechnikerin Rita das Licht der Welt erblickte. Er wuchs behütet auf, bis sein Vater auf dem Weg zur Arbeit von einem Zug erfasst wurde und starb. Zu diesem Zeitpunkt war Michael 12 Jahre alt, der den Tod seines Vaters einfach nicht verkraftete. Nachdem Tod seines Vaters zog Rita mit Michael immer wieder um, weshalb er häufig die Schule wechselte, bis sich Rita in Gersthofen niederließ und mit Gerhard, einem arbeitslosen Gärtner, zusammenzog. Michael isolierte sich immer mehr, der schließlich auf der Sonderschule landete und dank dem Förderwerk St. Elisabeth Metallbauer lernen konnte. Michael selbst nannte sich dort nur „Kobold“, der süchtig nach Horrorfilmen war, die seine Freunde ersetzten. Er konsumierte diese fast täglich, dessen Lieblingsstreifen „Scream“ war. Genauso eine Ghostface-Maske hing an seiner Wand in seinem Zimmer. Er wollte wie der Killer Billy aus Scream sein. Nachdem Michael mit seiner Mutter und deren Partner im Festzelt gefeiert hatte, ging er gegen 22.45 Uhr allein zum Bistro „Schampus“. Als er dieses verließ, folgte er der Studentin Marja N., die aus dem Bus gestiegen war. Als sein Plan nicht aufging diese zu Tode zu erschrecken, lief er planlos durch die Gegend bis er an einem weißen Haus in der Winterstraße Halt machte. Dort sah er Vanessa mit ihrem Bruder Christoph vor dem Fernseher sitzen. Als diese zu Bett gingen, versuchte er ins Haus zu kommen, um diese in seiner Verkleidung als „Tod“ zu schocken. Schließlich gelangte er durch die Garage ins Haus, wo er die Treppe nach oben in Vanessas Kinderzimmer ging. Als er vor Vanessas Bett stand und diese plötzlich aufwachte und schrie, stach er einfach zu. Insgesamt 21 Mal stach er mit einem Messer, das eine 16 Zentimeter lange Klinge hatte, auf Vanessa ein. Angeblich hatte er das Messer aus der Küche des Hauses mitgenommen. Doch Vanessas Mutter Romana beteuerte so ein Messer nicht besessen zu haben. Michael wurde vom Gericht zur Jugendhöchststrafe von 10 Jahren verurteilt. Er sollte 2012 entlassen werden. Doch die Staatsanwaltschaft hielt Michael für hochgradig gefährlich und plädierte deshalb auf eine Sicherheitsverwahrung. Die Gefahr war zu groß, dass Michael erneut ein Kind töten könnte. Die Jugendkammer des Augsburger Landgerichts gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, so dass Michael in Sicherheitsverwahrung blieb. Der Bundesgerichtshof bestätigte diese Entscheidung. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Augsburg. 🙂



















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