Der Bleistiftmord

Ein spektakulärer Mordfall, der bis heute für Gänsehaut sorgt, ereignete sich 1973 in der Wiener Neustadt. Es war der 3. März 1973 als die 11 Jahre alte Gabriele K. sich auf ihrem Nachhauseweg von der Schule befand. Sie lief wie jeden Tag durch den Akademiepark, ein 186 Hektar großes Naherholungsgebiet. Sie ahnte nicht, dass sie dort ihrem Mörder begegnen, der ihr junges Leben auf bestialische Weise auslöschen würde. Doch zuvor durchlitt sie nicht nur Schmerzen, sondern auch Qualen. Denn ihr Mörder zerrte sie am helllichten Tag in ein Gebüsch, wo er Gabriele sexuell missbrauchte, würgte und dann mit einem Bleistift zu Tode quälte. Den Bleistift hatte Gabrieles Mörder aus ihrer Schultasche gekramt. Mit diesem schrieb er dreimal das Wort „kalt“ auf einen Zettel, um vermutlich zu testen, ob der Bleistift hart genug war, bevor er Gabriele diesen mehrfach in den Körper rammte. Der Bleistift durchbohrte sowohl das Herz, als auch die Lunge des Mädchens. Wer war nur zu solch einer abscheulichen Tat fähig? Ganz Österreich befand sich in einer Schockstarre. Der Akademiepark wurde nach dem grausamen Verbrechen zur No-go-Area. Der Bleistiftmord sorgte über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen, weshalb die österreichische Polizei unter enormen Druck stand. Kurz danach wurden mehrere verdächtige Männer verhaftet, die sich in der Nähe des Tatorts befanden. Einer von ihnen war Herbert Postl, ein 30 Jahre alter Hilfsarbeiter, der als Sonderling galt. Er stammte aus zerrütteten Familienverhältnissen einer kinderreichen Familie, der vorbestraft war und keine abgeschlossene Berufsausbildung hatte. Herbert stellte für die Polizei den perfekten Mörder der, da er angeblich auch über Täterwissen verfügte, was er aber auch aus der Zeitung hatte erfahren haben können. Um Herbert als Mörder zu überführen, wurde er einem 48 Stunden langen Verhör-Marathon ausgesetzt, in dem die Polizei sogar Gewalt gegen ihn anwandte, bis Herbert schließlich gestand. Dieses Geständnis widerrief Herbert aber wieder. Trotzdem blieb Herbert bis zum Prozess im Frühjahr 1975 über 2 Jahre lang in Haft. Doch Herbert hatte Glück, da er einen engagierten Anwalt an seiner Seite hatte und der Geschworenensenat integer war. Nach 5 Verhandlungstagen wurde Herbert aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Doch fortan glich dessen Leben einem einzigen Spießrutenlauf. Selbst eine Haftentschädigung trotz Freispruch erhielt er nie. Herbert Postl verstarb im Jahr 2016 im Alter von 74 Jahren, der bis zu seinem Tod zurückgezogen mit seiner Ehefrau Leopoldine in der Wiener Neustadt gelebt hatte. Anno 1999 kam die überraschende Wende. Zeitungen berichteten, dass der Mord an Gabriele K. endlich vor der Aufklärung stand, der bis dato als unlösbarer Cold Case sein Dasein fristete. Denn ein Haar, das angeblich einst in Tatortnähe gefunden worden war, war in der Ermittlungsakte wieder aufgetaucht. Dieses stammte laut DNA-Test von dem Schlossergesellen Werner W., der bereits damals verhaftet worden war. Nach wochenlanger U-Haft wurde er aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt. Doch er hatte den berühmten Star-Anwalt Dr. Rudolf Mayer an seiner Seite, der den als sicher geltenden Beweis einfach widerlegte. Zwar stammte das Haar eindeutig von seinem Mandanten, aber wann und wie dieses in die Ermittlungsakte gelangt war und ob dieses am Tatort gefunden worden war, konnte niemand mit Sicherheit sagen. Somit wurde der verheiratete Familienvater Werner W. aus der Justizanstalt Wiener Neustadt als freier Mann entlassen. Bereits über ein halbes Jahrhundert ist der Mord an Gabriele K. her, der in zahlreichen TV-Crime-Serien, Büchern und Podcasts thematisiert wurde und wird. Doch bis heute konnte der Mörder von Gabriele K. nicht überführt werden. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Österreichs Hauptstadt Wien. 🙂


Entdecke mehr von Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Verfasst von

Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!