Es war ein historischer Moment, der bis heute die Fantasie der Schatzsucher beflügelt: Als der gefürchtete französische Pirat Olivier Le Vasseur, besser bekannt als „La Buse” (der Bussard), 1730 auf der Insel La Réunion in Saint-Paul gehängt wurde, warf er der erstaunten Menge einen Zettel zu. Dieser enthielt ein Kryptogramm, das angeblich den Weg zu einem riesigen Schatz weist, dessen Wert heute auf unglaubliche fünf Milliarden Euro geschätzt wird. Jüngste Forschungen deuten darauf hin, dass dieser legendäre Schatz tatsächlich irgendwo auf La Réunion versteckt sein könnte, aber bis heute ist es niemandem gelungen, das Geheimnis des Kryptogramms zu lüften. War dies die letzte Tat eines brillanten, vielleicht wahnsinnigen Geistes, oder ist dort wirklich ein Vermögen vergraben? Die Geschichte beginnt am 26. April 1720, als die Nossa Senhora do Cabo e São Pedro, ein portugiesisches Kriegsschiff mit 72 Kanonen, vor der Hauptstadt Saint-Denis auf La Réunion vor Anker ging. Das Schiff musste nach einem heftigen Sturm repariert werden und war daher verwundbar. In dieser misslichen Lage griffen La Buse und sein britischer Komplize John Taylor an. Die Portugiesen waren zwar unter normalen Umständen überlegen, wurden jedoch durch den Verlust ihres Hauptmastes und die daraus resultierende Manövrierunfähigkeit stark behindert. Nach heftigem Widerstand mussten sie sich schließlich ergeben. Was die Piraten an Bord der „Jungfrau vom Kap“, wie das Schiff auch genannt wurde, vorfanden, übertraf ihre kühnsten Träume. Unter den gefangenen Passagieren befanden sich kein Geringerer als Luís Carlos Inácio Xavier de Meneses, der Vizekönig von Portugiesisch-Indien und Graf von Ericeira, und Sebastião de Andrade Pessanha, der Erzbischof von Goa. Neben ihrer wertvollen Ladung an Rohdiamanten, Schmuck, edlen Stoffen und Gewürzen sorgte vor allem das über 100 Kilogramm schwere goldene Kreuz von Goa für Aufsehen. Zwar forderten sie für für den Vizekönig von Portugiesisch-Indien und Graf von Ericeira Luis Carlos Inacio Xaver de Meneses 2000 Piaster Lösegeld, doch dies war nichts im Gegensatz zur beeindruckenden Ladung des Schiffes, das die Freibeuter komplett plünderten, um dann mit ihrer Beute in der Weite des Indischen Ozeans zu verschwinden. Dieser Piratenschatz gilt als der wertvollste unentdeckte der Welt. Die Geschichte erreicht ihren Höhepunkt mit dem mysteriösen Kryptogramm, das La Buse kurz vor seiner Hinrichtung in die Menge warf. Der Überlieferung zufolge flüsterte er auf dem Weg zum Galgen seinen Wachen zu: „Mit dem, was ich versteckt habe, könnte ich diese ganze Insel kaufen.“ Dann warf er das Dokument den Zuschauern zu und rief: „Mein Schatz demjenigen, der dies versteht.“ Seitdem haben unzählige Forscher und Enthusiasten versucht, das Rätsel um sein Versteck zu lüften. Laut dem Historiker Enis Rockel deutet alles darauf hin, dass der Schatz auf La Réunion versteckt ist. Er verweist auf Berichte, wonach La Buse die gekaperte „Nossa Senhora do Cabo e São Pedro“ an die Küste von Saint-Paul schleppte und dann mit beladenen Beibooten an Land ging. Eine markante Felsformation, die vom Meer aus gut sichtbar ist, könnte als Orientierungspunkt gedient haben. Für Rockel ist das Kryptogramm eine Art „Sternkompass“, mit dem sich der genaue Ort des Verstecks bestimmen lässt – wenn es endlich entschlüsselt werden könnte. Die Entschlüsselung des Kryptogramms erwies sich jedoch als äußerst schwierig. 1923 erklärte Charles de La Roncière, Kurator der französischen Nationalbibliothek, er habe das Kryptogramm eines Neffen von Frau Rose Savy von den Seychellen untersucht. Die Kombination aus griechischen und hebräischen Buchstaben wurde auf das späte 17. oder frühe 18. Jahrhundert datiert. Doch trotz intensiver Bemühungen blieb der Inhalt selbst für erfahrene Kryptologen ein Rätsel. 1947 präsentierte der britische Forscher Reginald Cruise-Wilkens eine mögliche Interpretation der 17 Zeilen des Kryptogramms. Seiner Meinung nach enthielt das Dokument Hinweise in einem freimaurerischen Code. Aber selbst seine Lesart brachte keine endgültige Klarheit über den Verbleib des Schatzes. Es folgten zahlreiche Theorien und Interpretationen, aber bis heute ist das Rätsel ungelöst. Inzwischen sind unzählige Mythen und Legenden um den Schatz von La Buse entstanden. Einige Berichte behaupten, dass frühere Versuche, den Schatz zu bergen, immer wieder durch mysteriöse Umstände vereitelt wurden. Andere spekulieren, dass der Schatz bereits gefunden wurde, aber nie veröffentlicht wurde, um Menschenmassen und Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Die ZDF-Dokumentation „Terra X“ widmete dem ungelösten Fall in ihrer neuen Doppelfolge besondere Aufmerksamkeit. Die Moderatoren Gisela Graichen und Peter Prestel sammelten ein beeindruckendes Potpourri historischer Rätsel und Entschlüsselungserfolge. Vom Voynich-Manuskript über den Maya-Kalender bis hin zum Schatz von „La Buse“. Ihre Recherchen zeigen einmal mehr, wie faszinierend und zugleich frustrierend die Suche nach dem Schatz ist. Trotz aller ungelösten Rätsel und Ungewissheiten zieht die Legende weiterhin Abenteurer, Historiker und Kryptologen gleichermaßen an. Mit einem geschätzten Wert von fünf Milliarden Euro ist der Schatz von La Buse nicht nur ein historisches Rätsel, sondern auch ein potenzieller Fund von unschätzbarem finanziellen Wert. Werden wir jemals herausfinden, wo sich der Schatz wirklich befindet, oder wird das Geheimnis von La Buse für immer verloren bleiben? Die Suche geht weiter, und vielleicht wird eines Tages jemand das mysteriöse Kryptogramm entschlüsseln, den Sternenkompass verstehen und den größten Schatz in der Geschichte der Piraterie entdecken. Bis dahin bleibt die Insel La Réunion ein magischer Ort voller Geschichten, Mythen und der Hoffnung, das große Geheimnis endlich zu lüften. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von der Insel La Réunion. 🙂

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