Bloody Babs

Eine berüchtigte amerikanische Kriminelle war Barabara Graham, besser bekannt als „Bloody Babs“, die im Alter von nur 32 Jahren am 3. Juni 1955 in der Gaskammer des San Quentin Rehabilitation Center wegen dem brutalen Mord an der verkrüppelten Witwe Mable Monahan als dritte Frau in Kalifornien hingerichtet wurde. Ihre düstere Geschichte als teuflische Femme fatale, die Hintergründe und die Details ihres Lebens, das in Gewalt und Tragödien endete, erschüttert bis heute die Nation. Doch wer war die verführerische Brünette, die bis zu ihrem Tod ihre Unschuld beteuerte? Barbara Elaine Wood, wie sie ursprünglich hieß, wurde am 26. Juni 1923 in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihre Kindheit war geprägt von Instabilität und Mangel an elterlicher Fürsorge. Ihre Mutter Hortense Ford war eine jugendliche Straftäterin, die viel Zeit im Gefängnis verbrachte, wodurch Barbara bei diversen Pflegefamilien aufwuchs. Barbaras Mutter war bei ihrer Geburt erst 17 Jahre alt, zwei Jahre später erblickte Barbaras Schwester Claire das Licht der Welt, so dass sich die junge Hortense nun um zwei Kinder kümmern musste, die damit heillos überfordert war. Als Barbara zwei Jahre alt war, musste ihre Mutter in eine Besserungsanstalt, weshalb Barbara in eine Pflegefamilie kam. Danach folgten weitere sowie Waisenhäuser und Internate, ehe sie nach ihrem 14. Geburtstag in dieselbe Besserungsanstalt wie ihre Mutter eingewiesen wurde. Diese wechselhaften Umstände legten bereits in jungen Jahren den Grundstein für Barbaras späteres kriminelles Verhalten. Ohne ein stabiles Zuhause und eine geregelte Erziehung begann Barbara bereits als Teenager, sich in kriminellen Kreisen zu bewegen. Kurz nach ihrer Entlassung aus der Besserungsanstalt „California Schools for Girls“ in Ventura heiratete sie im zarten Alter von 16 Jahren den US-Küstenwächter Harry Kielhamer, doch diese Ehe hielt nur kurz. Noch vor ihrem 18. Geburtstag war sie nicht nur zweimal verheiratet und geschieden, sondern auch Mutter von zwei Söhnen. In den folgenden Jahren verstrickte sich Barbara immer tiefer in eine kriminelle Laufbahn. Sie wurde mehrmals wegen kleinerer Delikte verhaftet und verbrachte einige Zeit in verschiedenen Gefängnissen. Anfang der 1950er Jahre hatte Barbara nicht nur in einschlägigen Nachtclubs, Bordellen und Spielhallen gearbeitet, sondern auch ein beträchtliches Vorstrafenregister wegen Drogenbesitz, Prostitution, Scheckbetrugs und Meineids vorzuweisen. Ein erneuter Tiefpunkt in ihrem Leben stellte im Jahr 1953 die Ehe mit Henry Graham dar, einem Berufskriminellen, der sie in die Welt des organisierten Verbrechens einführte. Diesen hatte Barbara über den Spielhallenbesitzer Emmet Perkins kennen gelernt, für den sie als Animiermädchen arbeitete. Emmet Perkins für den Henry als Barkeeper tätig war, arbeitete wiederum für den berüchtigten Mafioso Mickey Cohen. Kurz nach der Eheschließung wurde ihr gemeinsamer Sohn Tommy geboren. Das Paar hatte ständig Geldsorgen, weshalb Barbara gemeinsam mit Emmet Perkins, Jack Santo, Baxter Shorter und John True ein Leben voller Betrügereien, Diebstählen und Gewaltverbrechen begann. Doch der Höhepunkt von Barbaras krimineller Karriere sollte ein Mord sein, der sie berüchtigt machen und zu einer der bekanntesten weiblichen Kriminellen Amerikas werden ließ. Der verhängnisvolle Tag kam am 9. März 1953, als Barbara Graham und ihre Mitverschwörer Mabel Monahan, eine wohlhabende Witwe aus Burbank ins Visier nahmen. In der Annahme, dass die behinderte Mable Monahan größere Mengen Bargeld in ihrem Haus versteckt hatte, verschaffte sich zunächst Barbara unter dem Vorwand einer Autopanne Zutritt zum Haus. Kurz darauf holte sie ihre Komplizen dazu. In einem brutalen Akt der Gewalt schlugen sie Mabel Monahan bewusstlos und fesselten sie. Trotz intensiver Suche fanden sie kein Geld und keine Wertgegenstände. Die folgende Folter führte schließlich zum Tod der älteren Dame, deren erschlagene Leiche mit einem Kissenbezug über dem Kopf zwei Tage später von ihrem Gärtner entdeckt wurde. Der Mord an Mabel Monahan löste landesweit Entsetzen aus und markierte den Beginn eines dramatischen Rechtsstreits. Zuerst wurde der Safeknacker Baxter Shorter verhaftet, dessen Aussage zu den anderen Komplizen führte. Dieser behauptete, dass die Witwe Monahan von Barbara mit einer Pistole erschlagen und dann mit einem Kissen erstickt worden war. Unglücklicherweise verschwand Shorter wenig später unter mysteriösen Umständen, weshalb nun John True der wichtigste Zeuge der Anklage wurde. Dieser belastete wiederum Barbara schwer, dem im Gegenzug Straffreiheit zugesichert wurde. Die Festnahme von Barbara Graham und ihren Komplizen erfolgte zwei Monate später und sorgte für großes Aufsehen. Während Barbara im Gefängnis in Los Angeles einsaß, wurde die 20 Jahre alte Donna Prow, die wegen Totschlags inhaftiert war, von den Behörden auf Barbara angesetzt, die sich prompt in sie verliebte. Unzählige Liebesbriefe zwischen den beiden folgten. Donna Prow spielte das Spiel mit, um Strafmilderung zu erhalten. Da Barbara kein Alibi hatte, arrangierte Donna ein Treffen mit einem Freund, der zum Zeitpunkt des Mordes an der Witwe Monahan behaupten würde, dass er mit ihr in einem Hotel in Encino war. Im Gegenzug sollte Barbara an Donna und ihren Freund 25.000 Dollar zahlen. Doch Donnas Freund war in Wirklichkeit der Ermittler Sam Sirianni. Durch dieses falsches Alibi litt Barbaras Glaubwürdigkeit extrem. Die Gerichtsverhandlung wurde zu einem der meistbeachteten Prozesse der 1950er Jahre und die öffentliche Meinung spaltete sich. Viele sahen in Barbara eine kaltblütige Mörderin, andere vermuteten, dass sie ein Opfer ihrer Umstände und Gesellschaft war. Das falsche Alibi sowie die Liebesbriefe an Donna ließen Barbara bei der Jury in keinem guten Licht da stehen, vor allem da homosexuelle Beziehungen zur damaligen Zeit als verwerflich angesehen wurden. Während des Prozesses versuchte die Verteidigung, Barbara als unschuldige Beobachterin darzustellen, die von ihren Mitverschwörern hereingelegt wurde. Doch die Beweise waren erdrückend: Zeugenaussagen und frühere Fehltritte zeichneten ein klares Bild ihrer Schuld. Nach einem spektakulären Prozess wurde Barbara Graham zusammen mit Jack Santo und Emmet Perkins zum Tode verurteilt. Am 3. Juni 1955, nur wenige Monate nach ihrer Verurteilung, wurde Barbara Graham auf eigenem Wunsch hin mit verbundenen Augen im San Quentin Staatsgefängnis in der Gaskammer hingerichtet. Ihr Fall löste eine breite Debatte über die Todesstrafe aus und wurde in zahlreichen Büchern und Filmen thematisiert. Am berühmtesten ist der Film „I Want to Live!“ von 1958, der ihre Geschichte dramatisierte und Susan Hayward einen Oscar einbrachte. Barbara Grahams Lebensgeschichte ist eine düstere Parabel über die Konsequenzen eines Lebens in Kriminalität und Gewalt. Sie wurde nicht als Mörderin geboren, sondern schlitterte in ein Leben, das von sozialen und familiären Missständen geprägt war. Ihre Entscheidungen und die Menschen, mit denen sie sich umgab, ebneten den Weg in ein unaufhaltsames Verderben. Ihr Fall wirft auch Fragen über das Justizsystem und die soziale Verantwortung auf. War sie ein Produkt ihrer Umwelt oder eine geborene Verbrecherin? Das Drama um „Bloody Babs“ zeigt eindrucksvoll, wie komplex die Ursachen für Kriminalität sein können und dass hinter jedem Verbrechen eine menschliche Tragödie steckt. In jüngerer Zeit wurden neue Informationen über Barbara Grahams Leben und Verbrechen bekannt, die ein noch umfassenderes Bild zeichnen. Quellen berichten, dass sie möglicherweise auch an anderen Verbrechen beteiligt war, die nie aufgeklärt wurden. Diese neuen Details vertiefen das Verständnis für ihre Persönlichkeit und ihre Entscheidungen. Darüber hinaus werfen diese Erkenntnisse ein Licht auf die Rolle von Frauen im organisierten Verbrechen der 1950er Jahre, einem Bereich, der oft von männlichen Kriminellen dominiert wurde. Barbara Graham war eine der wenigen Frauen, die sich einen Namen machen konnte – wenn auch auf tragische Weise. Barbara Grahams Leben war ein rasantes, gefährliches Abenteuer, das in einem unvermeidlichen Untergang endete. Ihr Name bleibt bis heute ein Synonym für Brutalität und die dunkle Seite des amerikanischen Traums. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Oakland. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!