Gao Chengyong ist ein Name, der in China Synonym für unvorstellbaren Schrecken und grausame Verbrechen geworden ist. Über einen Zeitraum von 14 Jahren terrorisierte dieser Serienmörder und Vergewaltiger die Provinzen Gansu und Innere Mongolei, hinterließ brutale Spuren und erlangte durch seine Taten den erschreckenden Beinamen „Chinesischer Jack the Ripper“. Doch wer war dieser Mann, dessen Abgründe selbst erfahrene Ermittler schockierten? Was trieb ihn an, und wie konnte er so lange unentdeckt bleiben? Zwischen 1988 und 2002 brachte Gao elf Frauen auf bestialische Art und Weise um, darunter ein achtjähriges Mädchen. Seine Verbrechen waren nicht nur kaltblütig, sondern auch explizit brutal. Er verfolgte seine Opfer, die rote Kleidung trugen, oft am helllichten Tag und schlug in ihren eigenen Wohnungen zu – Orte, die eigentlich Schutz bieten sollten, wurden zu Schauplätzen unermesslicher Gewalt. Diese Vorgehensweise machte ihn besonders schwer zu fassen, da er keine auffällige Signatur oder ein typisches Muster hinterließ, das ihn hätte verraten können. Die Opfer mussten nicht nur den Tod erleiden; Gao verstümmelte ihre Körper auf grausamste Weise. Einige seiner Opfer wurden vergewaltigt, sowohl vor als auch nach ihrem Tod, und er schnitt ihnen die Fortpflanzungsorgane heraus. In einem besonders verstörenden Fall entfernte er die Hände, Brüste und Genitalien einer Frau, was die Presse dazu veranlasste, ihn mit dem berüchtigten britischen Serienmörder Jack the Ripper zu vergleichen. Dieser hatte 1888 im Londoner East End fünf Prostituierte grausam ermordet, dessen Identität bis heute nicht geklärt ist. Doch anders als der berüchtigte Serienmörder Jack the Ripper, verstümmelte Gao seine Opfer nicht nur brutal, sondern er bestahl sie auch, was zu seiner bereits abgrundtief erschreckenden Motivlage noch Bereicherung hinzufügte. Den ersten Mord beging Gao im Jahr 1988, demselben Jahr in dem sein erster Sohn das Licht der Welt erblickte. Gao Chengyong lebte scheinbar ein unspektakuläres Leben. Der Mann aus Qingcheng, einem bescheidenen Dorf in der Provinz Gansu, war verheiratet und Vater von zwei Kindern. Zusammen mit seiner Frau betrieb er einen kleinen Lebensmittelladen, der ihm eine Fassade der Normalität lieferte. Gao war still, nahezu unauffällig, und selbst seine Ehefrau sah keine Anzeichen dafür, dass ihr Mann ein brutaler Serienmörder sein könnte. Dass Gao oft tagelang außer Haus war, hielt sie für gelegentliche Arbeitseinsätze. Dass er dabei immer wieder Geld mitbrachte, schien ihre Vermutung zu bestätigen und ließ keinen Verdacht aufkommen. Er galt als netter Nachbar von nebenan, den bis zu seiner Verhaftung, niemand zugetraut hätte, dass dieser ein eiskalter Frauenkiller und Serienvergewaltiger war. Doch seine Ermittlungsakten lesen sich wie ein Albtraum. Sein erstes Opfer wurde am 26. Mai 1988 eine 23 Jahre alte Frau, die er in ihrem Haus in der Yongfeng-Straße in Baiyin vergewaltigte, mit einem Messer 26 Mal in ihren Oberkörper einstach und dann ihre Kehle aufschlitzte. Gaos zweiter Mord erfolgte sechs Jahre später. Am 7. Juli 1994 tötete er eine 19 Jahre alte Angestellte des Stromversorgungsunternehmen in ihrem Zimmer in ihrem Wohnheim in Biyin. Er vergewaltigte diese nicht nur, sondern fügte ihrem Oberkörper 36 Stichverletzungen zu, bevor er ihr den Hals aufschlitzte. Nur ein Jahr später wurde am 28. März 1997 eine 21 Jahre alte Frau das nächste Opfer von Gao, der diesmal in Baotou zuschlug. Dies war das einzige Opfer, das aus der Inneren Mongolei stammte. Die Leiche der Frau wurde in ihrer Wohnung gefunden. Sie lag mit dem Rücken gefesselt auf dem Bett. In ihrem Mund steckte ein Besen. Dies war eine Demütigung über den Tod hinaus. Andere Frauen wurden gefesselt, verstümmelt oder auf andere undenkbare Weise misshandelt. Manchmal wurden ihre Körper erst Tage später entdeckt, oft durch Angehörige, die verzweifelt nach ihnen suchten. Besonders grausam erscheint der Mord an einer 29 Jahre alten Frau am 13. Januar 1998 in ihrem Haus in der Shengli-Straße, deren Brustwarze von Gao abgebissen und ein großes Stück Fleisch aus ihrem Rücken entfernt wurde. Gao kannte keinerlei Skrupel, der selbst ein 8 Jahre altes Mädchen tötete, als er von ihr beim Einbruch in ihr Haus erwischt wurde. Er versteckte ihre Leiche in einem Schrank, nachdem es stranguliert worden war. Der Nachweis von Spermaspuren auf den Beinen des Mädchens machte das Verbrechen noch abscheulicher und zeigte die Grenzenlosigkeit seiner Grausamkeit. Ein weiterer entsetzlicher Mord fand nur wenige Monate später am 30. November 1998 statt. Als er eine 23 Jahre alte Frau so brutal verstümmelte, dass ihre Mutter einen Schock erlitt, als sie die steife und entstellte Leiche ihrer Tochter vorfand. Es ist schwer zu begreifen, dass ein einzelner Mensch solch ungezügeltes Böse verkörpern kann. Seinen letzten Mord beging er am 5. Februar 2002, als er eine 28 Jahre alte Frau in ihrem Hotelzimmer Taolechun Hotels in Baiyin vergewaltigte und erstach. Nach diesem Mord beendete er seine Mordserie, da er sich für zu alt und kraftlos hielt, um weitere Morde zu begehen. Im Jahr 2004 gelang es den Behörden erstmals, die elf Morde miteinander in Verbindung zu bringen. Sie setzten zur Ergreifung des Mörders eine Belohnung von 200.000 Yuan aus. Dennoch kamen sie dem Täter nicht näher. Obwohl alle Männer der Stadt Baiyin verpflichtet waren, ihre Fingerabdrücke und DNA-Proben abzugeben, musste dies Gao nicht tun, da er nicht in Baiyin, sondern im Nachbarort gemeldet war. Dadurch geriet Gao nicht ins Visier der Ermittler. Erst über ein Jahrzehnt später, im Jahr 2016, führte eine Routine-DNA-Untersuchung von Gaos Onkel zu einem bahnbrechenden Durchbruch. Dieser war wegen eines geringfügigen Vergehens verhaftet worden, und seine genetischen Daten wiesen eine nahe Verwandtschaft mit dem gesuchten Serienmörder auf. Als die Ermittler diesem Hinweis nachgingen, führte dies direkt zu Gao Chengyong. Am 26. August 2016 wurde Gao in seinem Geschäft festgenommen. Der einst unauffällige Ladenbesitzer gestand schließlich alle elf Morde und wurde im März 2018 zum Tode verurteilt. Auch seine gesamten Besitztümer wurden beschlagnahmt. Am 3. Januar 2019 wurde Gao hingerichtet, wobei die chinesischen Behörden die exakte Methode der Vollstreckung nicht offenlegten. Die Taten von Gao Chengyong haben tiefe Spuren in den betroffenen Gemeinden hinterlassen. Familien der Opfer und Einheimische lebten über Jahrzehnte in Unsicherheit, während ein brutaler Killer mitten unter ihnen wirkte. Insbesondere die Stadt Baiyin, Schauplatz der meisten Morde, litt immens unter dem Gefühl der Bedrohung. Dass Gao gefasst und schließlich hingerichtet wurde, brachte den Opfern und ihren Angehörigen zwar keine Heilung, doch zumindest ein Maß an Gerechtigkeit. Dennoch bleibt die Frage, wie ein Mann wie Gao über Jahre hinweg unentdeckt bleiben konnte. Seine Fähigkeit, unterzutauchen und keine Spuren zu hinterlassen, sowie die allgemeine Unauffälligkeit seines Lebensstils offenbaren die Schwachstellen in der damaligen Strafverfolgung. Erst die Fortschritte in der DNA-Analyse machten seinen endgültigen Untergang möglich. Gao Chengyong verkörpert in einer erschreckend umfassenden Weise das Böse. Seine Taten und die Brutalität, mit der er vorging, werden für immer ein düsteres Kapitel in der chinesischen Kriminalgeschichte bleiben. Sie erinnern daran, wie tief menschliche Abgründe reichen können und welche zerstörerische Kraft ein einziger Mensch entfalten kann. Doch diese Geschichte zeigt auch die Macht der modernen Forensik und die Hartnäckigkeit der Strafverfolgung. Obwohl Gao jahrzehntelang ungestraft agieren konnte, holte ihn die Wissenschaft schließlich ein. Am Ende steht nicht nur die Erinnerung an einen brutalen Mörder, sondern auch die Hoffnung, dass solche Monster nicht mehr so leicht durch die Maschen schlüpfen können. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Peking. 🙂













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