Die Grausamkeit und Präzision, mit der Serienmörder ihre Verbrechen planen und ausführen, versetzen Menschen weltweit in Entsetzen. Einer dieser berüchtigten Täter war Huang Yong, ein chinesischer Serienmörder, der zwischen 2001 und 2003 mindestens 17 Jungen und junge Männer im Alter von 15 bis 21 Jahren ermordete – die Zahl der Opfer könnte sogar bei bis zu 25 gelegen haben. Die brutalen Morde und die schockierenden Details seiner Verbrechen ließen eine ganze Nation sprachlos zurück. Doch wie konnte aus dem scheinbar harmlosen Wanderarbeiter Huang Yong so ein sadistisches Monster werden, das selbst Folterinstrumente für seine Quälereien an unschuldigen männlichen Opfern anfertigte? Huang Yong wurde am 18. November 1974 in Zhumadian in der zentralchinesischen Provinz Henan, die als Wiege der chinesischen Zivilisation und Kultur gilt, geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt, doch es ist klar, dass er schon früh gewalttätige Fantasien zeigte. Nach dem Schulabschluss diente Huang in der chinesischen Armee, was ihm möglicherweise Disziplin sowie die Fähigkeit zu strategischem Denken und technischem Handeln vermittelt hat. Nach seinem Militärdienst entschied er sich jedoch für ein anderes Leben: Er wurde Wanderarbeiter und reiste durch Südchina, wo er hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig war. Hinter der Fassade des unscheinbaren Wanderarbeiters verbarg sich jedoch ein dunkler Abgrund. Wie er später bei polizeilichen Verhören preisgab, hatte Huang seit seiner Kindheit davon geträumt, Auftragskiller zu werden. Als dieser Wunsch unerfüllt blieb, fand er einen anderen Weg, seine mörderischen Fantasien auszuleben – einen Weg, der in einer beispiellosen Mordserie gipfelte. Im September 2001 begann Huang Yong, seine ersten Opfer in eine Falle zu locken. Seine Zielgruppe waren männliche Teenager und junge Männer – ein Profil, das er bewusst gewählt hatte. Bei seinen Verhören erklärte Huang, dass er keine Frauen und Mädchen töten wollte, da dies seiner Vorstellung eines „Helden“ widersprach. Ältere Männer hingegen waren ihm zu misstrauisch und hätten seine Tricks leichter durchschaut. Jugendliche hingegen erschienen ihm als leichtgläubig und leicht zu manipulieren. Er suchte seine Opfer an öffentlichen Orten wie Internetcafés, Spielhallen oder Vergnügungszentren auf, wo sich junge Menschen aufhielten. Mit geschicktem Charme und überzeugenden Versprechungen – wie der Aussicht auf gut bezahlte Jobs oder Unterstützung bei ihrer Ausbildung – überredete er sie, ihn nach Hause zu begleiten. Dort entfaltete sich das volle Ausmaß seines Sadismus. In seinem Haus, das in einem abgelegenen Stadtteil lag, betäubte Huang die Jungen entweder mit Drogen oder gab vor, ein harmloses Spiel zu spielen, das er „Gott reitet auf einem Holzpferd“ nannte. Dabei handelte es sich um eine selbstgebaute Foltervorrichtung, die er das „Intelligente Holzpferd“ nannte. Bei dem sogenannten „Intelligenten Holzpferd“ handelte es sich um das Gestell einer alten Haushalts-Nudelmaschine, die er zu einem Hocker mit vier Beinen, auf dem er ein Holzbrett befestigt hatte, umgebaut hatte. Auf diesem hatte er Seile und Gurte angebracht, um so seine Opfer bewegungsunfähig zu fixieren. Unter dem Vorwand, die Jungen damit herauszufordern, befestigte er sie an der Vorrichtung und fesselte sie. Was folgte, war grausame Folter, oft begleitet von sexueller Gewalt. Huang erwürgte seine Opfer mit einem Strick, belebte sie kurz wieder, nur um den Vorgang zu wiederholen. Diese Qualen konnten sich stundenlang hinziehen, bevor er sie schließlich tötete. Die Aussagen, die Huang während seiner Verhöre machte, gaben Einblicke in seine gestörte Psyche. Für ihn waren seine Taten weit mehr als bloße Morde – sie waren ein Mittel, seine eigenen Machtfantasien auszuleben. Er bezeichnete sich selbst als „Helden“ und suchte sich seine Opfer als willige Schachfiguren aus, die er manipulieren konnte. Besonders beunruhigend war seine Aussage, dass er sich durch seine Verbrechen erfüllter fühlte, da sie ihm das Gefühl gaben, Kontrolle über Leben und Tod zu haben. Doch hinter dieser Fassade der Allmacht verbarg sich ein zutiefst unsicherer Mann. Psychologen, die ähnliche Fälle untersucht haben, weisen darauf hin, dass solche Täter oft unter tiefer persönlicher Unsicherheit und Angst leiden, die sie durch Dominanz und extreme Gewalt zu kompensieren versuchen. Im November 2003 kam es zu einem Wendepunkt, der Huang Yong schließlich vor Gericht brachte. Sein jüngstes Opfer, der 16-jährige Zhang Liang, schaffte die Flucht aus Huangs Haus. Er alarmierte sofort die Polizei und berichtete, dass Huang ihn mit dem Versprechen eines Jobs in seine Wohnung gelockt hatte. Dort angekommen, hatte Huang ihn dreimal gewürgt, wodurch er mehrmals das Bewusstsein verlor. Als Liang wieder zu sich kam, soll Huang zu ihm gesagt haben: „Ich habe mindestens 25 Menschen getötet. Du bist Nummer 26.“ Erst durch geschickte Überredungskunst gelang es Liang, Huang davon zu überzeugen, ihn gehen zu lassen. Huang gab ihm schließlich sogar etwas Geld für die Heimfahrt – möglicherweise, weil er davon überzeugt war, dass Liang niemandem von dem Vorfall erzählen würde. Doch statt zu schweigen, meldete der Junge die Angelegenheit sofort der Polizei. Zunächst stießen seine Aussagen auf Skepsis. Es war schwer vorstellbar, dass ein Einzeltäter mit solch beispielloser Grausamkeit vorgehen konnte. Doch als die Ermittler schließlich Huangs Wohnung durchsuchten, fanden sie unwiderlegbare Beweise: die persönlichen Gegenstände der Opfer sowie zwei in seiner Wohnung versteckte Leichen. Denn Huang behielt die Gürtel seiner Opfer als Souvenirs. Huang wurde im Dezember 2003 vor Gericht gestellt. Die Beweislage gegen ihn war erdrückend, und er gestand 17 Morde. Obwohl er behauptete, mindestens 25 Menschen getötet zu haben, konnte die Polizei diese Behauptung nicht vollständig überprüfen. Am 9. Dezember 2003 wurde Huang Yong zum Tode verurteilt. Nur 17 Tage später, am 26. Dezember 2003, wurde das Urteil vollstreckt: Huang wurde durch einen Kopfschuss hingerichtet. Die Schnelligkeit, mit der der Prozess und die Hinrichtung abliefen, ist charakteristisch für das chinesische Rechtssystem, das bei schweren Straftaten wie Mord oder Terrorismus oft zügig und abschreckend vorgeht. Der Fall Huang Yong löste in ganz China weit verbreitetes Entsetzen aus. Eltern wurden aufgefordert, ihre Kinder besser im Auge zu behalten, und die Polizei verstärkte die Überwachung öffentlicher Treffpunkte. Gleichzeitig lenkte der Fall die Aufmerksamkeit auf die sozialen Umstände, die solche Verbrechen begünstigen können. Als Wanderarbeiter lebte Huang relativ anonym, was es ihm erleichterte, seine Taten zu verbergen. Zudem stammten viele seiner Opfer aus einkommensschwachen Familien und waren daher besonders anfällig für seine falschen Versprechungen. Huang Yongs Taten zählen zu den schrecklichsten Verbrechen der jüngeren chinesischen Geschichte. Sie werfen nicht nur Fragen zur Psyche von Serienmördern auf, sondern auch zu den sozialen Strukturen, die solche Taten ermöglichen. Die rasche Aufklärung des Falls mag den Schmerz der betroffenen Familien zwar nicht lindern, zeigt aber, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde. Der Name Huang Yong bleibt eine düstere Mahnung daran, wie tief ein Mensch sinken kann, wenn er von seinen dunklen Fantasien getrieben wird. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Chinas Hauptstadt Peking. 🙂












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