In der alten Hansestadt Hattem in der Provinz Gelderland gab es einst eine Burg, die als kleinste Burg mit den dicksten Mauern der Niederlande galt. Diese ließ Wilhelm von Jülich, Herzog von Geldern, 1404 an der Grenze zwischen Geldern und dem Hochstift Utrecht aus 389.000 Ziegelsteinen errichten. Die Mauern der beiden Haupttürme waren 7 Meter dick, womit sie die stärksten Mauern in den Niederlanden waren. Aus diesem Grund wurde die Burg, die offiziell St. Lucia hieß, im Volksmund „Dikke Tinne“ genannt, die Berühmtheit nicht nur wegen ihren Mauern, sondern auch ihrem Eisenkäfig erlangte. Als 1511 Karl von Geldern im Krieg gegen den Kaiser Maximilian Amsterdam angriff, wurde der Graf Jan II. van Wassenaar, der Befehlshaber von Kaiser Maximilian war, durch den Herzog Karel van Gelre und seinem Armeekommandanten Maarten van Rossum gefangenen genommen. Er wurde zunächst in einen der Türme der Burg Dikke Tinne gesperrt. Doch dort sollte er nicht lange bleiben, da für ihn ein Käfig aus Eisen gefertigt wurde, der Platz für ein Bett und einen Tisch bot. Dieser Eisenkäfig wurde samt dem Graf Jan II. van Wassenaar an einem der beiden Türme der Burg Dikke Tinne hochgezogen, wo dieser 2 Jahre lang sein Dasein fristete, bis seine Familie die Lösegeldsumme von 20.000 Gulden berappen konnte. Danach wurde der Käfig für andere Gefangene genutzt, die oftmals lautstark ihr Leid klagten. Vielleicht rührt deren Gejammer von der Sage des Geisterhundes Kladdegat. Dieser soll in den Kellergewölben der Vorburg angekettet gewesen sein, wo er jede Nacht so entsetzlich jaulte, dass die Bewohner von Hattem erschauderten. Erst nach dem die Burg 1567 verfiel und 1778 abgerissen wurde, hörte das entsetzliche Gejaule auf. Noch heute kann man die Konturen der Burg Dikke Tinne im Pflaster auf dem Tinneplein erkennen. Auch das Dikke Tinne Festival, das jedes Jahr an einem Samstag Anfang September stattfindet, in dem sich die Stadt in ein einzigartiges mittelalterliches Spektakulum verwandelt, erinnert nicht nur an die Burg Dikke Tinne, sondern auch an Hattem als einstige Festungs- und florierende Hansestadt, mit deren Altstadtfotos ich dir viel Freude wünsche. 🙂





















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