Der rätselhafte Messermord

Isabella Müller Igel Trier @isabella_muenchen

Eines der schlimmsten Verbrechen Triers, die als die älteste Stadt Deutschlands gilt, ereignete sich am 11. August 1989. An jenem Freitag stieg ein unbekannter Mann gegen 3 Uhr morgens über den Balkon zur Parterrewohnung der 32 Jahre alten, alleinerziehenden Beatrix Hemmerle am Weidengraben ein. Diese hatte ihre Balkontür arglos in der warmen Sommernacht offen und ihre Jalousien nur teilweise herunter gelassen. Während Beatrix und ihr 12 Jahre alter Sohn schliefen, schlich sich der Fremde in Beatrix Schlafzimmer, wo er diese mit einem Messer niedermetzelte und anschließend die Wohnung wieder über den Balkon verließ. Zwischenzeitlich war Beatrix Sohn durch die Schreie seiner Mutter wach geworden. Er lief zu ihrem Schlafzimmer, wo er seine Mutter blutüberströmt vorfand. Sofort rief er den Notarzt. Doch Beatrix verstarb noch in der Wohnung. Der Mann war über den Parkplatz geflüchtet, der direkt an der Kohlenstraße liegt, einer Hauptverbindungsstraße zwischen der Innenstadt und der Universität. Auf dem Parkplatz fanden die Ermittler eine blutverschmierte schwarze Lederjacke mit der Konfektionsgröße 48-50, die vermutlich vom Täter stammte. Die Ermittler gingen davon aus, das Beatrix Mörder aus dem näheren Umfeld kam. Zeugen hatten in den letzten Wochen immer wieder einen Mann auf Beatrix Balkon gesehen. Doch wer war der Mann und warum wurde Beatrix, die als Kontoristin in einem Kaufhaus in Trier arbeitete, so bestialisch ermordet? Um diese Fragen zu klären, startete die Polizei eine DNA-Reihenuntersuchung bei der über 300 Männer von der Polizei angeschrieben wurden, um freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Darüber hinaus bat die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe. Aber alle Spuren verliefen im Sande. Nach über 30 Jahren rollte anno 2017 die Mordkommission Trier, die Staatsanwaltschaft Trier und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz den Mordfall von Beatrix Hemmerle nochmals neu auf. Sie erhofften sich durch die Fortschritte in der DNA-Analyse neue Spuren. Eine zweite DNA-Reihenuntersuchung wurde nach mehr als 30 Jahren von der Polizei gestartet, in der 300 weitere Männer freiwillig ihre Speichelprobe abgegeben sollten. Der erste Teil des Tests, in dem 450 Männer, die anlässlich der Ermittlungen zum Mord an Beatrix Hemmerle identifiziert wurden, hatte keinen Treffer ergeben. Aber auch der zweite Test führte zu keinem Ergebnis. Auch erhoffte Hinweise durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“, in der der Mordfall Beatrix Hemmerle thematisiert wurde, blieb ergebnislos. Bis heute konnte der mysteriöse Mord an Beatrix Hemmerle nicht aufgeklärt werden, der wohl als Cold Case in die deutsche Kriminalgeschichte eingehen wird. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Trier, in der einst Beatrix Hemmerle so brutal in ihrer Wohnung ermordet wurde. 🙂

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