Das Herz und kulturelle Zentrum von Haarlems Altstadt in der Provinz Nordholland ist der Grote Markt, auf dem sich auch das Wahrzeichen der Stadt, die 80 Meter hohe, dreischiffige gotische St.-Bavo-Kirche, auch Grote Kerk genannt, aus dem 14. Jahrhundert befindet. Doch auf dem großen Marktplatz mit seinen mittelalterlichen Kopfsteinpflaster, auf dem schon im Mittelalter die Grafen von Holland ihre Turniere abhielten, gibt es neben zahlreichen Cafés, Restaurants und Geschäften noch weitere historische Gebäude. Auf diesem steht auch das prächtige Rathaus, das Graf Floris V. 1250 als Jagdschloss errichten ließ und zu dessen Residenz machte, als er sich in Haarlem niederließ, um Steuern einzutreiben. Nach dessen Tod schenkte sein Sohn der Stadt das Gebäude, das beim großen Stadtbrand 1351 fast vollständig niederbrannte. Nach dessen Wiederaufbau wird es heute als Rathaus genutzt. An dessen Fassade ist die Skulptur der Göttin der Gerechtigkeit angebracht, deren wachsame Augen auf den Grote Markt gerichtet sind. Ein weiteres Gebäude, das sich auf dem Grote Markt befindet und zu einem der schönsten zählt, ist die Vleeshal, zu deutsch Fleischhalle. Dieses wurde nach den Plänen des flämischen Architekten Lieven de Key, dem Stadtarchitekten von Haarlem, von 1602 bis 1603 im Stil der Renaissance als Statussymbol errichtet. Vor dem Bau existierte bereits um 1600 an der Kreuzung Spekstraat und der Warmoesstraat eine Fleischhalle, die aber im Laufe der Zeit zu klein wurde, so dass ab 1592 rund 26 Metzgerstände ihr Fleisch vor dem Gebäude im Freien anbieten mussten. Da Fleisch aber schnell verdirbt, war dies auf Dauer kein Zustand, weshalb es zum Bau einer größeren Fleischhalle kam. Der Grundstein für die Fleischhalle legten am 6. Juni 1602 Jan de Wael, Pieter und Weijntgen Kies, die Kindern von Haarlems Bürgermeistern. Am 1. November 1604 wurde die Fleischhalle eröffnet, die Platz für 40 Metzger bot. Nur in dieser durfte frisches Fleisch in Haarlem verkauft werden. Das Pökelfleisch wurde in der Warmoesstraat, einer Straße neben dem Gebäude verkauft. Um dort Fleisch verkaufen zu dürfen, mussten die Fleischhändler 30 Gulden berappen, was immer wieder zu Streit führte, da sie in der alten Fleischhalle nur 6 Gulden pro Jahr hatten zahlen müssen. Ab 1619 betrug der Preis nur noch 16 Gulden. Bis 1840 wurde das Gebäude aus rotem Backstein als Fleischhalle genutzt. Daran erinnert bis heute ein Fries mit in Stein gemeißelten Ochsen- und Schafsköpfen. Danach wurde es bis 1885 als Lagerplatz von einer in Haarlem stationierten Garnison genutzt. Anschließend befand sich dort das Nationalarchiv der Niederlande und die Stadtbibliothek von Haarlem. Seit 1951 wird das Gebäude vom Hans-Frans-Museum als Galerie genutzt, der Keller beherbergt das Archäologische Museum von Haarlem. Bei meinem Besuch von Haarlem, das direkt am Fluss Spaarne liegt und deshalb auch Spaarnestadt genannt wird, steuerte auch ich den Grote Markt, einen der schönsten Plätze der Niederlande an, um nicht nur den nostalgischen Flair dieses Platzes, sondern auch seine herrlichen historischen Gebäude aus nächster Nähe zu bewundern, mit deren Fotos ich Dir nun einfach viel Freude wünsche. 🙂
















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