Ein wunderschönes Naherholungsgebiet, das sich im Nordwesten der Sachsenmetropole Leipzig im Stadtteil Wahren befindet, ist der Auensee. Dieser 12 Hektar große See, der zwischen 3 bis 8 Meter tief und Teil des Auenwaldes ist, entstand aus einer Kiesgrube. In dieser baute die Firma Willybald Hoffmann den Kies für die Errichtung des Leipziger Hauptbahnhofes ab. Danach beschloss die Bank für Grundbesitz Leipzig die Kiesgrube in einen Vergnügungspark umzuwandeln. Dafür wurde die Kiesgrube 1913 mit dem Nebenarm der Weißen Elster, dem Hundewasser verbunden und geflutet, wodurch es zu einer extremen Verschlammung kam. Der See erhielt den Namen Auenseen, der am Nordufer vom Hundewasser angrenzte. Dadurch wurde für den Zu- und Ablauf des Auensees gesorgt. Als jedoch 1934 der Bau der Neuen Luppe vollendet war, wurde das Hundewasser unterbrochen und zugeschüttet. Seitdem besitzt der Auensee keine Zu- und Abflüsse, sondern wird vom Grundwasser gespeist. Nachdem am 4. Mai 1912 die Luna-Park GmbH gegründet worden war, eröffnete 1913 das Strandbad. Bald darauf erhielt der Vergnügungspark am 13. Oktober 1913 die Genehmigung für eine Vergnügungsbahn, den Luna-Express, um den See herum. Der Luna-Park und der Auensee wurden schnell zu einem beliebten Ausflugsziel bei Einheimischen und Touristen. Die Hauptattraktion des Vergnügungsparks war die Achterbahn „Gebirgsszeneriebahn“ mit Alpenkulisse. Im Laufe der Jahre entstanden viele Restaurants und Fahrgeschäfte rund um den malerischen Auensee. Neben einem Hippodrom, gab es eine Gondelstation, einen Motodrom, einen Musikpavillon und Tanzpaläste. Doch bereits Anfang der 1920er Jahre sank die Besucherzahl stetig, so dass nach und nach der Betrieb eingestellt und viele Gebäude abgerissen wurden. Das einzige Gebäude das nicht der Abrissbirne zum Opfer fiel war das Hauptrestaurant, das 1936 auf den Namen Haus Auensee getauft wurde. Dieses ist bis heute ein populärer Treffpunkt für Kultur und Konzerte. Schließlich wurde der Luna-Park 1931 zwangsversteigert. Neuer Besitzer des Auenseegeländes wurde 1941 die Stadt Leipzig. Am 5. August 1951 wurde dort die zweite Pioniereisenbahn der ehemaligen DDR in Betrieb genommen. Die Miniaturbahn mit einer Spurweite von 381 Millimetern, einer der kleinsten öffentlichen Einrichtungen dieser Art in Deutschland, umrundet auf einer 1,9 Kilometer langen Strecke seitdem den Auensee in 10 Minuten, die seit 1990 in Parkeisenbahn umbenannt wurde. Neben der 1925 gebauten Liliputdampflokomotive gibt es auch eine Akkulok, beide werden von dem Verein Parkeisenbahn Auensee e.V. im Auftrag der Stadt Leipzig betrieben. Die Bahn besitzt nicht nur einen Bahnhof mit Verkaufskiosk mit Freisitz sowie Fahrrad- und Sportgeräteverleih, sondern auch 3 Haltepunkte. Der Auensee ist dank seiner facettenreichen Landschaft bestehend aus dem Auenwald, den Streuobstwiesen und den Feuchtbiotopen ein wunderbares Erholungsgebiet, das Radfahrer, Spaziergänger, Angler und viele Familien gerne nutzen. Speziell Kinder kommen durch den Spielplatz „Auensee“ im Osten des Sees, der mit maritimen Spielgeräten aufwartet, dessen Highlight ein großes Holzschiff ist, voll auf ihre Kosten. Der Auensee ist wirklich ein tolles Ausflugsziel, der jedoch seit 1979 aufgrund der Salmonellengefahr ein Badeverbot hat, was diesem idyllischen Fleckchen Erde allerdings keinen Abbruch tut. Auch ich besuche diesen See immer wieder gern, wenn ich in Leipzig bin, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂










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