Eine regelrechte Hinrichtung fand am Abend des 11. Juni 1996 mitten in der Wiener Innenstadt statt. An jenem Abend wurde der 50 Jahre alte Georgier David Sanikidse auf offener Straße erschossen. Seine Begleiterin Manana Prusetskaja wurde dabei schwer verletzt. Die Mörder ließen am Tatort in der Annagasse die Mordwaffe eine Maschinenpistole der Marke Scorpion zurück, die schon kurze Zeit später in Budapest verhaftet wurden. Bei den Mördern handelte es sich um die 3 Georgier A. Javakhadsee, G. Oniani und S. Bartschuladse, die allesamt angeblich einer Mafia-Clique angehörten. Doch warum musste der erfolgreiche Geschäftsmann David Sanikidse sterben? David Sanikidse, genannt „Dado der Georgier“, gehörte der georgischen Mafia an, der gemeinsam mit dem 56 Jahre alten Shakro Kakachia, die Wirtschaftskontakte zum Westen steuerte. Beide galten als die Gründungsmitglieder der georgischen Mafia, die ein kriminelles Netzwerk aufgebaut hatten, das bis in die höchsten politischen Kreise reichte. Doch irgendjemanden waren die beiden wohl in die Quere gekommen, denn vor der Ermordung an David wurde Shakro mit 14 Schüssen auf dem Parkdeck vor seiner Willmersdorfer Wohnung in Berlin erschossen. Dies konnte kein Zufall sein. David war einer der obersten Paten der georgischen Mafia in Europa, der eng befreundet war mit Wjatscheslaw Iwankow, dem berühmten Paten der Russenmafia. Er war sogar alleiniger Zeichnungsberechtigter für die Milliardenschweren Konten von Iwankow. Durch diesen pflegte David Kontakte zu den höchsten gesellschaftlichen und politischen Kreisen, die bis zum georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse und dem russischen Präsidenten Boris Jelzin reichten. David war der Geschäftsführer eines Firmenkonzorcium des österreichischen Bauunternehmers Leopold Bausbek, der Luxushotels in der ehemaligen Sowjetunion gebaut und eine Verwandte des georgischen Präsidenten geheiratet hatte. Außerdem hatte David seit Kurzem Kontakt zu Grigori Loutschanski, dem Chef der Wiener Export und Importfirma Nordex. Angeblich war dies eine Scheinfirma um das Geld der Kommunistischen Partei der Sowjetunion in den Westen zu überführen. Loutschanski galt dabei als der Mafiaboss schlechthin, der der oberste aller Bosse der Ostmafia in Europa war. Für den Mord an David und wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung wurde A. Javakhadsee und G. Oniani zu lebenslanger Haft vom Landgericht für Strafsachen verurteilt. Ihr Freund, S. Bartschuladsee, der bei der Vorbereitung und Umsetzung der Tat geholfen hatte, erhielt 20 Jahre Haft. In einem Berufungsverfahren wurden die lebenslangen Haftstrafen in 20 Jahre Haft reduziert und aus den anfänglich 20 Jahren wurde die Strafe des Komplizen auf 15 Jahre herabgesetzt. Alle drei Täter sind nach ihrer Freilassung aus der Haft in ihr Heimatland zurückgekehrt. Damals gab A. Javakhadsee an David ermordet zu haben, da dieser den Mord an seinem Vater in Georgien in Auftrag gegeben hatte. Wer tatsächlich der Auftraggeber für den Mord an David war, konnte bis heute nicht beantwortet werden. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wiens Innenstadt. 🙂




















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