In den prachtvollen Sälen des Schlosses Versailles vor den Toren Paris fand eine der fesselndsten Liebesgeschichten des 18. Jahrhunderts statt. Inmitten des prunkvollen Hoflebens hatte eine Frau den Plan gefasst mit ihrer Schönheit, Intelligenz und Anmut das Herz des mächtigen König Ludwig XV. zu erobern. Diese Dame war Jeanne du Barry, die als Jeanne Bécu am 19. August 1743 in Vaucouleurs als Tochter der Näherin Anne Bécu und des Franziskanermönchs Jean Baptiste Casimir Gomand de Vaubernier geboren wurde. Jeannes Jugend war von Armut und Entbehrungen geprägt, die jedoch dank ihrer unwiderstehlichen Ausstrahlung ein Talent hatte, Männer um ihren Verstand zu bringen. Mit 15 Jahren zog Jeanne nach Paris, wo sie zunächst im Modegeschäft Labille tätig war. Doch Jeanne wollte mehr, die sich ihrer Schönheit bewusst war und bald als Kurtisane unter dem Namen Mademoiselle Lange im Etablissement von Madame Gourdan arbeitete, wo sie das Interesse des Grafen Jean-Baptiste du Barry weckte. Dieser erkor die nunmehr 18 Jahre alte Jeanne als zukünftige Mätresse des alternden Königs Ludwig XV. aus, um dadurch seinen Einfluss am Hof zu vergrößern. Doch dafür musste Jeanne erstmal salonfähig werden, weshalb er ihre Geburtsurkunde fingierte und sie mit seinem Bruder Guillaume du Barry am 1. September 1768 vermählte. Jeanne konnte nun als Adelige bereits am 22. April 1769 in die feine Pariser Gesellschaft eingeführt werden, die schnell die Aufmerksamkeit des König Ludwig XV. erregte, der von ihrer Lebensfreude und Grazie fasziniert war. Jeanne schaffte es trotz Intrigen am Hof dessen offizielle Geliebte zu werden, die nun ein Leben in Luxus und Opulenz genoss. Sie bezog prachtvolle Räume in Versailles, trug die schönsten Kleider und wertvollsten Schmuckstücke. Doch ihre Stellung am Hof war umstritten, da viele Adelige sie als Eindringling und Intrigantin empfanden. Jeanne musste sich permanent gegen Anfeindungen und Intrigen am Hof behaupten. Doch der König war Jeannes Charme gänzlich erlegen, der diese sogar auf die Hochzeit von Ludwig XVI. mit Marie-Antoinette mitnahm, die jedoch einen Groll gegen Jeanne hegten. Mit dem Tod Ludwig XV. im Jahr 1774 endete Jeannes Glanzzeit am Hof. Auf seinem Sterbebett hatte dieser unter Druck verfügt, dass Jeanne nach seinem Tod ins Kloster gehen müsse, obwohl diese ihn trotz Gefahr einer Pocken-Ansteckung hingebungsvoll gepflegt hatte. Dieser Bitte kam Ludwig XVI. nach. Jeanne musste 1 Jahr lang in der Abtei Pont-aux-Dames in Couilly leben, bevor sie im Oktober 1775 auf ihr Landgut in Saint-Vrain ziehen durfte. Anno 1776 kehrte sie auf Anordnung des Königs in ihr Schloss in Louveciennes bei Versailles zurück, das während der Französischen Revolution 1791 komplett geplündert wurde. Jeanne reiste nach England, wo sie sich für französische Emigranten engagierte. Nachdem sie von der Hinrichtung von König Ludwig XVI. erfahren hatte, kehrte sie arglos im März 1793 nach Paris und zu ihrem neuen Geliebten Louis Hercule Timoléon de Cossé, dem Herzog von Brissac, zurück. Wenige Monate später wurde sie verhaftet. Als Informant entpuppte sich ihr Page Zamor, den sie 1773 von Richelieu geschenkt bekommen hatte. Jeanne wurde wegen Unterstützung der Konterrevolution, Kontakten zu Emigrierten und Verschwendung öffentlichen Eigentums vor das Revolutionstribunal gestellt und zum Tode durch die Guillotine verurteilt. Jeanne versuchte verzweifelt durch Nennung von Namen und Informationen ihr Leben zu retten. Doch trotz heftiger Widerstände, weshalb sie von dem Henker Charles Henri Sanson und seinen Knechten vor ihrer Hinrichtung misshandelt wurde, ließ diese ihr Leben am 8. Dezember 1793. An jenem Tag wurde Jeanne im Alter von 50 Jahren auf dem Place de la Révolution vor Tausenden Schaulustigen durch die Guillotine geköpft. Ein wahrlich tragisches Ende für die einstige Geliebte des französischen Königs. Jeanne du Barry ging als eine der schillerndsten Figuren des französischen Hoflebens im 18. Jahrhundert in die Geschichte ein. Ihre Lebensgeschichte begeistert bis heute, da sie den Aufstieg einer einfachen Frau des Volkes zur mächtigen Mätresse des Königs verkörpert. Trotz aller Anfeindungen und Intrigen konnte sie sich durch ihren Charme und ihre Klugheit am Hof behaupten, bis ihr Schicksal sie einholte. Jeannes Geschichte beweist wie Leidenschaft, Macht und Tragik auf beeindruckende Weise miteinander verwoben sein können. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der französischen Hafenstadt Le Havre, die auch als Tor zu Paris bezeichnet wird. 🙂

















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