Das älteste Gewerbe der Welt ist bekanntlich die Prostitution, die auch im Mittelalter gewerbsmäßig betrieben wurde. Die Prostituierten arbeiteten meist in Bordellen, die sich in bestimmten Vierteln der jeweiligen Städte befanden, um die ortsansässigen Frauen so vor Vergewaltigungen zu schützen. Auch in Feldkirch, der westlichsten Stadt Österreichs, die zu Füßen der imposanten Schattenburg liegt und eine der besterhaltenen historischen Altstädte Vorarlbergs besitzt, gab es so ein Viertel. Die meisten dieser Etablissements befanden sich in dem sogenannten „Rosengässele“. In der Rosengasse durften sich die Prostituierten auf Anweisung der Stadt unbehelligt aufhalten. Die Bordelle hatten an ihren Haustüren das Zunftzeichen der Rose. Diese galt als Emblem der Prostituierten, die oftmals neben Dirnen auch als Huren bezeichnet wurden. Das Wort Hure stammt von dem mittelhochdeutschen Wort „Huur“ ab, das damals wertneutral war und für den unehelichen Beischlaf stand. Die Prostitution war keinesfalls ein verwerfliches Gewerbe, da nicht jede Gesellschaftsschicht den Bund der Ehe eingehen durfte. Das Patriziergeschlecht „Metzler“, das im 16. Jahrhundert einen Bischof von Konstanz stellte, hatte in seinem Wappen sogar eine Hure. Im Mittelalter war es zudem üblich, dass wenn hoher Besuch in die Stadt kam, diesem zur Begrüßung Huren geschickt oder diese in die Bordelle eingeladen wurden. Das berühmteste Bordell war allerdings die Herrenmühle am Mühletorplatz, wo sich heute das Elektrizitätswerk befindet. Die Mühle gehörte ab 1218 dem Johanniterorden, die 1366 von den Grafen von Montfort, den Gründern von Feldkirch, erworben wurde. Damals musste die Hure nur die Mühle räumen, wenn ein Mahlgast kam. Bereits 1399 gab es in Feldkirch ein Stadtrecht, das besagte, dass eine Hure nicht länger als 8 Tage im Haus oder in der Herberge sich aufhalten dürfe. Auf Wunsch der Kirche gab es für die Huren auch die Option aus dem Gewerbe auszusteigen, in dem ein Christ diese zur Ehefrau nahm. Als Belohnung bekam dieser Sündenablass für zeitliche Sündenstrafen. Das älteste Gewerbe der Welt war schon im Mittelalter in Feldkirch vertreten, auf dessen Spuren ich hautnah in der Rosengasse wandeln konnte und Dir nun viel Freude mit meinen Fotos von Feldkirchs mittelalterlicher Altstadt wünsche. 🙂











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