Der malerische Vorort von Birmingham in England kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken, die bis ins 9. Jahrhundert reicht. Doch dieser blühende Vorort hat auch ein dunkles Kapitel, das seine Bewohner bis heute verfolgt – die unaufgeklärten Morde an zwei jungen Frauen, deren Schicksale sich auf rätselhafte, fast schon erschreckende Weise ähneln. Der Zeitpunkt ihrer grausamen Tode könnte nicht eigenartiger sein, denn dazwischen liegen sage und schreibe 157 Jahre, doch die Parallelitäten sind kaum zu ignorieren. Die Morde an Mary Ashford im Jahr 1817 und Barbara Forrest im Jahr 1974 haben nicht nur die örtliche Bevölkerung in den Bann gezogen, sondern auch das Interesse von Kriminalhistorikern und Menschen aus aller Welt geweckt. Beide Frauen waren zum Zeitpunkt ihres Todes erst 20 Jahre alt, beide wurden nach einem Tanzabend am selben Tag, dem Pfingstmontag im selben Park sexuell missbraucht und getötet. Darüber hinaus hatten beide Frauen am selben Tag Geburtstag und deren Mörder haben denselben Nachnamen gemein, die zwar angeklagt, aber beide freigesprochen wurden. Es ist eine Geschichte, die einem den Atem stocken lässt. Mary Ashford hatte am Abend des 26. Mai 1817 mit ihrer Freundin Hannah Cox einen Pfingstball im Tyburn House in Erdington besucht, wo sie auf den 25 Jahre alten Farmer Abraham Thornton traf, mit dem sie tanzte und sprach. Doch was als fröhlicher Abend begann, endete in einer Tragödie. Am nächsten Morgen wurde Marys Leiche in einem Wasserbecken im Pype Hayes Park von dem Fabrikarbeiter George Jackson entdeckt. Mary war sexuell angegriffen und dann in das Wasserbecken geworfen worden, wo sie ertrank. Die Schockwelle in der Gemeinde war enorm. Die am Tatort gefundenen Blutspuren und Fußabdrücke führten zu Thornton, der schnell zum Hauptverdächtigen avancierte. Thornton gab zu mit Mary Sex gehabt zu haben. Doch er beteuerte, dass er diese nicht umgebracht hatte. Thornton hatte Mary noch zum Haus ihrer Freundin gebracht. Für die Zeit danach hatte er drei Zeugen, die ihm ein Alibi gaben. Trotz der Indizien wurde er im August 1817 vom Schwurgericht Warwick innerhalb von gerade einmal 8 Minuten freigesprochen, und die Anklage konnte nichts gegen ihn ausrichten. Die Familie versuchte den Fall durch ein altes Gesetz der doppelten Strafverfolgung neu aufzurollen. Thornton wurde erneut verhaftet und in das Gerichtsgebäude Old Bailey in London gebracht, wo er abermals freigesprochen wurde. Danach kehrte Thornton England den Rücken und wanderte nach Amerika aus, wo er sich in New York nieder ließ, heiratete und ein neues Leben begann. Fast genau 157 Jahre später, am 27. Mai 1974, geschah erneut ein schreckliches Verbrechen. Das Opfer war die 20 Jahre alte Barbara Forrest, die aus Corby nach Birmingham gekommen war, um als Kinderbetreuerin im Herrenhaus Pype Hayes Hall zu arbeiten. Barbara hatte ebenfalls wie Mary eine Tanzveranstaltung besucht. Auch sie wurde danach das Opfer eines brutalen Mordes, und der Hauptverdächtige war ein gewisser Michael Ian Thornton – kein Verwandter des ersten Verdächtigen, aber die Namensgleichheit sorgt für zusätzliche Gänsehaut. Barbara war zum letzten Mal mit ihrem Freund Simon Belcher gesehen worden, der sie gegen 1 Uhr morgens zu der Bushaltestelle Colmore Circus gebracht hatte. Am 4. Juni 1974 wurde Barbara nur 300 Meter entfernt von Marys Todesort in einer Böschung im Pype Hayes Park tot aufgefunden. Ihr Körper wies ebenfalls Spuren von Gewalt und sexuellem Übergriff auf. Als Hauptverdächtige galt Michael Ian Thornton, ein Arbeitskollege von Barbara. Er wurde schnell festgenommen, nachdem Blutflecken auf seiner Bekleidung entdeckt wurden und ihm seine Mutter ein falsches Alibi gegeben hatte. Doch auch in diesem Fall blieben die Beweise vage, und Thornton wurde mangels ausreichender Indizien freigesprochen. Es gibt zahlreiche erschreckende Parallelen zwischen den beiden Fällen. Beide Frauen waren junge, attraktive Frauen, die vor ihrer Ermordung ein Unbehagen geäußert hatten. Mary hatte ihre Besorgnis gegenüber Hannahs Mutter geteilt, während Barbara ihren Kollegen von einem „unglücklichen Monat“ erzählt hatte. Die Tatsache, dass diese Morde in derselben Gegend stattfanden und so viele identische Elemente zeigten, nährt Spekulationen über übernatürliche Verbindungen zwischen den Taten. Während einige glauben, dass es sich lediglich um Zufälle handelt, sind andere überzeugt, dass hier etwas Dunkles am Werk war. Die Menschen in Erdington und auf der ganzen Welt sind weiterhin von diesen ungelösten Fällen fasziniert. Historiker und Kriminalexperten haben versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, doch die Schatten der Vergangenheit weichen nicht. Der Wunsch nach Gerechtigkeit für Mary Ashford und Barbara Forrest bleibt in den Herzen derjenigen, die mehr über diese tragischen Geschichten erfahren möchten. Die Diskussion über die sogenannten Erdington-Morde hat die Gemeinde zusammengebracht, während sie sich der unheimlichen Frage stellen: Ist es möglich, dass die Dunkelheit, die einst über Erdington fiel, noch immer dort verweilt? Oder handelt es sich lediglich um die unglücklichen Zusammenhänge von zwei tragischen Einzelfällen? Die Antworten könnten in den düsteren Tiefen der menschlichen Natur verborgen sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erdington-Morde nicht nur ein historisches Mysterium sind, sondern auch ein eindringliches Beispiel dafür, wie die Schatten der Vergangenheit im Gedächtnis der Menschen weiterleben können. Vielleicht wird eines Tages Licht in dieses Dunkel gebracht, und die Wahrheit ans Licht kommen. Bis dahin bleibt die Geschichte unvollständig und die Fragen unbeantwortet. Letztlich kann man nur hoffen, dass die Seelen der beiden jungen Frauen Frieden gefunden haben. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Birmingham, in dessen Vorort Erdington sich die beiden Frauenmorde im Pype Hayes Park ereignet hatten. 🙂





















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