Im Herzen von dem Dorf Egmond aan den Hoef in der Gemeinde Bergen befindet sich die malerische Wasserschlossruine Egmond. Diese war einst die größte Burg der Niederlande, die Stammsitz der Herren und Grafen von Egmond, einem der mächtigsten Edelleute im damaligen Europa war. Von dieser sind heute nur noch deren Fundamente übrig, die mit drei Brücken verbunden sind. Die Geschichte der Burg begann damit, als das Herrschaftsgebiet der Abtei Egmond-Binnen erweitert wurde und dadurch der Abt Wouter van Gent 1129 die Verwaltung an einen sogenannten „advocatus“ aus der Familie Egmond übertrug. Damit wurde Beerwout I. van Egmond zum Stellvertreter des Grafen von Holland ernannt, der einen Bauernhof und 6 Häuser erwarb. Dieser und die nachfolgenden Vögte gewannen immer mehr an Macht, die sie nutzten, um den Hof zu einer Rundburg umzugestalten. Bereits 1170 legte Dodo van Egmond den Grundstein für eine Burg. Durch dessen Teilnahme an den Kreuzzügen wurde die Verwaltung vererbt und das Areal als Belohnung zur Herrschaft erklärt. Anno 1203 wurde diese während des Loon-Krieges, der um die Nachfolge des Grafen Dirk VII. geführt wurde, zerstört. Danach baute Wouter van Egmond eine neue steinerne Ringburg mit schwerem Turm und Schildmauer an der Südseite. Um 1285 ließ Willem van Egmond diese um eine Vorburg und Walltürme erweitern. Jahrhundertelang blieb die Burg im Besitz der Herren van Egmond, die häufig Konflikte mit der Abtei hatten. Am Ende des 15. Jahrhunderts zur Zeit von Jan III. van Egmond, der erste Graf von Egmond und Ratsherr von Maria von Burgund, der 1486 von Kaiser Maximilian zum Grafen erhoben wurde, hatte die Burg ihre größte Größe erreicht. Anno 1573 wurde die Burg und Abtei von Truppen von Dietrich Sonoy auf Befehl des Prinzen von Oranien niedergebrannt, damit die Spanier keinerlei Kontrolle über diesen strategisch günstigen Punkt erhielten. Im Jahr 1607 wurden die Herren van Egmond durch ihre Schulden gezwungen die Burg und die umliegenden Ländereien an die Staaten Holland und Westfriesland zu verkaufen, die diese jedoch im 18. Jahrhundert zurückkauften. Anschließend ließ Jan van Egmond Nijenberg die zwei Türme restaurieren. Danach erwarb Frau Jacoba Foreest zusammen mit ihrem Ehemann Tinne den Burgkomplex, bis diese ihn 1798 an ein Abrissunternehmen veräußerten. Die Fundamente verschwanden im Flugsand. Anno 1933 wurde die Provinz Nordholland Eigentümer der Burganlage, die nur aus Sumpfgebiet bestand. Durch archäologische Ausgrabungen, die bis 1936 andauerten, wurden die Fundamente der ersten Rundburg und der zweiten Vierecksburg sowie Außenmauern und einige Innenmauern entdeckt. Neben den Resten der Burg befindet sich die Burgkapelle, die Willem I. van Egmont 1229 erbauen ließ, die St. Catarina, der Patronin des Adels geweiht wurde. Doch 1431 ließ Jan II. van Egmond diese abreißen, um eine größere Kapelle zu errichten, in der er begraben liegt. Seit 1997 steht im Burggraben eine Bronzestatue von Lamoraal van Egmond, dem obersten Heeresführer des Königs von Spanien, der sich für die Bedürfnisse der unterdrückten Menschen in den Niederlanden einsetzte, weshalb ihn die spanischen Besatzer loswerden wollten. Darum wurde er 1568 auf Befehl von Alva auf dem Grote Markt in Brüssel enthauptet. Dieses Ereignis war der Anlass für einen nationalen Aufstand, der zur Unabhängigkeit der Niederlande führte, was Lamoraal van Egmond zum Volkshelden werden ließ. Selbst der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe schrieb darüber das Trauerspiel mit dem Titel „Egmont“. Der Graf Lamoraal war auch dafür verantwortlich, dass der Sumpf, der an das Schloss angrenzte, eingepoldert wurde. Auch ich besuchte die Wasserschlossruine Egmond, die wahrlich ein idyllisches Fleckchen Erde darstellt und mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂
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