In den 70er und 90er Jahren sorgte ein junger Mann namens Valentino Pesenti in Genua für Angst und Schrecken, da er vier brutale Morde beging, weshalb er den Namen das „Monster von Genua“ erhielt. Valentino Pesenti erblickte 1962 in der italienischen Hafenstadt Genua das Licht der Welt, der in einem schwierigen Umfeld aufwuchs. Seine Kindheit war geprägt von einem schlechten Verhältnis zu seinen Eltern, insbesondere zu seinem Vater. Schon früh fiel er durch sein kriminelles Verhalten auf. Mit nur 14 Jahren nahm sein Leben eine tödliche Wendung. Am 25. März 1976 tötete er die 89-jährige Giovanna Grattarola, die als Gesellschaftsdame für die Gräfin Elisabetta Thellung arbeitete. Der Mord war grausam, da er Elisabetta mit verschiedenen Küchenwerkzeugen, darunter Messer und Stöcken, massakrierte. Die Polizei war sich zunächst nicht sicher, ob ein Einzelner für das Verbrechen verantwortlich sein konnte, und vermutete, dass auch Obdachlose aus der Umgebung in den Mord verwickelt sein könnten. Die Schlagzeilen über den blutigen Tatort in Genuas Stadtteil Carignano waren überall zu lesen. „Blutige Wände – Mörder auf freiem Fuß“, titelte die Presse. Zunächst fiel der Verdacht auf einen 50 Jahre alten Anstreicher, der zum Zeitpunkt des Mordes am Tatort gesehen worden war. Doch die Spur verlief sich im Sande. Schnell wurde der Fall von den Ermittlern wie so oft ad acta gelegt. Nur einige Monate später, am 31. August 1976, wurde die Leiche des 50-jährigen Kuo Yuen Suo, einem chinesischen Lederwarenhändler, in seinem Geschäft gefunden. Er war mit zwei Kugeln im Rücken erschossen worden. Auch dieser Fall wurde ebenfalls bald wieder geschlossen, ohne neue Hinweise oder einen Verdächtigen. Zwar war ein Mann namens Patrizio Saluzzo anfangs verdächtig worden, da er die Ehefrau des ermordeten Chinesen am Tag der Ermordung überfallen hatte. Doch eine Verbindung mit der Ermordung des Chinesen konnte nicht hergestellt werden. Fast 15 Jahre blieb es still um Valentino Pesenti, doch am 17. Januar 1991 sollte sich alles ändern. In der Nacht hörte eine Nachbarin laute Schreie und Schüsse aus der gegenüberliegenden Wohnung. Sie rief sofort den Notruf und gab an, dass sie einen Mann mit großen gestreiften Schal gesehen hatte, der fluchtartig in einen weißen Fiat 500 von der Wohnung ihrer Nachbarin weggefahren sei. Die Opfer von Valentino Pesenti, die er in jener Nacht brutal getötet hatte, waren die 67-jährige Anna Maria Carrozzino und ihre 35-jährige Tochter Maria Grazia Villa. Anna Maria wurde in ihrem eigenen Bett schlafend überrascht, gefesselt und mit einem Nudelholz und mehreren Messerstichen angegriffen. Maria Grazia wurde im Wohnzimmer mit einem Tranchiermesser erstochen. Als die Polizei eintraf, war der Tatort ein Bild des Schreckens, denn überall war Blut. Die grausame Szenerie erinnerte an ein Horrormärchen. Nur wenige Stunden nach dem Verbrechen stießen zwei Polizisten auf Valentino Pesenti, der mit seinem weißen Fiat 500 in eine Graben gefahren war und feststeckte. Er bat die beiden Carabinieri um Hilfe. Als diese seine blutbefleckte Hose und den Schal bemerkten, durchsuchten sie das Auto, wo sie unter dem Sitz die geraubten Schmuckstücke der beiden getöteten Damen fanden. Die beiden Polizisten hatten keinen Zweifel daran, dass sie den Mörder erwischt hatten. Valentino Pesenti wurde auf der Stelle verhaftet. Valentino hatte zwar versucht, eine Geschichte über eine frühere Beziehung zu den Opfern zu spinnen, aber die Ermittler waren skeptisch. Er gestand schließlich, dass er die beiden Frauen nicht gekannt hatte und dass seine Motive in einem Wahnsinnstaktik lagen. „Ich sah alles rot“, sagte er und gestand alle Morde, auch die Morde an Elisabetta Thellung und Kuo Yuen Suo aus dem Jahr 1976. Valentino Pesenti wurde wegen den 4 Morden vor Gericht gestellt und für schuldig befunden. Obwohl er versuchte, seine Gewalttaten zu entschuldigen, indem er auf sein schwieriges Leben und seine Vorstrafe hinwies, war die Beweislage erdrückend. Am 21. Mai 1992 wurde er zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein mildes Urteil angesichts der Gräueltaten, die er begangen hatte. Heute sitzt Pesenti im Gefängnis von Porto Azzurro. Interessanterweise hat er seine Zeit hinter Gittern genutzt, um für Reformen zu plädieren, die alternative Resozialisierungsmaßnahmen bieten. Er hat sogar an einer Gefangenenzeitschrift namens „La Grande Promessa“ mitgeschrieben, in der er sich für eine Veränderung im Justizsystem ausspricht. Valentino Pesenti ist mehr als nur ein Mörder. Er ist das Produkt einer gebrochenen Kindheit und eines Lebens, das von Verzweiflung und Gewalt geprägt war. Während er heute für seine Taten bestraft wird, bleibt die Frage offen, ob solch ein brutaler Mensch jemals in der Lage sein kann, sich zu reformieren. Einerseits könnte man sagen, dass die Gesellschaft versagt hat, ihn rechtzeitig zu erreichen; andererseits zeigt sein Fall, wie weit die menschliche Dunkelheit reichen kann. Die Spuren, die Valentino Pesenti hinterließ, bleiben für immer in der Geschichte dieser Stadt verankert, als Mahnmal für die Schrecken des Verbrechens und die traurige Realität, dass Monster nicht immer aus Märchen stammen. In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Freude mit meinen Fotos von Genua. 🙂























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