Eine wahre Ausgeburt des Bösen war die Krankenschwester Marie Fikáčková, die in der Geburtshilfestation im Krankenhaus Sušice ohne jegliches Gewissen unschuldige Babys ermordete. Doch wer war diese skrupellose Babykillerin, die nach außen hin so unschuldig und hilfsbereit wirkte? Marie Fikáčková wurde am 9. September 1936 in Sušice, einer Kleinstadt in der damaligen Tschechoslowakei, geboren. Ihr Leben begann in einer dysfunktionalen Familie, gezeichnet von instabilen zwischenmenschlichen Beziehungen und emotionalem Chaos. Trotz dieser schwierigen Umstände gelang es ihr, die medizinische Hochschule in Klatovy mit guten Noten zu absolvieren und im Jahr 1955 als Krankenschwester in der Entbindungsabteilung des Krankenhauses von Sušice zu arbeiten. Marie galt als kompetent und fähig und stieg bald zur Oberschwester auf. Neben ihrem beruflichen Aufstieg fand sie auch Halt in ihrer Ehe, die jedoch nach kurzer Zeit scheiterte. Keiner ahnte, dass in der 24 Jahre alten Marie, ein Wolfs im Schafspelz schlummerte, der schließlich zu einem beispiellosen Kriminalfall führte. Am 23. Februar 1960 wurde sie verdächtigt, zwei Neugeborene auf der Neugeborenen-Station des Bezirkskrankenhauses in Sušice getötet zu haben. Vier Tage später wurde sie festgenommen, und die Autopsien der beiden Mädchen ergaben, dass schwere Hirnverletzungen und Frakturen die Todesursache waren. Der Pathologe kam zu dem Schluss, dass die Kinder in schneller Folge an ähnlichen Verletzungen gestorben waren. Gerichtsunterlagen dokumentierten den grausamen Zustand eines Kindes, das nur 20 Stunden alt war und Kopfverletzungen sowie zwei gebrochene Arme erlitt – Verletzungen, die nur absichtlich herbeigeführt worden sein konnten. Am selben Tag wurden zwei weitere Neugeborene mit vergleichbaren Verletzungen gefunden, an denen beide starben. Die Akten enthielten zudem ihre Geständnisse, dass sie gegen ein Dutzend anderer Säuglinge Gewalt angewendet hatte, die sie als „Überlebende von Angriffen“ bezeichnete. Ihr offensichtliches Motiv für diese Gewalt war die Intoleranz gegenüber weinenden Babys. Marie hasste schreiende Säuglinge, die sie in ihrer Konzentration störten, weshalb sie ihnen gezielt auf den Kopf schlug, um diese zum Schweigen zu bringen. Diese Methode erwies sich als äußerst effektiv, die sie nun immer bei weinenden und schreienden Babys anwendete. In einer erschreckenden Erklärung sagte sie: „Wenn man den Kopf drückt, fühlte ich meine Finger in den Kopf sinken, aber ich fühlte in diesem Moment keine knirschenden Schädelknochen, ich fühlte nur das Schlagen des Kopfes. Nach einer kurzen Erregung beruhigte ich mich und arbeitete dann beim Serviettenfalten im Untersuchungsraum.“ Psychologen und Psychiater, die sie untersuchten, befanden Marie als zurechnungsfähig, stellten jedoch eine Neigung zu Depressionen, Hysterie und unkontrollierten Wutausbrüchen fest – eine Diagnose, die die Natur ihrer Verbrechen bestätigte. Der Prozess gegen Marie Fikáčková begann Anfang Oktober 1960, und sie wurde wegen beider Anklagepunkte verurteilt. Am 6. Oktober wurde sie zum Tod verurteilt. Ihre Berufung im frühen Jahr 1961 blieb erfolglos, ebenso wie ihre Gnadengesuche an den Präsidenten. Am Donnerstag, den 13. April 1961, wurde die Vollstreckung ihres Todesurteils in dem Pankrac-Gefängnis in Prag vollzogen. Die Tschechoslowakei verwendete die Methode des kurzen Falls bei Hinrichtungen, und Einzelheiten über diese wurden nicht öffentlich gemacht. Marie war die erste Frau, die in einem Innenraum gehenkt wurde. Sie wurde vermutlich in den Hinrichtungsraum geführt, auf eine kleine Falltür nahe der Wand gestellt und ein einfacher Halter, befestigt an einer hervorstehenden Metallstange, um ihren Hals gelegt. Der Henker trat in einen angrenzenden Raum und betätigte den Hebel zur Wand. Ihr Fall rückte erneut ins Licht der Medien im Jahr 2007, als behauptet wurde, dass sie bis zu zehn Morde begangen habe, was sie zur schlimmsten Serienmörderin in der Geschichte der Tschechei machen würde. Jedoch existierten nur indirekte Beweise, die sie mit weiteren Verbrechen in Verbindung brachten. Der Journalist Stanislav Motl, der sich eingehend mit dem Fall beschäftigte, argumentierte, dass das Gericht keine Gelegenheit hatte, mehrere Morde nachzuweisen, unter anderem weil die kleinen Körper nicht obduziert worden waren. Motl führte zudem an, dass der Fall politisch eine Rolle spielte, da es Missstände im Krankenhauspersonal gegeben hatte. Gemäß Stanislav Motl zeigte eine gründliche Untersuchung aller Materialien, dass Marie offenbar Kinder hasste, die weinten. Er bezeichnete die Morde als größte Massentötungen. Während sie für zwei Morde verurteilt wurde, gebe es noch zusätzliche zehn tote Kinder. Die Details des Falls wurden von der staatlich kontrollierten tschechischen Presse größtenteils unterdrückt, wegen des mangelnden Vertrauens in die Sicherungsmaßnahmen des Krankenhauses zu jener Zeit und aus Angst vor Panik unter schwangeren Frauen. Eltern der verstorbenen Kinder wurde mitgeteilt, ihr Kind sei an postpartalem Schock oder Herzversagen gestorben. Doch Stanislav Motl erhielt schließlich einen medizinischen Bericht, der feststellte, dass die Säuglinge zerquetschte Köpfe und gebrochene Hände hatten. Marie Fikáčkovás erschütternde Geschichte bleibt eine düstere Erinnerung an die verborgenen Abgründe menschlicher Psyche und die Konsequenzen, wenn Instabilität und Wut nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Ihr Fall ist heute ein eindringliches Beispiel für die Bedeutung der psychologischen Betreuung und der Prävention in medizinischen Einrichtungen, um solch tragische Ereignisse zu verhindern. Trotz diesem schockierenden Kriminalfall wünsche ich Dir viel Freude mit meinen Fotos von Prag. 🙂













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