Der einzige Königsmord in der deutschen Geschichte

Isabella Mueller @isabella_muenchen Bamberg

Der einzige Königsmord in der deutschen Geschichte war der an König Philipp von Schwaben, dem jüngsten und zugleich alleinigen noch lebenden Sohn des Kaisers Barbarossa, der 1190 auf dem Kreuzgang im Fluss Saleph ertrunken war. Dieser Mord geschah ausgerechnet am Tag der Hochzeit von Otto Herzog von Meranien mit Beatrix von Burgund, die Nichte des König Philipp von Schwaben sowie die Enkelin von Friedrich Barbarossa, am 21. Juni 1208 in Bamberg, das auch als Fränkisches Rom bezeichnet wird, da es wie Rom auf 7 Hügeln erbaut wurde. Die Eltern der Braut waren der Pfalzgraf Otto I. von Burgund und Margarete von Blois-Champagne. Damit war sie die Erbin der Pfalzgrafschaft von Burgund. Das Hochzeitsdatum wurde äußerst klug gewählt, da dieser drei Tage vor dem Ende des vereinbarten Waffenstillstands von König Philipp von Schwaben und König Otto IV. von Braunschweig lag. Denn anno 1198 waren sowohl der Staufer Philipp als auch der Welfe Otto zum deutschen König gewählt worden. Seitdem herrschte ein erbitterter Streit um die Regentschaft im Reich und um die Königswürde, die sich seit 1208 immer mehr auf die Seite König Philipps neigte, obwohl Papst Innozenz III. bereits 1202 sich für Otto IV. als König entschieden hatte. Im März 1208 reiste König Philipp mit seinen Gesandten nach Rom, um mit dem Papst über einen endgültigen Frieden zu verhandeln. Der Papst Innozenz III. bot an auf die mittelitalienischen Territorien, die er nach dem Tod Kaiser Heinrich VI. vereinnahmt hatte, zu verzichten, wenn König Philipp nicht Sizilien erobern würde. Der Papst stellte Philipp dafür die Kaiserkrönung in Aussicht, wenn sein Neffe, der Sohn seines Bruders Graf Richard von Segni, zudem eine Tochter von König Philipp zur Frau bekäme und mit dem Herzogtum Tuszien belehnt werde. Der welfische König Otto sollte unterdessen auf die Krone verzichten und ebenfalls eine Tochter von Philipp heiraten. Denn als Schwiegersohn könnte er, wenn Philipp keine männlichen Nachkommen mehr beschert werden, sein Nachfolger auf dem Königsthron werden. Doch Philipp hatte zwar vier Töchter, davon waren aber schon drei verlobt. Um aber sowohl dem Neffen des Papstes als auch dem welfischen König eine seiner Töchter zur Frau geben zu können, löste er die Verlobung seiner Tochter Kunigunde mit dem Pfalzgraf Otto VII. von Wittelsbach, was sein Todesurteil wurde. Während die Trauung vom Gastgeber, dem Bischof von Andechs vollzogen war, feierte die Hochzeitsgesellschaft ausgelassen. König Philipp hatte sich nach der Vermählung in seine Gemächer in der Bamberger Königspfalz zurückgezogen, wo er noch einen Aderlass über sich hatte ergehen lassen müssen. Er wollte fit sein, da er nach den Feierlichkeiten mit seinem Heer, das außerhalb der Stadt lagerte, nach Braunschweig wollte, um den Welfenkönig Otto IV. endgültig zu besiegen. Doch als er schon in seinem Bett lag, drang plötzlich der Pfalzgraf Otto VII. von Wittelsbach in sein Gemach. Der wehrlose König sagte noch: „Lass doch das Spiel, ich will ruhen“. Doch der Pfalzgraf Otto VII. stieß ihm sein Schwert mit den Worten: „Für Dich kein Spiel“ in seinen Leib. Der König starb und wurde am nächsten Tag im Bamberger Dom beigesetzt. Damit war der Weg des Welfenkönig Otto IV. zur Kaiserkrone geebnet. Seine Ära als König währte nicht lang, da dieser nach seinem Versuch Sizilien zu erobern mit dem Papstbann belegt wurde. Aus diesem Grund errang der 18 Jahre alte Friedrich II. 1212 die Königswürde. Otto VII. von Wittelsbach aber konnte nach seiner Tat fliehen. Jedoch wurde der geflohene Mörder als sogenannter „Vogelfreier“ am 7. März 1209 vom Reichsmarschall Heinrich von Kalden in einem Getreidespeicher unweit von Regensburg für seine Schandtat enthauptet. Aber warum brachte Otto VII. von Wittelsbach König Philipp um? Wollte dieser eine politische Entscheidung zugunsten Ottos IV. herbeiführen oder was es ein persönlicher Racheakt wegen der aufgelösten Verlobung mit seiner Tochter und einem Brief, den König Philipp von Schwaben dem Herzog von Schlesien geschrieben hatte, in dem er abriet Otto VII. seine Tochter zur Frau zu geben? Das Tatmotiv konnte nie eindeutig geklärt werden. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Bambergs historischer Altstadt, die 1993 von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. 🙂

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