Die Rollator-Gang

Isabella Mueller Münster NRW Deutschland @isabella_muenchen

Eine spektakuläre Raubserie ereignete sich zwischen Dezember 1988 bis Januar 2004. In diesem Zeitraum fanden insgesamt 14 Banküberfälle in Westfalen und Niedersachsen statt, bei denen drei vermummte Männer 1 Million Euro erbeuteten. Schwer mit einer englischen Maschinenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg, Pistolen und einer Handgranaten-Attrappe bewaffnet, überfielen diese abgelegene Bankfilialen bevorzugt an kalten Winterabenden und bedrohten die Bankangestellten und Kunden. Sie zertrümmerten die Sicherheitsscheiben mit einem Vorschlaghammer oder einer Spaltaxt. Sobald die Angestellten ihnen das Geld aus dem Tresor überreicht hatten, flüchteten sie mit einem Auto. Die Polizei tappte jahrelang im Dunkeln, wer die 3 Bankräuber waren, die bei ihren Raubüberfällen äußerst rabiat vorgingen. Erst durch einen Hinweis eines Bekannten aus einem Gefängnis kamen sie den meist gesuchtesten Bankräubern Deutschlands auf die Schliche, die anders wie erwartet sich im Opa-Alter befanden. Deshalb wurde im November 2004 die Soko Opa gegründet, die nun die 3 alten Männer observierte und kurz vor ihrem nächsten, minutiös geplanten Coup dingfest machen konnte. Bei der Rollator-Gang handelte es sich um den 74 Jahre alten Rudolf R., den 73 Jahre alten Wilfried A. und den 64 Jahre alten Lothar A., die bereits lange Haftstrafe wegen anderer Straftaten verbüßt hatten. So hatte Wilfried A. bereits 40 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht, Rudolf R. hatte es immerhin auf 16 Jahre geschafft und Lothar A. auf 10 Jahre. Motiv für die Raubüberfälle war die Geldnot der Rentner, die wenig bis gar keine Rente bekamen und nicht ins Altersheim wollten. Mit dem erbeuteten Geld gingen sie äußerst sparsam um. Wilfried A. hatte einen Hof gepachtet, Lothar A. hatte sich Geld für sein Alterspolster zurückgelegt und Rudolf R. hatte einen Teil des Geldes für seine Motorenwerkstatt verwendet. Insgesamt waren von der 1 Million Euro noch 400.000 Euro übrig. Den 3 betagten Bankräubern wurde der Prozess am Landgericht Hagen gemacht, wo sie wegen schweren Raubes und räuberischer Erpressung verurteilt wurden. Rudolf R. erhielt 9 Jahre Haft, Wilfried A. 10 Jahre Haft und last but not least Lothar A. wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Damit war die Karriere als Bankräuber der Rollator-Gang endgültig Geschichte, die fast schon in Löhne 2003 geschnappt worden wären, da Rudolf R., das älteste Mitglied des Bankräuber-Trios bei der Flucht aus der Bank auf Glatteis ausgerutscht war und es fast nicht mehr rechtzeitig in das Fluchtauto geschafft hatte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Münster, einem der Regierungsbezirke Westfalens, in dem die Rollator-Gang einst Bankfilialen überfallen hatte. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabellamueller.com . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9