Die brutalen Wilddiebe

Isabella Mueller @isabella_muenchen Zweibrücken

Wilderei wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Schwerverbrechen geahndet, da die Jagd nur den Landesherren oder berechtigten Personen vorbehalten war. Die Ordnungshüter und quasi der verlängerte Arm der Obrigkeit waren die Förster, die von der armen Bevölkerung gehasst wurden. Da sie diese daran hinderten, sich aus dem Wald das zu holen, was sie zum Leben benötigten. Deshalb lebten die Förster in ständiger Angst von Wilddieben erschossen zu werden. Einem dem dieses Schicksal tatsächlich ereilte, war der städtische Feldhüter Philipp Becker. Dieser erwischte im Jahr 1912 auf der Speyrer Gemarkung Vogelsang einen 48 Jahren alten Mann mit seinem 28 Jahren alten Sohn beim Klauen von Rübenpflanzen. Er konnte nun beide festnehmen und vor Gericht bringen, da er beide auf frischer Tat ertappt hatte. Doch dazu kam es nicht mehr, da der Sohn sogleich mehrere Schüsse auf den Feldhüter abfeuerte. Als dieser am Boden lag und um Gnade flehte, schoss er ihm eiskalt in die Brust. Nachdem der tote Wildhüter entdeckt worden war, suchten Spürhunde nach dem Täter. Schnell stießen sie auf das Vater-Sohn-Gespann, das bereits polizeilich bekannt war. Die Strafkammer in Frankenthal hatte beide wegen gewerbsmäßiger Jagdausübung zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Beide hatten damals gestanden zwischen Speyer, Berghausen und Mechtersheim Fasanen, Hasen und Rehe geschossen zu haben. Für den Mord an dem Feldhüter Philipp Becker verurteilte sie das Schwurgericht Zweibrücken zum Tode. Doch der bayerische Prinzregent Luitpold ließ Gnade walten und änderte die Strafe zu lebenslangem Zuchthaus um. Damit wurde zumindest zwei Wilddieben für immer das Handwerk gelegt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Zweibrücken, dem Ort, wo die beiden Wilderer verurteilt worden waren 🙂

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