Eine wunderschöne Kapelle, die St. Wendelin, dem Schutzpatron der Bauern, Hirten und Pilger geweiht ist, befindet sich im hessischen Dieburg. Erstmals erwähnt wurde die Kapelle 1541 als Heiligenhäuschen, dessen erster Standort sich vis-á-vis der jetzigen St. Wendelinuskapelle befindet, die 1904 durch Sühnegelder errichtet wurde und seit 1979 vom Odenwaldklub Dieburg erhalten und gepflegt wird. Dieser kümmert sich auch um den nahegelegenen Klostergarten, den sogenannten Franziskusgarten, der nach dem berühmten Sonnengesang des „heiligen Franziskus“ geformt wurde und zum Kapuzinerkloster gehört, das nach den Regeln des Franz Assisi ohne Schmuckelemente gebaut wurde. Über 350 Jahre lang dauerte die Geschichte der Kapuziner in Dieburg bis sich diese mit einem Vespergottesdienst am 25. November 2012 aus Mangel an Nachwuchs aus Dieburg verabschiedeten. Damit endete die Niederlassung der Kapuziner im Bistum Mainz. Die Geschichte der Kapuziner in Dieburg hatte damit begonnen, dass nachdem Westfälischen Frieden der Mainzer Kurfürst Johann Philipp von Schönborn den Kapuzinern ein Kloster in Dieburg schenkte. Dieses wurde 1692 unbewohnbar, so dass die Kapuziner in der Vorstadt an der Wallfahrtsstraße einen neuen Konvent erbauten. Dieser wurde nach dem Frieden von Lunéville aufgehoben. Das Kloster beheimatete eine Lateinschule und bot neben allgemeinen Schulunterricht auch ein Theologie-Studium an. Während des Ersten Koalitionskrieges 1794 und der Befreiungskriege 1813 diente es auch als Lazarett. Anno 1822 wurde das Klostergebäude zum Gefängnis umgebaut. Auf Einladung von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler 1860 wurde vom Orden ein neuer Konvent errichtet. Bis 1868 wurde die Klosterkirche fertiggestellt, die dem Patrozinium des heiligsten Herzen Jesu unterstellt wurde. Ermöglicht wurde der Neubau durch den Geländeankauf des Mainzer Domkapitulars Christoph Moufang. In den Jahren von 2006 bis 2009 war es das Zentrum für Berufungspastoral der Provinzverwaltung der rheinisch-westfälischen Ordensprovinz. Seit Oktober 2018 wird das Kloster für russisch-orthodoxe Gottesdienste genutzt. Bei meinem Ausflug nach Dieburg machte ich einen kleinen Abstecher zu der St. Wendelinuskapelle und dem ehemaligen Kapuzinerkloster, das nur einige Meter davon entfernt liegt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂










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