Eine Reise ins Mittelalter erlebte ich in der malerischen Stadt Kempen am Niederrhein. Denn Kempen war im Mittelalter eine stolze Festungsstadt, an die der Peterturm, das Kuhtor, die Turmmühle, Teile der Stadtmauer und die Kurkölnische Landesburg erinnern. Ab 1290 wurde die Dorfsiedlung Kempen auf Befehl des Landesherren, dem Erzbischof Siegfried von Westerburg, mit einer Befestigung bestehend aus Graben, Erdwall und Palisaden verstärkt. Damit half die Kempener Bevölkerung ihrem Landesherren bei seiner Sicherungspolitik, da dieser 1288 in der Schlacht Worringen eine herbe Niederlage erlitten hatte, der nun seine Landesgrenzen sichern wollte. Für die Unterstützung der Kempener Bevölkerung verlieh ihnen der Erzbischof 1294 die Stadtrechte. Die endgültige Befestigung von Kempen wurde zwischen 1320 und 1370 fertiggestellt. Zu dieser Zeit war Kempen fast kreisförmig von einer 1830 Meter langen und 7 Meter hohen Mauer, mit vier Toren und vier Türmen umschlossen. Nachdem die Ringmauer erweitert wurde, wurden 16 halbrunde Turmbauten davorgesetzt, die zur Stadtseite mit dem Mauerverlauf gradlinig abschlossen. Zwei Wassergräben schlossen die Stadtfläche, den sogenannten Kempener Rundling, nach außen hin ab. Zu guter Letzt wurde auf dem Wall eine Windmühle gesetzt. Diese Turmmühle mit einem Durchmesser von 8,70 Meter wurde 1481 an der Südseite der Stadt auf einer dreigeschossigen Leiterbastion erbaut. Sie diente der Mehlversorgung im Falle einer feindlichen Belagerung. Unweit von dieser entfernt liegt der Peterturm. Dieser ist ein Rest des Peterstores. Der Name leitet sich davon ab, dass einst durch das Tor der Weg zur Kapelle St. Peter führte. Das Peterstor war eines der vier Zugänge zur Stadt. Diese waren allesamt monumentale Torburgen, die einen viereckigen Hauptturm, dem Bollwerke vorgelagert waren, die mit Türmen und Toren versehen waren, bestanden. Das am stärksten gesicherte Tor war das Kuhtor, von dem nur noch der Torturm erhalten ist. Sein Name stammt von einer alten Viehtrift, die zu Weiden im nördlich gelegenen Bruch führten. Über der Tordurchfahrt befindet sich die Nikolausstatue. Diese erinnert daran, dass man von dort zur Nikolauskapelle in Höhe des Grenzübergangs zum Herzogtum Gelderland gelangte, der als „Schloot“ bezeichnet wurde. Die heutige Gestalt des Kuhtores geht auf die Jahre 1896 bis 1898 zurück. Durch die verschiedene Ziegelfarbe erkennt man deutlich, wo das 3. Obergeschoss mit seinen gotischen Türmen aufgesetzt wurde. Das Herzstück der Festung war die Kurkölnische Landesburg. Diese sollte das steinerne Machtsymbol für die Herrschaft des Kölner Erzbischofs Friedrich von Saa, die von 1396 bis 1400 erbaut wurde, demonstrieren. Bis heute prangt sein Kreuz-Wappen über dem Eingang. In dieser residierte als Stellvertreter des Landesherren ein adliger Amtmann, der im Frieden für Recht und Ordnung und im Krieg für die Verteidigung des Kempener Landes sorgte. Anno 1634 wurde das mittelalterliche Kastell mit seinen Schießscharten und kleinen Luken durch den Einbau großer Fenster zum Schloss. Noch heute ist die Einfassung der Zugbrücke erkennbar. Die Kurkölnische Landesburg beherbergte von 1863 bis 1925 das Gymnasium Thomaeum. An diese Zeit erinnert die Statue des Thomas von Kempen über dem Hauptportal. Ab 1929 bis 1984 war die Burg Sitz der Kreisverwaltung. Heute ist noch das Kreis- und Stadtarchiv dort untergebracht. Mein Besuch der Stadt Kempen mit ihrem denkmalgeschützten, historischen Altstadtkern ließ mich auf den Spuren des Mittelalters wandeln. Da Bilder mehr als Tausend Worte sagen, wünsche ich Dir viel Freude mit meinen Fotos von den Resten der mittelalterlichen Festungsstadt Kempen. 🙂























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