Das Wahrzeichen von Grimma, der viergrößten Stadt Sachsens mit über 19.000 Einwohnern, ist die Pöppelmannbrücke, auch Steinerne Muldenbrücke genannt, da sie den Fluss Mulden überspannt. Diese Brücke ließ der Kurfürst Friedrich August der Starke von Sachsen für die Eilpostlinie Dresden-Leipzig errichten, nachdem Grimma im Jahr 1700 aufgrund von finanziellen Engpässen, das Brückenrecht aufgegeben hatte. Die Brücke entwarf der Barockarchitekt und Oberlandbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann, der sich schon als Architekt des Dresdner Zwingers bewährt hatte und dessen Name, die Brücke heute trägt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 1. Juli 1716, deren Inbetriebnahme fand am 1. Januar 1719 statt. Bereits um 1292 wurde ein erster fester Muldenübergang oberhalb von Grimma erwähnt. Eine zweite Holzbrücke entstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts an der Stelle der heutigen Brücke, einer Engstelle des Flussbettes Mulden. Doch diese wurde im Frühjahr 1547 im Schmalkaldischen Krieg auf Geheiß von dem Herzog Moritz von Sachsen in Brand gesteckt. Eine neue Brücke wurde nur ein Jahr später errichtet, die während des Dreißigjährigen Krieges 1637 von schwedischen Truppen niedergebrannt wurde. Über 80 Jahre vergingen, bis die neue Brücke aus Steinquadern erbaut wurde. Die Kosten beliefen sich auf 20.000 Talern, weshalb ein Brückenzoll erhoben wurde. Die neue Brücke wurde mit einem prunkvollen barocken Wappenstein mit folgender Inschrift versehen: „Für die Ewigkeit – unter der Herrschaft und auf Kosten Friedrich Augusts, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, des gütigen Fürsten und des unvergleichlichen Landesvaters, ist dieses stolze Bauwerk an Stelle der 1637 zerstörten Brücke aus Steinquadern errichtet wurden, gleichsam als Denkmal der königlichen und kurfürstlichen Gnade.“ Doch die 140 Meter lange und 5,8 Meter breite Brücke war leider nicht für die Ewigkeit bestimmt. Denn 1813 wurde diese von den Kosaken durch Feuer zerstört, um Napoleon aufzuhalten. Nach drei Jahren wurde eine neue Brücke errichtet, die 1894 massiv umgebaut wurde. Doch auch diese war nicht für die Ewigkeit bestimmt, da die deutsche Wehrmacht deren stählernen Brückenteil am 15. April 1945 sprengte. Danach erfolgten mehrere Behelfsmöglichkeiten, um die Brücke zu nutzen, bis diese anlässlich der 800-Jahr-Feier Grimma generalsaniert wurde. Die Brücke wurde am 13. September 2000 als Fußgänger- und Fahrradbrücke in Betrieb genommen. Doch auch diese Brücke hatte nur eine kurze Lebensdauer, da diese am 13. August 2002 durch ein Hochwasser zerstört wurde. Von den einst 6 Korbbögen, existieren seitdem nur noch 4 Bögen. Nach deren Wiederaufbau fand die Inbetriebnahme der denkmalgeschützten Brücke am 20. August 2012 statt, deren mittlerer Brückenabschnitt nun aus einer Stahlrohr-Sprengwerkbrücke besteht. Bis heute hält diese 143 Meter lange Brücke am nördlichen Rand der malerischen Altstadt von Grimma dem Hochwasser stand. Bei meinem Besuch von Grimma kam auch ich an dieser legendären Pöppelmannbrücke vorbei, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂









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