Das Wahrzeichen des Ostseebads Sellin auf der Insel Rügen, das auch als die Perle von Rügen bezeichnet wird, ist zweifelsohne deren Seebrücke. Mit einer Länge von 394 Metern ist diese die längste Seebrücke der Insel Rügen. Bereits 1906 wurde die erste Seebrücke als Anlegestelle erbaut, um die Urlaubsgäste mit Segelbooten sicher an Land zu bringen. Die damals sogar 508 Meter lange Brücke kostete 159.000 Mark, die am Brückenkopf ein Restaurant besaß. Doch das Packeis setzte der Brücke über die Jahre schwer zu, besonders im Jahr 1918 wurde diese durch Eisschollen schwer beschädigt. Anno 1920 kam es zu einer weiteren Katastrophe, da das Restaurant komplett abbrannte. Nachdem Eisschollen 1924 die Brücke erneut schwer beschädigt hatten, fiel diese der Abrissbirne zum Opfer. Ein Jahr später wurde eine neue 500 Meter lange Seebrücke mit Konzerthalle, Lesesaal des Berliner Lokalanzeigers und Plattform errichtet. Durch einen schweren Eisgang im Winter 1941 wurde diese fast komplett zerstört, nur das Brückenhaus blieb unversehrt. In diesem war in den 1950er bis 1970er Jahren ein populäres Tanzlokal beheimatet. Doch aufgrund des zusehends schlechten Zustands musste dieses 1978 abgerissen werden. Seitdem setzte sich der Selliner Fotograf Hans Knospe für den Wiederaufbau der Seebrücke ein. Als der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizäcker Sellin 1991 besuchte, zeigte Knospe diesem Aufnahmen der ehemaligen Seebrücke. Dadurch konnte er den Bundespräsidenten als Befürworter einer neuen Seebrücke gewinnen. Am 27. August 1992 begann die Rekonstruktion der Seebrücke nach den Plänen der Göhrener Architekten Müller und Herrmann sukzessive. Als Vorbilder dienten die vorherigen Seebrücken. Am 20. Dezember 1997 wurde die Seebrücke, die im Stil der Bäderarchitektur mit weißem Brückenhaus erbaut wurde, durch den Selliner Ehrenbürger Hans Knospe zur bautechnischen Übergabe freigegeben. Die offizielle Eröffnung der neuen Seebrücke mit Gastronomie fand am 2. April 1998 statt. Die längste Seebrücke Rügens lädt nicht nur zum Flanieren und Genießen ein, sondern dank der Außenstelle des Standesamtes Mönchgut-Granitz kann hier auch die Traumhochzeit am Meer stattfinden. Seit dem 1. Oktober 2008 existiert am Ende des Brückenkopfes eine Tauchgondel. Auf Tauchstation befindet sich das Deck des Besucherzentrums 4,50 Meter unter der Wasseroberfläche und somit 1 Meter über dem Meeresboden. Die Tauchgondel ist ganzjährig geöffnet, deren Tauchfahrt 30 bis 40 Minuten dauert, in der man alles über den Lebensraum Ostsee und ihre Tiere und Pflanzen erfährt. Die Tauchgondel mit einem Durchmesser von 8,50 Metern, die Platz für 30 Personen bietet, wurde von dem Wolgaster Konstrukteur Andreas Wulff gemeinsam mit seinem Partner dem Greifswalder Meeresbiologen Volker Miske ins Leben gerufen. Bei meinem Besuch des Ostseebades Sellin machte auch ich einen Abstecher zur Seebrücke, wo jährlich im Juni das große Seebrückenfest stattfindet, mit deren Fotos ich Dir einfach viel Freude wünsche. :.-)










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