Eine alte Hansestadt am Niederrhein, die aufgrund ihrer günstigen Lage zwischen dem Ruhrgebiet und den Niederlanden schon im Mittelalter zu einem bedeutendsten Handelsplatz avancierte, war Wesel. Die Siedlung Wesel, die im September 1241 durch den Clevischen Grafen Dietrich ihre Stadtrechte erhielt, wurde 1407 tatsächlich im Hansebund aufgenommen. Damals war der Dominikanerprior Heinrich von Hessen für die Bevölkerung von Wesel nach Lübeck gereist, wo er beherzt für die Aufnahme der Stadt in die Hanse appellierte. Sein Plädoyer erwies sich als erfolgreich. Durch die Mitgliedschaft in der Hanse begann die wirtschaftliche Blütezeit von Wesel. In dieser Zeit entstanden viele historische Gebäude. Zwar wurde 97 Prozent der historischen Bausubstanz durch Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges zerstört, doch viele wurden wiederaufgebaut. Zwei dieser rekonstruierten Bauwerke, die an den einstigen Reichtum der Stadt erinnern, sind der Willibrordi-Dom und das Rathaus. Beide befinden sich auf dem Großen Markt, dem Herz der Stadt Wesel. Der Willibrordi-Dom, dessen Name sich vom Heiligen Willibrord, dem ersten Bischof von Utrecht und dem Gründer der Abtei Echternach ableitet, zählt zu den wichtigsten mittelalterlichen Kirchen am Niederrhein. Die spätgotische Basilika mit ihren fünf Kirchenschiffen wurde von 1498 bis 1540 errichtet. Von 1883 bis 1896 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, die dem Bauwerk sein neugotisches Aussehen verliehen. Zwar wurde der Dom Ende des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt, aber nach Kriegsende fand sein Wiederaufbau statt, der bis 1994 abgeschlossen war. Der 94,5 Meter hohe Turm des Willibrordi-Doms, der evangelischen Hauptkirche der Stadt, besitzt eine Aussichtsplattform, die ein fantastisches Panorama über die Stadt liefert, dafür muss man aber 217 Stufen erklimmen. Erst dann kommt man in diesen Genuss. Ein weiteres Gebäude auf dem Großen Markt, das von der wichtigen Handelsstadt Wesel zeugt, ist das historische Rathaus. Dieses wurde ursprünglich 1455 im spätgotisch-flämischen Stil aus Bamberger Sandstein errichtet. Einst besaß die Fassade Figuren von Heiligen. Diese wurden 1958 bei Renovierungen, außer die des Heiligen Willibrord, durch weltliche Herrscher ersetzt. Im Erdgeschoss befand sich einst die Markthalle, während im 1. Stock die Bürgermeisterwohnung war. Der 2. Stock diente als Ratssaal. Das Rathaus wurde im Zweiten Weltkrieg ebenfalls schwer beschädigt, weshalb sich die Bürgerstiftung Historisches Rathaus durch Spendenaktionen für den Wiederaufbau des historischen Gebäudes einsetzte. Tatsächlich konnte 2007 der Grundstein gelegt werden. Anno 2010 erfolgte der Baubeginn und 2011 wurde die originalgetreue Rathausfassade am Marktplatz eingeweiht. Bei meinem Besuch der alten Hansestadt kam auch ich bei diesen beiden Zeitzeugen auf dem pulsierenden Großen Markt vorbei, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂










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