Die erste dokumentierte Serienmörderin in der Geschichte war Lucusta, die in Rom während des 1. Jahrhunderts nach Christus lebte und bis heute als die berühmteste Giftmörderin in der römischen Geschichte gilt. In der römischen Antike erfreuten sich Giftmorde so großer Beliebtheit, dass diese ständig auf der Tagesordnung standen, weshalb die Mächtigen in permanenter Angst vor einem Giftanschlag lebten. Die heimtückischen Anschläge wurden meist aus einem Elixier aus gefährlichen Pflanzen hergestellt, für die es kein Gegengift gab. Diese Pflanzen wurden in geheimen Gärten angebaut, die von Giftmischerinnen gepflegt wurden. Eine davon war Lucusta, die ihr Handwerk par excellence beherrschte, weshalb ihre Auftraggeberin keine geringere war als die Kaiserin Iulia Agrippina. Die beiden Frauen hatten sich während ihrer Zeit im Exil auf der Insel Ponza kennen gelernt. Agrippina war dort von ihrem Bruder, dem Kaiser Caligula ohne ihren erst 3 Jahre alten Sohn Nero verbannt worden. Sie hatte gemeinsam mit Marcus Aemilianus Lepidus ein Mordkomplott gegen ihren Bruder Caligula geplant. Lepidus war mit Agrippinas jüngerer Schwester Drusilla verheiratet, die Caligula jedoch zu seiner Ehefrau nehmen wollte. Seit Jahrhunderten gingen Herrscher Ehen mit Geschwistern ein, da durch jede andere Verbindung das göttliche Blut entheiligt worden wäre. Da Drusilla jedoch verstarb, kam es zu keiner Ehe. Ihr Ehemann, der inzwischen eine Affäre mit der verwitweten Agrippina angefangen hatte, wollte sich an Caligula trotzdem rächen. Doch dieser deckte das Komplott auf. Er ließ Lepidus hinrichten und Agrippina schickte er ins Exil. Nachdem Tod von Caligula durch einen Offizier seiner Garde, kehrte Agrippina nach Rom zurück, wo sie ihr beschlagnahmtes Vermögen und ihren Sohn zurückerhielt. Sie wusste, dass das Geld nicht auf Dauer für ihre ambitionierten Pläne reichen würde, nicht nur Kaiserin zu werden, sondern ihren Sohn zum Kaiser zu machen. Deshalb freundete sie sich mit dem superreichen Millionär Gaius Sallustius Crispus Passienus an, der sie zu seiner Alleinerbin machte. Kurz danach verstarb er plötzlich, ob Agrippina ihre Hände dabei im Spiel hatte, ist anzunehmen. Agrippina fing eine Affäre mit dem Finanzminister Pallas an, um in der Nähe vom Kaiser Claudius zu sein, der mittlerweile Witwe war. Agrippina schaffte es seine Ehefrau und damit Kaiserin zu werden, die nur ein Ziel verfolgte, ihren Sohn aus ihrer ersten Ehe zum Kaiser von Rom zu machen. Doch dafür musste Claudius, der aus der Ehe mit Messalina den Sohn Britannicus hatte, diesen erst adoptieren, was er tatsächlich auch tat. Fortan hieß Agrippinas Sohn Nero, der älter als Britannicus war und nun alle Rechte des kaiserlichen Erstgeborenen innehatte. Damit würde er nach Claudius Tod der neue Kaiser von Rom werden. Bevor Agrippina diesen aber aus dem Weg räumen ließ, um ihrem Sohn den Weg auf den Thron freizumachen, wurde dieser mit Claudius Tochter Octavia aus der Ehe mit Messalina verheiratet. Damit wurde Nero zum Schwiegersohn des Kaisers. Zwischenzeitlich hatte Agrippina Lucusta um Hilfe gebeten, die ihr ein giftiges Elixier gebraut hatte. Dieses mischte der Vorkoster des Kaisers, Halotus, am 12. Oktober 54 bei einem Staatsbankett unter das Essen des Kaisers, der sich vor Schmerzen krümmend zu seinen Gemächern schleppte, wo Agrippina dessen Leibarzt Gaius Stertinius Xenophon kommen ließ. Diesen hatte Agrippina ebenfalls zum Komplizen gemacht, da die Giftmenge nicht den Tod des Kaiser bewirkt hatte. Darum nahm Claudius Leibarzt eine Vogelfeder, die er aber mit blauem Eisenhut vergiftet hatte. Die Vogelfeder sollte einen Würgereiz auszulösen, damit sich der Kaiser übergab und so das Gift aus seinem Körper gelangte. Doch der blaue Eisenhut galt als pflanzliches Arsen, das laut einer Sage aus dem Speichel des Höllenhundes Cerberus entstanden sein soll, als dieser angeblich das Tageslicht erblickte. Durch die vergiftete Feder starb der Kaiser Claudius und Nero wurde dessen Nachfolger, der ebenfalls die Dienste von Lucusta in Anspruch war. Er ließ diese sogar Schüler unterrichten, die durch Lucustas Wissen in die Kunst des Giftmischens eingeweiht wurden. Ferner entledigte er sich seinem Thronkonkurrenten Britannicus, den er Anfang 55 nach Christus töten ließ. Lucusta wurde für ihre Dienste am kaiserlichen Hof reichlich mit Ländereien und Geld belohnt, die Straffreiheit genoss. Doch als Kaiser Nero, der auch seine eigene Mutter ermorden ließ, aus Rom fliehen musste, da es wegen seiner 64 nach Christus angeordneten Christenverfolgung zu einem verheerenden Brand in Rom gekommen war, wendete sich das Blatt für Lucusta. Kaiser Nero, der angeblich bei seiner Flucht ein tödliches Gebräu von Lucusta erhalten hatte, damit er Selbstmord begehen könne, nutzte dieses jedoch nicht. Er wurde im Januar 69 nach Christus unter dem Kaiser Galbas hingerichtet, der 7 Monate später auch Lucusta als Giftmörderin hinrichten ließ. Damit endete die Geschichte von Lucusta, die in zahlreichen Filmen, Podcasts und Büchern weiterhin für reichlich Entertainment sorgt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der italienischen Hafenstadt Civitavecchia, die auch als Tor nach Rom bezeichnet wird. 🙂











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