Mitten im Herzen der niederländischen Stadt Heerlen in der Provinz Limburg befindet sich auf dem Pancratiusplein die imposante St. Pankratiuskirche. Bereits 1065 wurde in einer Schenkungsurkunde von Bischof Udo von Toul eine Kirche im Herzen von Heerlen erwähnt, die sogenannte Andreaskapelle war dem heiligen Andreas geweiht. Seit 1121 war Heerlen Eigentum der Grafen von Are aus dem Rheinland. Diese ließen auf einem künstlich aufgeschüttetem Areal umgeben der Ringmauer und des Wassergrabens des Landforts Herle, der Festung in Heerlen, in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine Kirche mit Chor, Kirchenschiff und Seitenschiffen errichten. Diese Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit dem Bau des Westwerks vollendet. Die Kirche wurde dem heiligen Pankratius gewidmet, der vom Adel als ritterlicher Heilige verehrt wurde. Während der Herrschaft der Brabanter Herzöge wurde das Westwerk abgerissen, auf dem ein viergeschossiger Turm, der die Funktion als Wehrtum inne hatte, erbaut wurde. Dieser Bergfried wurde später zum Kirchenturm umgebaut, so dass Kirche und Turm nun eine Einheit bildeten. Denn die Kirche diente in Kriegszeiten auch als Zufluchtsort für die Einwohner in Heerlen. Durch einen heftigen Sturm im Jahr 1606 brach beim Westturm die Turmspitze ab, auch das Mittelschiff und die Seitenschiffe wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Schadensregulierung fand von 1608 bis 1609 statt. Nachdem 1698 das Simultaneum eingeführt worden war, nutzten die Katholiken und Protestanten die Kirche gemeinsam. Dieses wurde 1830 abgeschafft. Die Protestanten errichteten 1838 ihre eigne Kirche, so dass die St. Pankratiuskirche nur noch von den Katholiken benutzt wurde. Anno 1839 befand der Provinzrat den Chor und die Seitenwände für baufällig, woraufhin umfangreiche Restaurierungen stattfanden, die bis ins Jahr 1863 dauerten. Unter dem Architekten Jos Cuypers wurde der neugotische Chor abgerissen, das Gewölbe des Mittelschiffs wurde als Knochengewölbe erneuert und die Kirche bekam ein Querhaus und einen Chor mit Krypta im neuromanischen Stil. Insgesamt wurde die Kirche um ein Drittel vergrößert. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Glocken im Turm entwendet und in der Silvesternacht 1944 wurde das Nordschiff durch eine Sprengbombe beschädigt. Diese Kriegsschäden wurden unter der Leitung von dem Architekten Frits Peutz behoben. Anno 1969 wurde an der Südseite eine Sakristei und eine Taufkapelle errichtet sowie der Innenraum der Kirche restauriert. Auch ich kam bei meinem Besuch von Heerlen an dieser dreischiffigen, kreuzförmigen Basilika vorbei, die Deckenfresken von Charles Eyck, dem Pionier der Limburger Schule besitzt, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂


















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