Mitten im Waldgebiet der Rostocker Heide liegt das romantische, kleine Jagdschloss Gelbensande, das 1887 im englischen Stil als Sommerresidenz für die Schweriner Herzogsfamilie errichtet wurde. Dieses Jagdschloss besitzt auch Einflüsse der russischen Architektur, da der Vater der Großherzogin Anastasias, der Großfürst Michail Nikolajewitsch Ramanow war, der den Bau des Schlosses mit reichlich Rubel finanziell unterstützte. Das außergewöhnlich schöne Jagdschloss war Vorbild für das berühmte Schloss Cecilienhof in Potsdam, das zu einem der bedeutendsten Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern zählt. Hinter dem Jagdschloss, das heute ein Restaurant und ein Museum beheimatet, befindet sich der Lazarettfriedhof Gelbensande. Denn während des Zweiten Weltkrieges blieben unweit des Jagdschlosses auf den Bahngleisen zwei Eisenbahnzüge mit einem aus Pommern evakuierten Lazarett liegen. Nachdem sein Kommandant von dem leer stehenden Jagdschloss erfahren hatte, ließ dieser die 750 verletzten Personen in das Jagdschloss verlegen, um dort ein Hilfslazarett einzurichten. Für die bereits an Krankheit oder an ihren Verletzungen Verstorben wurde im hinteren Teil des Schlosses ein Waldfriedhof angelegt. Dieser wurde die letzte Ruhestätte von Deutschen, Rumänen, Polen, Italienern, Letten, Litauern, Ukrainern und russischen Wlassow-Soldaten. Mit den Jahren verwilderte der Lazarettfriedhof immer mehr, der in Vergessenheit geriet, bis im Jahr 2000 Schüler der Regionalen Schule Gelbensande zusammen mit dem Volksbund Landesverband Mecklenburg-Vorpommern die längst zugewachsene Kriegsgräberstätte ins Bewusstsein der Bevölkerung zurückholte. Das Interesse der Bevölkerung war geweckt und bereits 1 Jahr später wurde die Projektgruppe „Kriegsgräber“ gegründet. Noch im selben Jahr wurde diese mit Unterstützung der Gemeinde und der Bauabteilung des Volksbundes saniert und instand gesetzt. Der Holzbildhauer Wilhelm Gauger schuf die Holzplastik „Die Trauernde“, die am Ende des Friedehofes steht, auf dem sich die Reihen mit Namen auf viereckigen Steinen befinden. Für die Pflege der Kriegsgräberstätte, die Ort der Mahnung und Erinnerung ist, ist bis heute die Projektgruppe zuständig. Bei meinem Besuch des Jagdschlosses mitten im Wald kam auch ich an diesem Lazarettfriedhof vorbei, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂








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