Jenny Diver: Londons Königin der Taschendiebe

Jenny Diver, die eigentlich Mary Young hieß, ist eine der schillerndsten Figuren des georgianischen Englands. Anders als viele ihrer Zeitgenossen, die wegen Mordes hingerichtet wurden, war Jenny eine Straßenräuberin und Taschendiebin. In einer Zeit, in der die Oberschicht Verbrecher wie sie als Ungeziefer ansah, wurden Diebstähle mit der Todesstrafe sanktioniert. Doch in rund 73 Prozent der Fälle wurde das Urteil in die Verbannung in die Kolonien umgewandelt. Die Legende von Jenny Diver beginnt im frühen 18. Jahrhundert, irgendwo im Norden Irlands. Geboren um 1700 als illegitimes Kind der Dienstmagd Harriet Jones, hatte Jenny eine unglückliche Kindheit. Ihre Mutter verließ sie bald nach der Geburt, und das Mädchen wechselte zwischen verschiedenen Pflegefamilien, bis sie schließlich mit etwa zehn Jahren von einer älteren Dame aufgenommen wurde. Diese schickte Jenny sogar auf die Schule, wo sie Schreiben, Lesen und Handarbeit erlernte. Jenny verfügte über prächtige Nähkünste, durch die sie sich eine bescheidene Existenz aufbauen konnte. Doch insgeheim hegte sie den Wunsch in London als Schneiderin zu arbeiten. Um die Fährkosten zu decken, überredete sie einen ihrer Verehrer, der ihr zur Seite stand, die notwendigen Mittel aufzutreiben, indem er seinem eigenen Arbeitgeber eine goldene Uhr sowie 80 Guineen stahl. Gemeinsam setzten sie mit einem Schiff nach Liverpool über. In Liverpool lebte Jenny einige Zeit mit ihrem Komplizen zusammen, bis dieser wegen seiner Vergehen ins Gefängnis gesteckt wurde. Sie ließ ihn zurück und machte sich allein auf den Weg nach London, wo sie auf die irische Bandenanführerin Anne Murphy traf, die sie in die Kunst des Taschendiebs einführte. Jenny Diver hatte eine natürliche Begabung für das Handwerk. Sie imitierte die Techniken ihrer Vorgängerinnen und fand rasch großen Gefallen am Leben als Diebin. Bald übernahm sie die Führung der Bande und gab sich selbst den Spitznamen „Jenny Diver“. Ihre Erfolge ließen sie zur Berühmtheit werden; doch berühmt zu sein, hat bekanntlich seine Tücken. Jenny war nicht nur geschickt und clever, sondern auch noch äußerst attraktiv, die über vielfältige Methoden der Kunst des Taschendiebstahls verfügte. Bei einer Kirche in Old Jewry beobachtete sie einen jungen Gentleman, der einen Diamantring trug. Während sie ihm die Hand reichte, um Unterstützung vorzutäuschen, entwand sie ihm unbemerkt den Ring. Jenes geschickte Spiel wurde für Jenny zur Gewohnheit. Ihre Kreativität kannte keine Grenzen; so trug sie einmal zwei falsche Arme unter ihrem Kleid, während sie geduldig darauf wartete, dass die wohlhabenden Frauen neben ihr abgelenkt waren. Ein weiteres ihrer berühmtesten Manöver war es, plötzlich vorzugeben, krank zu sein. Als sie im St. James‘ Park lag, umringt von hilfsbereiten Passanten, nutzte sie die Gelegenheit, um Taschendiebstähle durchzuführen. Jenny war so geschickt, dass sie oftmals nicht nur ihre Beute behalten, sondern auch den Anschein von Ehrlichkeit wahren konnte. Im Laufe der Jahre steigerte sich ihre Berühmtheit, aber das Schicksal hatte andere Pläne für Jenny. 1733 wurde sie beim Stehlen erwischt und gelangte ins Newgate-Gefängnis, wo sie vor Gericht gestellt wurde. Da es sich um ihr erstes Vergehen als Mary Young handelte, was Jennys richtiger Name war, wurde sie nicht hingerichtet, sondern ihre Strafe in die Verbannung in die amerikanischen Kolonien umgewandelt. Nach viermonatiger Haft wurde sie auf das Gefängnisschiff gebracht. Jenny hatte vorgesorgt, die viel Geld und Wertgegenstände an Bord gebracht hatte, um den Kapitän und später den Gouverneur der Strafkolonie bestechen zu können. Doch die Sehnsucht nach dem aufregenden Leben in London war zu groß, und nur wenige Monate nach ihrer Ankunft im Exil, kehrte sie heimlich zurück. Die Rückkehr von Verbannungen war in jener Zeit ein Kapitalverbrechen, doch mit Hilfe einer attraktiven Erscheinung und etwas Geld schaffte sie es, die Aufmerksamkeit eines Hauptmann zu gewinnen, der sie heimlich zurückbrachte. Diese Meisterleistung schafften nur 5 Prozent der zu lebenslanger Verbannung Verurteilten. Doch die Zeit war nicht auf ihrer Seite. Im Alter von 38 Jahren wurde Jenny 1738 erneut beim Diebstahl erwischt, die zunehmend an Arthritis ihrer Finger litt. Bei ihrer Verhaftung verwendete sie diesmal den Namen Jane Webb. Dies war eine riskante Entscheidung, denn die Behörden begannen, ihre wahre Identität zu verifizieren. Doch Jenny hatte Glück, deren Todesurteil wieder in eine lebenslange Verbannung geändert wurde. Mit ihren üblichen Bestechungsmethoden kehrte sie innerhalb eines Jahres von der Strafkolonie nach London zurück. Aber Jennys alte Bande existierte nicht mehr. Jenny versuchte erneut in der Unterwelt Londons Fuß zu fassen. Doch als sie am 10. Januar beim Diebstahl mit ihrer Freundin Elizabeth Davies und einem männlichen Komplizen auf frischer Tat ertappt wurde, war ihre Zeit abgelaufen. An jenem regnerischen Samstag hatte Jenny gemeinsam mit einem Komplizen und ihrer Freundin Elizabeth versucht, einer Dame namens Judith Gardner die Geldbörse zu stehlen. Judith bemerkte den Diebstahl und hielt Jenny fest, während sie Hilfe rief. Die Polizei wurde gerufen, während Jenny und Elizabeth verhaftet wurden, der männliche Komplize hingegen konnte fliehen. In einem raschen Prozess wurden sie der kriminellen Handlungen beschuldigt und beide zum Tode verurteilt. Doch Elizabeth Todesurteil wurde aufgrund ihrer ersten registrierten Straftat in lebenslanges Exil umgewandelt. Jenny, die polizeibekannt war, wurde diesmal nicht begnadigt. Ihre Hinrichtung fand am 18. März 1741 statt. Am Morgen wurde sie wie jene wohlhabenden Verurteilten in einem prächtigen Trauerkarren zu den Galgen gefahren. Einem gewaltigen Spektakel, das von einer aufgeregten Menschenmenge verfolgt wurde. Straßenhändler boten Essen und Getränke an, während die Maschinen des Justizsystems in Gang gesetzt wurden. Auf ihrem Weg nach Tyburn trug Jenny ein schwarzes Kleid mit schwarzer Haube und Schleier. Trotz der drohenden Hinrichtung gab sie sich stark, hielt das Bild der glamourösen Verbrecherin aufrecht, während ihre Gedanken sicher um ihre eigene Unsterblichkeit kreisten. Ihr stattlicher Auftritt erregte noch mehr Aufmerksamkeit. Am Ende war es jedoch der Galgen, der über ihren Ruhm entschied. Jenny Diver wurde zur letzten Ikone des Verbrechens ihrer Zeit. Während sich ihre Geschichte durch die Jahrhunderte bis heute zieht, bleibt sie ein faszinierendes Beispiel für das Aufeinandertreffen von Armut, Verbrechen und dem Streben nach Anerkennung in einem gnadenlosen Umfeld. Die Moraldiskussionen über Verbrechensursachen und die Behandlung von Kriminellen sind von Jennys Schicksal bis heute nicht weit entfernt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von London. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!