Eine mordende Femme Fatale, die reihenweise Männer nicht um um ihren Verstand, sondern auch um ihr Vermögen brachte, war die Französin Madame Julie St. Joseph. Ihre spannenden Verbrechen in St. Petersburg in den 1870er Jahren, ihrem letzten Ort, wo sie Männer aus purer Geldgier mit Gift tötete, hat Michael Danevitsch, der Chef des Obersten Büros der russischen Polizei, in seinen Memoiren festgehalten. Diese bieten einen faszinierenden Einblick in das düstere Leben und die Verbrechen von Madame Julie St. Joseph, einer Abenteurerin und Serienmörderin. Das finale Segment dieser Episode, veröffentlicht in englischer Sprache im Jahr 1897, beschreibt ihre skrupellosen Taten und den mutigen Einsatz von Danevitch, der schließlich zur Beendigung ihrer mörderischen Karriere führte. Madame Julie St. Joseph war eine Frau von etwa vierzig Jahren, die ihre Opfer durch ihre verführerische Schönheit in den Bann zog und sie letztlich aus purer Habgier vergiftete. Sie nutzte ihre Anziehungskraft, um die Männer zu verführen und ihnen Besitzrechte auf deren Eigentum abzuringen. Diese perfide Masche wurde durch die Hilfe ihres Komplizen Vlassovsky raffiniert umgesetzt. Sobald ihre Opfer gefangen waren, wurden sie mit schwarzem Nieswurz „helleborus niger“ vergiftet. Julie hatte die Kunst der Giftmischung selbst erlernt, und wenn sie es nicht selbst tun konnte, übernahm ihr treuer Gefährte Roko die tödliche Aufgabe. Dieser Mann, den sie einst in Spanisch-Amerika aufgegabelt hatte, stand völlig in ihrem Bann, der bereit war, alles für sie zu tun. Vlassovsky, einst ein ehrlicher und fleißiger Mann, verfiel ebenfalls der Magie von Madame Julie und wurde zu ihrem willenlosen Werkzeug. Seine moralischen Grundsätze wurden rasch fallen gelassen, und er trachtete danach, sich möglichst rasch zu bereichern. Er war fasziniert und eingeschüchtert zugleich von ihr, und sein Plan war es, genug Geld anzuhäufen und dann für immer aus ihrem Einflussbereich zu entfliehen. Nach den Morden an Oberst Ignathof und dessen Erben, dem Hauptmann Peter Baranoff, wendete sich jedoch das Blatt für das Trio Infernale. Denn zu seinem Unglück geriet Julies Komplize Vlassovsky während eines fragwürdigen Gesprächs nach dem Tod von Hauptmann Baranoff ins Visier des Oberst Danevitch. Dieser setzte nun alles daran der mörderischen Karriere von Julie und ihren beiden Komplizen in St. Petersburg ein Ende zu setzen. Danevitch ließ sich mit Julie und ihren Komplizen auf ein gefährliches Katz und Maus-Spiel ein. Er gab sich als vermögend aus, damit Julie anbiss. Da Julie annahm, dass Danevitsch ein stinkreicher Gentleman sei, bat sie ihn um finanzielle Unterstützung; und scheinbar ihren Bitten nachgebend, setzte Danvetisch ein Dokument auf, welches ihr angeblich bei seinem Tod gewisse Anwesen in Polen überschreiben sollte. Natürlich existierten diese Anwesen nicht. Anschließend begann Julie Danevitsch langsam mittels kleiner Dosen schwarzen Nieswurz zu vergiften, die sie ihm im Tee verabreichte. Danevitsch trank den Tee jedoch nicht, spielte Julie aber vor, dass es ihm zunehmend schlechter ging. Julies teuflische List zeigte sich in jedem ihrer Schritte. Sie vermied es, sich öffentlich mit ihm zu zeigen, und gestattete auch keinen ihrer Besucher, ihn zu sehen. Dadurch wäre es allgemein nicht bekannt geworden, dass sie mit ihm Umgang hatte. Als seine Krankheit sich durch wiederholte Dosen verschlimmerte, ließ sie ihn in ein Hotel bringen. Sie wusste ziemlich genau, dass er, wie im Fall von Oberst Ignatof, davor zurückschrecken würde, bekannt werden zu lassen, dass er eine intime Beziehung zu ihr pflegte. Doch diesmal wurde Julie mit ihren eigenen Waffen geschlagen, da Danevtisch nur den Kranken spielte und den von ihr verabreichten Tee analysieren ließ. Es stellte sich heraus, dass dieser vergiftet war. Die Beweislage gegen Julie war erdrückend. Julie wurde gemeinsam mit ihren Komplizen verhaftet. Als sie erkannte, dass sie zum Tode wegen ihrer beiden Morde und dem Mordversuch an Danevitsch verurteilt werden würde, entschloss sie sich, der Gerechtigkeit zu entkommen, indem sie sich mit Blausäure in ihrer Zelle vergiftete. Die Säure wurde ihr durch einen Wärter übermittelt, der von einem ihrer Freunde bestochen wurde. Dies kostete ihn jedoch seine Freiheit, denn er wurde für die Dauer seines Lebens nach Nord-Sibirien verbannt. Ihr treuer Gefährte Roko starb kurz darauf an Typhus, den er sich im Gefängnis zugezogen hatte. Doch bis zuletzt hatte er eisern geschwiegen. Er verriet nichts über die kriminellen Aktivitäten von Julie. Vlassovsky hingegen wurde zusammen mit dem verräterischen Wärter nach Nord-Sibirien deportiert. Er starb jedoch bald an den harten Bedingungen und der rauen arktischen Kälte. Die genaue Anzahl der Opfer von Madame Julie wurde nie ermittelt. Dass sie zahlreich waren, darüber bestand kein Zweifel. Ihr Untergang brachte große Erleichterung nach St. Petersburg und Moskau, wo sie so viele Männer aus Habgier vergiftet hatte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von St. Petersburg. 🙂






















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