Der Ketzerfürst Balthasar Hubmaier

Isabella Müller @isabella_muenchen Wien

Balthasar Hubmaier war nicht nur ein einflussreicher Reformator und Täufer der Frühen Neuzeit, sondern auch ein Ketzerfürst, der schließlich hingerichtet wurde. Aber der Reihe nach. Balthasar Hubmaier wurde am 16. August 1485 in Friedberg bei Augsburg geboren. Er besuchte zunächst die Domschule von Augsburg, bevor er 1503 ein Studium an der Universität Freiburg begann, wo er 1504 den Grad eines Baccalaureus Artium erlangte. Anschließend setzte er sein Studium der Theologie an der Universität Freiburg bei Johannes Eck fort und übernahm nach dessen Weggang an die Universität von Ingolstadt dessen Amt als Rektor der Pfauenburse in Freiburg. Anno 1512 folgte Hubmaier, bereits mit der Priesterweihe versehen, Eck nach Ingolstadt, wo er noch im selben Jahr promovierte. In Ingolstadt wirkte er als Prediger am Münster und als Universitätsprofessor. Hubmaier war ebenso wie sein Lehrer Eck ein eindrucksvoller Redner, dessen Reden beim Volk große Wirkungen zeigten. Er stand in seinem heftigen Auftreten zunächst als Verteidiger der alten Kirche und später als Anhänger der Reformation und dann auch als Täufer seinem Lehrer Eck kaum nach. 1516 verließ Hubmaier Ingolstadt, um in Regensburg die Stelle eines Dompredigers anzunehmen. In dieser Funktion rief er zur Verfolgung der Regensburger Juden auf, forderte den Abbruch der Häuser des Regensburger Judenviertels, am Ort des heutigen Neupfarrplatzes und beteiligte sich an der Zerstörung der Synagoge. An ihrer Stelle wurde eine Kapelle „Zur schönen Maria“ errichtet. Hier wirkte Hubmaier auch als charismatischer Wallfahrtsprediger und wurde alsbald über die Grenzen von Regensburg hinaus als begeisternder Marienverehrer bekannt. 1521 nahm Hubmaier die Pfarrerstelle an der Marienkirche in Waldshut an und kam anstandslos seinen Pflichten als katholischer Priester nach. 1522 kehrte er für eine Zeit als Wallfahrtsprediger nach Regensburg zurück. Gleichzeitig stand er in Kontakt mit mehreren Humanisten und begann sich intensiv mit den Paulusbriefen auseinanderzusetzen. In der ersten Waldshuter Zeit setzte er sich mit den reformatorischen Schriften Martin Luthers und vor allem mit dessen Sakramentsverständnis auseinander. Auf einer Reise nach St. Gallen und Zürich kam er in Kontakt mit evangelischen Kreisen und schloss Freundschaft mit Huldrych Zwingli. Im Oktober 1523 nahm er an dessen Seite an der Zweiten Zürcher Disputation teil. Zurück in Waldshut versuchte er die Reformation voranzutreiben und kam dabei in Konflikt mit der „altgläubigen Seite“. Er war gezwungen, die Stadt zu verlassen und fand in Schaffhausen Zuflucht. Im Herbst 1524 kehrte Hubmaier nach Waldshut zurück und vollendete hier die Reformation. Er unterstützte auch Hans Müller von Bulgenbach mit einem Manifest. Es wurde eine neue Messordnung eingeführt und die Bilder aus den Kirchen entfernt. Hubmaier kritisierte auch die früher von ihm selbst ausgeübte Praxis der extensiven Bilderverehrung während der Regensburger Marien-Wallfahrt als Niederfallen vor den Bildern. Angeregt durch die Schriften von Karlstadt und Müntzer, die er vermutlich in Waldshut traf und durch die Gespräche mit dem aus Zürich vertriebenen Täufer Wilhelm Reublin begann er sich nun vermehrt mit der Tauffrage auseinanderzusetzen und sprach sich öffentlich gegen die Kindertaufe aus. An Ostern 1525 schritt er zur Tat und ließ sich zusammen mit 60 anderen Waldshutern von Wilhelm Reublin taufen. Anschließend taufte Hubmaier selber einen großen Teil des Rates und der Bevölkerung von Waldshut. Als die Stadt infolge des Bauernkrieges Ende 1525 durch habsburgische Truppen unter Rudolf V. von Sulz besetzt und zum Katholizismus zurück gezwungen wurde, ergriff Hubmaier die Flucht. Zusammen mit seiner Frau Elsbeth Hügline, die er am 13. Januar 1525 geheiratet hatte, fand er Zuflucht bei Täuferfreunden in Zürich. Es kam zum endgültigen Bruch mit Zwingli, nachdem Hubmaier in seiner wohl bedeutendsten Schrift „Vom christlichen Tauff der Gläubigen“ seine Taufauffassung gerechtfertigt hatte. Er wurde daraufhin in Zürich verhaftet und widerrief seinen täuferischen Standpunkt, nachdem er mit der Todesstrafe bedroht worden war. Im April 1526 konnte er Zürich verlassen und gelangte über Konstanz und Augsburg nach Nikolsburg. Dort stellte er sich gegen die in vielen Täuferkreisen gelehrte und praktizierte Gewaltlosigkeit. Er rief seine Schutzherrschaft in Nikolsburg unterstützend zum bewaffneten Widerstand gegen die „türkische Gefahr“ auf. Der Erzherzog von Österreich, Ferdinand I., sein alter Feind aus der Waldshuter Zeit, ließ ihn im Juli 1527 unter dem Vorwurf des Aufruhrs verhaften. Er wurde auf Burg Kreuzenstein bei Wien eingekerkert und zu Glaubensfragen verhört. Während seiner Haft schrieb er die an Ferdinand gerichtete „Rechenschaft des Glaubens“, in der er sich eindeutig als Täufer bekannte. Das Angebot eines Widerrufs schlug er aus und wurde am 10. März 1528 beim Stubentor in Wien als Aufrührer und Häretiker auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Drei Tage nach seiner Hinrichtung wurde seine Ehefrau Elsbeth in der Donau ertränkt. Das Trienter Konzil bezeichnet ihn als Häresiarchen, den Urheber einer Irrlehre. Damit hatte er den Stempel als Ketzerfürst endgültig und für alle Zeit aufgedrückt bekommen. Denn das Urteil wurde bis heute nicht aufgehoben. An die Hinrichtung von Balthasar Hubmaier erinnert heute noch eine Gedenktafel am Dr.-Karl-Lueger-Platz in Wien, wo im Mittelalter das Stubentor lag. Balthasar Hubmaier war eine faszinierende und widersprüchliche Persönlichkeit, die die Reformation und Täuferbewegung maßgeblich prägte. Von seinem Aufstieg als katholischer Prediger bis zu seinem tragischen Ende als Märtyrer der Täufer bietet sein Leben ein spannendes Kapitel der Kirchengeschichte, dessen Geist angeblich bis heute in seinem Haus in der Erdbergerstraße 28 im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße umhergeistern soll. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Österreichs Hauptstadt Wien. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!