Das tragische Schicksal der „Typhus-Mary“

Im 19. Jahrhundert war Typhus eine weit verbreitete Seuche, an der jede zehnte infizierte Person starb. Die Infektionskrankheit Typhus wurde durch das Bakterium Salmonella enterica hervorgerufen. Oftmals herrschten miserable hygienische Verhältnisse, was für die Epidemie ein gefundenes Fressen war. Da Typhus lange Zeit als unheilbar galt, dessen Symptome neben Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber auch Bewusstseinsstörungen waren, wurden erkrankte Personen in Quarantäne gesteckt. Eine von ihnen war Mary Mallon, die jedoch keinerlei Symptome aufwies. Denn Mary Mallon war die erste Person in den Vereinigten Staaten, die als symptomfreie Überträgerin von Typhus identifiziert wurde. Mary Mallon war eine sogenannte „Dauerausscheiderin“, die zwischen 1900 und 1907 in New York City und auf Long Island in ihrer Anstellung als Köchin in verschiedenen Haushalten fast zwei Dutzend Menschen mit Typhus ansteckte, ohne dies zu wissen. Alles kam ans Licht, nachdem 1906 in einem elfköpfigem Haushalt in Oyster Bay sechs Personen an Typhus erkrankten. Das Familienoberhaupt beauftragte daraufhin den Sanitätsingenieur George Soper des New Yorker Gesundheitsamtes, um den Ausbruch zu untersuchen. Seine monatelangen Ermittlungen führten schließlich zu der 37 Jahre alten Köchin Mary Mallon, die er mit 22 Fällen von Typhus in Verbindung bringen konnte. Immer kurz nachdem Mary als Köchin in einem der Haushalte gearbeitet hatte, war Typhus ausgebrochen. Typhus kann heute problemlos mit einer Impfung behandelt werden kann, doch damals war Typhus eine der acht schlimmsten und tödlichsten Seuchen, weshalb die Überträger von der Gesellschaft isoliert wurden. Mit dem Verdacht, dass Mary die mysteriöse Quelle der Typhusausbrüche war, besuchte der Hygieniker George Soper im März 1907 die Köchin an ihrem neuen Arbeitsplatz als Köchin in einem Vorstadthaus in Westchester County, um von ihr Proben zu nehmen. Doch anstatt Soper willkommen zu heißen, zückte Mary ein Tranchiermesser, die sich weigerte, Proben ihres Urins, Stuhls und Bluts zu geben. Ihre Persönlichkeitsrechte wurden jedoch bald bedeutungslos, als klar wurde, dass Mary vermutlich den Typhus-Erreger an Gäste und Personal weitergegeben hatte, ohne jemals selbst zu erkranken. Fünf Polizisten und eine Ärztin rückten an, um Mary ins New Yorker Krankenhaus zu bringen. Dort bestätigten Tests, dass sie zwar keinerlei Symptome zeigte, aber Salmonella Typhi, den Typhuserreger, in sich trug. Der Begriff „Dauerausscheider“ wurde durch ihren Fall geprägt. Mary hatte acht Familien bekocht, von denen sieben von Typhus betroffen waren – insgesamt wurden ihr später 51 Fälle von Typhus und drei Todesfälle zugeschrieben.

Mary wurde in einem kleinen Häuschen des Riverside-Krankenhauses auf North Brother Island isoliert. Ihre Geschichte löste immense Diskussionen aus. In einem Brief an ihren Anwalt beklagte sie, lediglich als Anschauungsmaterial für Mediziner behandelt zu werden. Ihre Klage gegen die New Yorker Gesundheitsbehörde landete vor dem Obersten Gerichtshof. Die Grundsatzfrage lautete: Wie weit dürfen staatliche Autoritäten gehen, um ihre Verantwortung in einer Gesundheitskrise wahrzunehmen? Die Richter entschieden gegen Mary, betonten jedoch die Notwendigkeit, die Gesellschaft vor Typhus zu schützen. Trotzdem erlangte Mary 1910 ihre Freiheit wieder, unter der Bedingung, nie wieder als Köchin zu arbeiten. Doch Mary brauchte Geld und warf alle Bedenken über Bord. Mary hatte weder Mann noch Familie. Sie war im Alter von 14 Jahren von Nordirland nach Amerika ausgewandert, wo sie als Köchin arbeitete. Sie verdiente so wenig, dass sie sich keine eigene Wohnung leisten konnte, oftmals übernachtete sie bei einem „unehrenhaften“ Mann. Mary war verzweifelt, weshalb sie mit der eigenen Not konfrontiert, erneut als Köchin anheuerte. Als 1915 bei einem neuen Ausbruch 25 Menschen an Typhus erkrankten, war das New Yorker Gesundheitsamt ihr wieder auf den Fersen. Diesmal arbeitete sie unter dem Namen Mrs. Brown. Trotz des falschen Namens wurde sie gefunden und zurück nach North Brother Island gebracht. Doch diesmal in dauerhafte Isolation, in der sie die Hälfte ihres Lebens verbrachte. Anno 1938 starb Mary Mallon auf North Brother Island nahe der Bronx, fernab ihrer Heimat Nordirland an den Folgen eines Schlaganfalls, den sie 6 Jahre zuvor erlitten hatte. Von den 69 Jahren ihres Lebens verbrachte sie 26 Jahre in Isolation, um die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern, unter der sie nie selbst gelitten hatte. Mary Mallon ging in die Geschichte als die tragische Figur der „Typhus-Mary“ ein. Trotz der tragischen Umstände ist ihr Fall bis heute faszinierend und wirft wichtige Fragen zur Balance zwischen individueller Freiheit und öffentlicher Gesundheit auf. Mary machte Schlagzeilen als die erste symptomfreie Überträgerin von Typhus. Doch ihre Berühmtheit war nur von kurzer Dauer – sie wurde zeitlebens eingesperrt. Ihr Recht auf persönliche Freiheit spielte keine Rolle mehr, als die US-Behörden die irische Einwanderin als Gefahr für die Allgemeinheit einstuften. Kurzerhand wurde sie auf die Quarantäne-Insel North Brother Island im East River gebracht. Dort wurde Mary Mallon zum Versuchsobjekt. Fast täglich wurden ihre Körperflüssigkeiten auf Typhus-Erreger getestet. Man wollte neue Medikamente an ihr ausprobieren und sie sollte sich die Gallenblase entfernen lassen. Aber Mary stimmte einem solchen Eingriff nicht zu. Mary klagte gegen ihre Verbannung und verlor. Obwohl es 1918 bereits 70 bekannte symptomfreie Überträger von Typhus in New York gab, war sie die Einzige, die eingesperrt wurde. Mary Mallons Schicksal ist ein beeindruckendes Beispiel für die schwierige Abwägung zwischen individuellen Rechten und dem gesundheitlichen Wohl der Gesellschaft, und es begleitet uns bis heute in der Diskussion um Quarantäne und Isolation in Epidemiezeiten. Mary Mallon war nicht nur eine hervorragende Köchin, sondern auch eine Frau, die ihr Leben in ständiger Isolation und Misstrauen gegenüber der Medizin verbrachte. Ihre Geschichte zeigt, wie tiefgreifend die Auswirkungen einer solchen Quarantäne sein können und stellt Fragen nach der ethischen Behandlung von Menschen in gesundheitlichen Krisenzeiten. Ihr trauriges Ende erinnert uns daran, dass hinter jeder medizinischen Sensation immer ein Mensch steht, dessen Leben und Rechte respektiert werden müssen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von New York City. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!