Der pulsierende Augustusplatz in Leipzig

Isabella Müller Leipzig @isabella_muenchen

Einer der geschichtsträchtigsten Plätze Leipzigs und mit einer Fläche von 40.000 Quadratmetern einer der größten Stadtplätze Deutschlands ist der Augustusplatz am östlichen Stadtzentrum. Der Augustusplatz wurde nach Abbruch des Grimmaischen Tores 1831 errichtet, um Raum für die Leipziger Messe zu schaffen. Seinen Namen erhielt er nach Friedrich August I., dem ersten Herrscher des Königreichs Sachsen. Ab 1945 bis zur deutschen Wiedervereinigung Anfang Oktober 1990 wurde der Platz in Karl-Marx-Platz umbenannt. Neben seiner beeindruckenden Größe, ist er vor allem aufgrund seiner Gebäude aus verschiedenen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts bekannt. Sein ältester noch erhaltener Zeitzeuge ist der prunkvolle Mendebrunnen aus dem Jahr 1886, der direkt vor dem Gewandhaus steht. Bei dem Gewandhaus handelt es sich um den einzigen Konzerthausneubau der DDR, der auf Initiative des Gewandhauskapellmeisters Kurt Masur entstand und 1981 eröffnet wurde. Ein weiteres Gebäude, das den Platz prägt, ist neben dem beeindruckenden City-Hochhaus mit einer Höhe von 142,5 Metern, auch Uniriese genannt, das Büros, ein Panorama-Restaurant und eine Aussichtsplattform beherbergt, das Paulinum. Dieses kirchenähnliche Gebäude gehört zu der Universität Leipzig und erinnert an die 1968 gesprengte Paulinerkirche. Diese hatte zwar den Zweiten Weltkrieg überdauert, passte aber nicht in das sozialistische Stadtbild. An der Nordfront des Augustusplatzes befindet sich das am 08. Oktober 1960 eröffnete Opernhaus. An der Westseite liegt Leipzigs erstes Hochhaus, das sogenannte Kroch-Hochhaus, das 1927 bis 1928 als elfgeschossiges Bankgebäude errichtet wurde. Besonders schön ist sein Dach, das von Glockenmännern nach venezianischen Vorbild geziert wird, die alle Viertelstunde die Zeit per Glockenschlag verkünden. Erwähnenswert ist die darunter befindliche Inschrift: „Omnia vincit labor“, „Arbeit siegt über alles“. Daneben befindet sich der Königsbau, dessen Name auf die ehemalige Baufirma Königsbau AG zurückzuführen ist. Darin befand sich das ehemalige jüdische Kaufhaus Bamberger & Hertz. Dieses wurde in der Reichspogromnacht in Brand gesteckt. Mein Geheimtipp auf dem Augustusplatz am Eingang zur Grimmaischen Straße ist die Demokratieglocke, die auf den ersten Blick mich an ein goldenes Ei erinnerte. Diese fordert seit ihrer Weihe am 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution 2009 zum Innehalten und Nachdenken auf und gedenkt den ersten Montagsdemonstrationen am 9. Oktober 1989, die das Ende der DDR einläuteten. Eine Umgestaltung des Augustusplatzes erfolgte von 1996 bis 1998 anlässlich des Baus einer Tiefgarage. Der belebte Augustusplatz ist Dreh- und Angelpunkt des Leipziger Stadtzentrums und einer der geschichtsträchtigen Plätze Leipzigs, auf dem bis heute Demonstrationen stattfinden. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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