Der Marienplatz: Das Herz Münchens

Isabella Müller München @isabella_muenchen

Das Herz der bayerischen Landeshauptstadt Münchens, auf dem sich täglich tausende Touristen und Einheimische tummeln, ist der Marienplatz. Dieser populäre Platz ist seit der Stadtgründung Münchens im Jahr 1158 durch Heinrich den Löwen das Zentrum der Isarmetropole und dank seiner Lage als Kreuzungspunkt zwischen Isartor und Karlstor sowie Sendlinger Tor und Schwabing idealer Ausgangspunkt für eine Sightseeingtour durch München. So ist die Frauenkirche, das Wahrzeichen Münchens, der Odeonsplatz sowie der Viktualienmarkt nur einen Katzensprung von ihm entfernt. Im Zentrum des Marienplatzes, als Nullpunkt der ausgehenden Straßen und des Landes Bayerns, steht die Mariensäule. Diese 11 Meter hohe Säule aus Adneter Marmor wird mit einer 2,25 Meter hohen, vergoldeten Marienstatue mit dem Kinde Jesu auf dem Arm bekrönt. Am Sockel befinden sich vier Puttenfiguren aus Bronze, die gegen den Krieg, den Hunger, die Pest und den Unglauben symbolisiert durch einen Drachen, einen Löwen, eine Schlange und einen Basilisk, kämpfen. Die Säule der Darstellung Marias als Schutzpatronin der Bayern, der Patrona Bavaria, wurde von Kurfürst Maximilian I. aus Dank, dass München während der Besetzung durch Truppen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf nicht zerstört wurde, gestiftet. Er sah dies als Wunder von München, worauf sich auch die lateinische Inschrift auf der Säule bezieht. Eingeweiht wurde die Mariensäule am 7. November 1638 durch den Freisinger Bischof Veit Adam von Gepeckh. Der Marienplatz fungierte bis 1807 als Marktplatz, auf dem Händler ihre Waren wie Getreide, Obst, Gemüse und andere Lebensmittel feilboten, bis König Maximilian I. Joseph den Markt auf den Hof des Heiliggeistspitals verlegte, der heute als Viktualienmarkt bekannt ist. Von dieser langen Markttradition des Platzes zeugt heute noch der herrliche Fischbrunnen vor dem Neuen Rathaus. Dieser Brunnen an der Nordostecke erinnert nicht nur an die Zeit, als der Marienplatz noch einen Fischmarkt beherbergte, sondern auch an die Bräuche, die dort bis heute noch praktiziert werden. So fand bis 1901 am Rosenmontag der Metzgersprung statt. Ausgelernte Metzgerlehrlinge kostümierten sich mit Schaffellen und zogen so durch die Stadt, bis sie am Fischbrunnen mit einem Sprung ins Wasser das Ende ihrer Lehrzeit besiegelten. Diese alte Tradition wird seit 1993 von den Münchner Metzgern alle drei Jahre wieder zelebriert. Neben dem Metzgersprung wird am Fischbrunnen auch das Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch praktiziert. Dieser beliebte Brauch geht der Legende nach darauf zurück, dass nach dem närrischen Treiben die Geldbeutel der einfachen Leute leer waren und sie die Dienstherrn damit aufmerksam machten, ihre Geldbeutel wieder zu füllen. Bis heute wäscht der Oberbürgermeister den leeren Geldbeutel der Stadt und viele andere Bürger ihre eigenen Geldbeutel, um so für ein Jahr ohne finanzielle Nöte zu sorgen. Doch der Marienplatz war früher nicht nur Marktplatz, sondern seit 1566 wurde er mit dem Bau von Landschaftshäusern, in denen die Vertreter der Stände und Landschaften beim bayerischen Herzog ihren Sitz hatten, auch politischer Wirkungsort, der er mit seinen zwei Rathäusern bis heute geblieben ist. Hinter dem Fischbrunnen befindet sich das Neue Rathaus, das die gesamte Länge des Marienplatzes dominiert. Dieser neugotische Prachtbau aus dem Jahr 1905 ist der Sitz des Oberbürgermeisters, des Stadtrates und der Stadtverwaltung. Das Neue Rathaus mit seinem 85 Meter hohen Rathausturm, der auf seiner Aussichtsplattform, die bequem per Lift zu erreichen ist, eine atemberaubendes Panorama über München bietet und auf dessen Spitze das Münchner Kindl über die Stadt wacht, beherbergt das größte Glockenspiel Deutschlands. Dieses sorgt täglich um die Mittagszeit für eine Menschenansammlung auf dem Marienplatz. Denn seit 1568 ertönt pünktlich um 11 und 12 Uhr, von März bis Oktober auch um 17 Uhr ein Glockenspiel im Glockenspiel-Erker des Mittelturm mit 32 Figuren und 43 Glocken. Dieses zeigt in der oberen Etage, die im Februar 1568 gefeierte Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen, zu dessen Ehren damals ein Ritterturnier auf dem Marienplatz stattfand, bei dem der bayerische Ritter den Lothringer Gegner besiegte. In der unteren Etage wird der Schäfflertanz gezeigt. Dieser erinnert an die schwere Pestepidemie, in der sich die Menschen nicht mehr aus den Häusern trauten. Die Schäffler, die Fassmacher, lockten die verängstigte Bevölkerung mit ihrer lustigen Musik und ihren Tanz wieder auf die Straßen. Ein weiteres Schauspiel findet um 21 Uhr statt, wenn das Münchner Kindl vom Nachtwächter und dem Friedensengel in musikalischer Begleitung von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ und Johannes Brahms „Wiegenlied“ zu Bett gebracht wird. Das Neue Rathaus mit seiner reich geschmückten Fassade, dem prächtigen Rathausturm, dem herrlichen Prunkhof und dem wohl bekanntesten Balkon der Stadt, auf dem der FC Bayern München traditonell seine Erfolge feiert, ist nicht das einzige Rathaus auf dem Marienplatz. Denn im Osten befindet sich das Alte Rathaus, das heute noch für repräsentative Aufgaben genutzt wird und in dessen Turm sich ein Spielzeugmuseum befindet. Gegenüber von dem Marienplatz laden zahlreiche Cafés, Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte zum gemütlichen Stadtbummel und kulinarischer Verschnaufpause ein. Ich liebe es die Kaufinger Straße entlang zu flanieren, die die wichtigste Einkaufsstraße mit den meisten Geschäften zum Karlsplatz, Stachus genannt, führt. Der Marienplatz im Herzen Münchens ist der zentrale Platz und Mittelpunkt der Fußgängerzone, der für jeden Geschmack, ob Shopping, Sightseeing, kulinarische Auszeit oder gemütlichen Stadtbummel, etwas zu bieten hat und bei keinem Besuch der bayerischen Landeshauptstadt fehlen darf. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieses pulsierenden Platzes. 🙂

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