Wiens eiskalter, blonder Engel

Isabella Mueller @isabella_muenchen Wien

Eine der wohl skrupellosesten Serienmörderinnen Österreichs und eine wahre Femme fatale war Martha Marek. Bereits mit 12 Jahren heckte das blond gelockte Mädchen zusammen mit ihrer Mutter einen perfiden Plan aus, um den 62-jährigen Pensionisten Moritz F. zu verführen, nur damit sie ihn anschließend wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen erpressen konnten. Schnell wurde sich außergerichtlich geeinigt. Martha lebte fortan bei dem Pensionisten in seiner noblen Villa in Mödling, wo sie von dem älteren Herr mit Schmuck und Geld überhäuft wurde. Dies verhielt sich jahrelang so bis der Pensionist Martha als Alleinerbin bestimmte. Kurze Zeit später verstarb er und Martha lebte danach mit ihrem 5 Jahre jüngeren Ehemann Emil Marek in der Villa. Sie führten einen luxuriösen Lebensstil bis das liebe Geld ausging. Doch die clevere Martha hatte sich schon einen Plan zurecht gelegt, um dieses Problem zu lösen. So versicherte sie am 11. Juni 1925 ihren Mann gegen Invalidität. Einen Tag später trennte sich dieser beim Holzhacken den linken Unterschenkel mit drei Axthieben ab. Da sich die Versicherung weigerte zu zahlen, kam es zu einem spektakulären Prozess. Zwar waren Beamte der pathologischen Abteilung von Martha bestochen worden, um das Attest der Ärzte über die drei Axthiebe unter den Teppich zu kehren, doch schaffte die engelhafte Martha sich als arme, unschuldige Ehefrau gekonnt gegen die gewinnsüchtige Versicherung in Szene zu setzen. Das Ende vom Lied war, dass die Versicherung per Gerichtsbeschluss eine horrende Summe an Martha und ihren Ehemann zahlen musste. Doch nach fünf Jahren war auch dieses Geld verprasst und der soziale Abstieg von Martha, ihrem Mann und den beiden Kindern begann. Schließlich lebten sie in einem Schrebergartenhaus im Westen Wiens. Angewidert von ihrem Leben und ihrer Familie überdrüssig, begann Martha diese mit Rattengift zu vergiften. Tatsächlich starben ihr Ehemann und ihre Tochter ohne dass jemand Verdacht hegte, diese wären vergiftet worden. Einzig ihr Sohn überlebte. Fortan arbeitete Martha als Gesellschafterin ihrer gut betuchten Großtante Susanne Löwenstein, die sie gekonnt um den Finger wickelte. Als diese sie als Alleinerbin bestimmte, musste auch diese sterben. Auch hier benutzte Martha Rattengift und wieder schöpfte keiner Verdacht. Martha lebte nun in der Villa ihrer Großtante in Hietzing, von der aus sie oft den nahegelegenen Lainzer Tiergarten besuchte. Als Gesellschafterin engagierte sie eine arme Schneiderin, auf die sie eine hohe Lebensversicherung abschloss und wieder wurde Martha zur Alleinerbin bestimmt. Als diese wenig später starb, hegte wieder niemand Verdacht gegen Martha bis auf den Sohn der Toten. Er stellte akribisch Nachforschungen an und erreichte schließlich, dass seine schon begrabene Mutter exhumiert wurde. Es stellte sich heraus, dass diese mit dem Rattengift Zeliopaste vergiftet worden und nur Martha Marek als Täterin aufgrund des Testamentes in Frage gekommen war. Es kam zum Prozess gegen Martha Marek, indem die Ermittlungsbehörden schließlich alle von ihr begonnenen Morde aufdeckten. Im April 1938 wurde Martha Marek zum Tode verurteilt und im Hof des Wiener Landesgerichts durch das Fallbeil enthauptet. Martha Marek ging als eiskalte Rattengiftmörderin in die österreichische Kriminalgeschichte ein. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Lainzer Tiergarten im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing. 🙂

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