Der Millionenbetrüger

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Eine zweifelhafte Berühmtheit erreichte in den 1990er Jahren Horst Armbruster, der verantwortlich für den sogenannten Armbrust-Skandal war und wochenlang für Schlagzeilen in der Medienlandschaft sorgte. Horst Armbruster galt als beliebter und ehrenwerter Bürgermeister der Gemeinde Neckarwestheim. Seit 1960 übte er das Amt des Bürgermeisters aus. Unter ihm stieg nicht nur die Einwohnerzahl von 1.400 auf über 3.000 Einwohnern, sondern 1976 wurde auch das Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar im alten Steinbruch und 1989 der zweite GKN-Block, das neuste Atomkraftwerk der Nation, in Betrieb genommen. Diese beiden GKN-Blöcke machten Neckarwestheim dank der Gewerbekapitalsteuer von 63 Millionen Euro in den folgenden 20 Jahren zu einer der reichsten Gemeinden im Landkreis Heilbronn. Doch mit dem Reichtum stieg auch die Gier des sonst so umtriebigen Bürgermeisters, der auch den Bau eines Golfplatzes um das Schloss Liebenstein, das Wahrzeichen Neckarwestheims, erreichte. Was jedoch keiner ahnte war, dass Horst Armbrust, der 34 Jahre bereits im Amt und somit der dienstälteste Gemeindechef im ganzen Land war, sich seit 1987 als internationaler Finanzjongleur betätigte. Insgesamt verspekulierte Horst Armbrust bis 1995 41 Millionen Euro aus dem Vermögen der Gemeinde und der Bürgerstiftung Neckarwestheim. Er hatte seine Bürger um Millionen geprellt und das Geld ins Ausland geschafft. Am 8. Februar 1995, ein Jahr vor seiner Pensionierung, wurde Horst Armbrust des Amtes enthoben und in Untersuchungshaft gebracht. Horst Armbrust wurde am 24. Januar 1996 von dem Landgericht Stuttgart wegen Untreue und Urkundenfälschung zu 8,5 Jahren Haft verurteilt. Den Rest seiner Strafe setzte am 17. Mai 1999 das Landgericht Konstanz zur Bewährung aus. Dadurch wurde Horst Armbrust vorzeitig aus der Haft entlassen. Der neue Bürgermeister von Neckarwestheim Mario Dürr und die Gemeinde Neckarwestheim versuchten in 11 Prozessen gegen verschiedene Banken im In- und Ausland über 13 Jahre lang das veruntreute Geld zurückzubekommen. Bis April 2009 konnten 16 Millionen Euro Kapital und Zinsen zurückgewonnen werden, denen 2,8 Millionen Euro Gerichts- und Anwaltskosten gegenüberstanden. Horst Armbrust lebte nach seiner Haftentlassung und bis zu seinem Tod in der Nachbargemeinde Talheim. Durch seine Anlage-Affäre hat er sich für immer in die Geschichte der Gemeinde Neckarwestheim, wenn auch auf unrühmliche Art und Weise verewigt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom malerischen Schloss Liebenstein in der Gemeinde Neckarwestheim, in der Horst Armbrust einst als Bürgermeister das Sagen hatte. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabellamueller.com . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9