Der Jahrhundertraub

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Am 26. November 1983 gegen 6.40 Uhr überfielen sechs bewaffnete und mit Sturmmasken getarnte Männer das Security-Unternehmen Brink´s Mat in der Nähe des Flughafen Heathrow in West-London, dessen Depot bekannt dafür war Millionen Pfund zu lagern. In nur 20 Minuten erbeuteten diese 6.800 Goldbarren, die einen Gesamtwert von mehr als 26 Millionen Pfund hatten sowie rohe Diamanten im Wert von mehr als 100.000 Pfund und 100.000 Pfund Bargeld. Dieser Rekordraub war einmalig in der Geschichte Großbritanniens und ging als „Brinks Mat Robbery“, den größten Raubzug in der britischen Kriminalgeschichte ein. Ermöglicht wurde der Überfall durch einen der Wachmänner, Anthony Black, der den Räubern Zutritt in die Sicherheitsfirma verschafft hatte. Die Gangster stürmten das Lagerhaus, überwältigten das Wachpersonal, zogen ihnen Leinensäcke über den Kopf und übergossen diese mit Benzin. Sie drohten alle anzuzünden, wenn diese nicht kooperierten. Nur zwei Wachmänner kannten den Code für den Tresorraum und jeder davon jeweils nur eine Hälfte. Diesen beiden Wachmännern hielten sie Pistolen an ihre Hinterköpfe. Damit diese die Zahlenreihe preisgaben, was diese auch taten. Die Gangster räumten den Tresor aus und luden alles in ihren blauen Van, der unter der Last von 3,5 Tonnen Goldbarren fast drohte zusammenzubrechen. Der Wachmann Anthony Black geriet schnell ins Visier der Ermittler, da sein Schwager Brian Robinson, genannt Colonel, ein polizeibekannter Berufsverbrecher war, der auch bei diesem Raubüberfall seine Finger im Spiel hatte. Dies plauderte Anthony Black im Verhör gegenüber dem Scotland Yard aus. Durch Brian Robinson wurde ein zweiter am Raub beteiligter Gangster namens Micky McAvoy ausfindig gemacht. Doch bevor dies der Fall war, musste das Gold zu Geld gemacht werden. Darum holte die Räuber-Crew Kenneth Noye ins Spiel, der über einen Strohmann die Goldbarren an die Goldhändler Palmer und Chappal in Bristol brachte. Die Goldhändler schmolzen das Gold und mischten es mit Kupfer. Diese Metallmischung ermöglichte den leichteren Tausch. Da die Händler das Geld stets von einer kleinen Bank in Bristol ausbezahlen ließen, musste diese mehrere Millionen Pfund Bargeld nachordern. Dies kam der Zentralbank des Vereinigten Königreichs und dem Scotland Yard verdächtig vor. Sie nahmen die Goldhändler ins Visier, der sie zu Kenneth Noye führte. Doch Kenneth Noye war clever und hochgefährlich. Als ein Polizist ihn im Januar 1995 in seinem Garten observierte, tötete er ihn mit 11 Messerstichen. Da die Tat nachts passierte und auf Noyes Grundstück stattfand, plädierte dieser auf Notwehr und wurde tatsächlich freigesprochen. Jedoch konnte im Juli 1986 Noye vor dem Old Bailey in London eine Mittäterschaft als Geldwäscher der Räubercrew nachgewiesen werden, weshalb er 14 Jahre Haft wegen Hehlerei und Mehrwertsteuerbetrug kassierte. Noye und seine Komplizen sollen mindestens 10 Millionen Pfund mit dem Hehler-Gold gescheffelt haben. Der Goldschmelzer Chappal wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt. Sein Geschäftspartner entging damals einer Verhaftung, da er nach Teneriffa geflohen war. Nachdem Spanien ein Auslieferungsabkommen mit Großbritannien unterschrieben hatte, wollte er nach Brasilien ziehen, doch seine Einreise wurde wegen seinem abgelaufenen Pass verweigert, weshalb er nach London ausgeliefert wurde. Er musste sich nun dem Prozess stellen, wurde aber anders als Chappal freigesprochen. Von der sechsköpfigen Räubercrew konnten nur Brian Robinson und Micky McAvoy gefasst werden, die zu 25 Jahre Haft verurteilt wurden. Der Wachmann Anthony Black erhielt eine Haftstrafe von 6 Jahren. Der Großteil der Beute gilt bis heute als verschollen und jeder der, nach 1983 Gold oder Goldschmuck kaufte, soll einen Teil der Beute des größten Goldraubs des Jahrhunderts erworben haben. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Teneriffa, wohin einst der Goldschmelzer John Palmer geflohen war. 🙂

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