Das Wahrzeichen der niederrheinischen Gemeinde Brüggen in Nordrhein-Westfalen ist zweifelsohne die malerische Wasserburg, die 1289 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Errichtet wurde diese von den Grafen von Kessel im 13. Jahrhundert zur Sicherung einer Furt über die Schwalm. Bereits um 1200 existierte in Brüggen eine quadratische Burg mit einem Grundriss von 40 x 37 Metern mit vier runden Ecktürmen, deren Kernburg mit einer 1,60 Meter starken Ringmauer umgeben und durch einen 14 Meter breiten Wassergraben geschützt war. Zu der Burganlage gehörte eine kleine Vorburg mit einem Torhaus und einer Wassermühle. Anfang des 14. Jahrhunderts ging die Burg in den Besitz der Jülicher Herzöge über, die die vorhandenen Gebäude durch eine Kastellburg aus Backstein ersetzten. Die Burg wurde durch neue Erdwälle und vorgelagerte Rondelle verstärkt. Die Wälle wurden mit Bäumen bepflanzt, was einen Beschuss in der damaligen Zeit fast unmöglich machte. Danach baute Herzog Wilhelm V. die Burg nach den Plänen der italienischen Baumeisterfamilie Pasqualini weiter aus. So wurde um 1571 durch Ausgrabungen ein künstlicher Sumpf geschaffen und ein Wall aufgeschüttet, während die äußeren Wälle bis auf 8 Meter erhöht wurden. Seit 1494 bis 1794 blieb die Burg Brüggen als Landesburg nördlichste Grenzfestung des Herzogtums Jülich. Nachdem Brüggen durch die französischen Truppen 1794 besetzt wurde, wurde die Burg Brüggen durch die französische Regierung privatisiert. Anno 1801 wurde der letzte Jülicher Amtmann Johann Ludwig Dortans der Besitzer der Burg. Über diesen kam die Burg 1815 durch Versteigerung an den Großhändler Johann Heinrich Printzen, der Dreiviertel der Burganlage schleifen ließ, um die Steine für andere Bauprojekte zu nutzen. Im Jahr 1934 erwarb das Ehepaar Wilhelm und Gertrud Stroetges die Burg, die den Wirtschaftsteil zu einer Ausflugsgaststätte umbauten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Palas schwer beschädigt und anschließend von der Familie Stroetges wieder restauriert. 1974 pachtete die Gemeinde Brüggen die Burg für das Museum Mensch und Jagd, das 1979 seine Eröffnung feierte. Seit Mai 2000 befindet sich die Tourist-Information in der Burg und seit Oktober 2002 ist dort die Naturpark-Information mit einer Ausstellung von Ausschnitten der Landschaften des Naturparks in Form von Dioramen untergebracht. Seit 2009 sind zudem im Burgsaal standesamtliche Trauungen möglich. Auch ich machte bei meinem Besuch von Brüggen einen Abstecher zu dieser einst bedeutendsten Burg im Norden des Herzogtums Jülich, deren Gebäude und das Burgareal bis heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der historischen Burg Brüggen. 🙂

































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